Beschreibung
Die Gegensonne entsteht durch die Überlagerung mehrerer Bögen.

Kristallart:
- Säulenkristalle
- horizontal
- Kreuzungspunkt mehrerer Bögen (Horizontalkreis und Gegensonnenbögen)
- selten (1-3 Tage pro Jahr)
Auf dem Horizontalkreis ist in seltenen Fällen gegenüber der Sonne eine Aufhellung zu sehen. Diese weißliche Aufhellung wird Gegensonne genannt. Sie liegt in Sonnenhöhe, im Azimut 180° von der Sonne entfernt. Die besten Aussichten bestehen bei Erscheinungen mit hellem Horizontalkreis und hellen Säulenhalos wie dem oberen Berührungsbogen oder dem Parrybogen. Auch bei Mondlicht kann eine Gegensonne auftreten. Helle weiße Wolkenflecken gegenüber der Sonne können mit ihr verwechselt werden. Sicher bestimmen lässt sie sich nur zusammen mit dem Horizontalkreis oder den Gegensonnenbögen.
Entstehung
Nach heutigem Verständnis ist die Gegensonne keine eigenständige Haloart. Sie entsteht dort, wo sich der Horizontalkreis und mehrere Gegensonnenbögen kreuzen. Diese Erklärung stammt von W. Tape. Beteiligt sind der Horizontalkreis, die diffusen Gegensonnenbögen sowie die Gegensonnenbögen von Tricker, Wegener und Hastings. Bis auf den Horizontalkreis setzen diese Haloarten nahezu ideal horizontal ausgerichtete Säulenkristalle voraus. Daher müsste nach dieser Theorie die Gegensonne zusammen mit anderen Säulenhalos auftreten, falls die Eiskristalle über den ganzen Himmel verteilt sind. Die Gegensonne wurde aber auch schon ohne andere Säulenhalos beobachtet. Frühere Erklärungen betrachteten die Gegensonne als eigenständige Haloart. Nach der historischen Theorie von Visser entsteht sie in Vierlingsprismen mit zwei senkrechten Seitenflächen. Dabei wird das Sonnenlicht zweimal außen an den Prismenflächen reflektiert und dann im Winkel von 180° zurückgeworfen. Einen ergänzenden Beitrag lieferte Greenler. Danach trägt auch Licht, das in Säulenprismen zweimal im Inneren des Kristalls reflektiert wird, zur Gegensonne bei.

