Der Zirkumzenitalbogen (Abk. ZZB) ist eine der schönsten und farbenprächtigsten Haloerscheinungen. Seine Farbigkeit und Helligkeit kann dem
Regenbogen gleichkommen, ja ihn sogar übertreffen. Daher wurde er auch schon häufiger mit einem Regenbogen verwechselt. Im Gegensatz zum Regenbogen, der ein Kreis um den Sonnengegenpunkt bildet, ist der Zirkumzenitalbogen ein Bogen um den Zenit, wobei nur der zur Sonne gerichtete Teil zu sehen ist. Normalerweise ist etwa ein Viertel eines Kreisbogens sichtbar, in Ausnahmefällen auch ein Halbkreis. Rot liegt auf der sonnenzugewandten Unterseite, Violett zum Zenit hin. Typisch sind reine, gut getrennte Farben. Bei den typischen Sonnenhöhen zwischen 15° und 25° liegt sein Scheitel etwa 46° über der Sonne, bei tieferer oder höherer Sonne etwas weiter entfernt. Bei einer Sonnenhöhe von 32° verschwindet der Zirkumzenitalbogen im Zenit. Wenn die Sonnenhöhe über 32° beträgt, kann er nicht mehr entstehen. Im Sommer ist er daher nur morgens und abends zu sehen, im Winter den ganzen Tag. Seine größte Helligkeit erreicht der Zirkumzenitalbogen bei einem Sonnenstand von 22,1°. Daher wird er bei einem Sonnenstand zwischen 15° und 25° am häufigsten gesehen. Oft wird er für einen umgedrehten Regenbogen gehalten. Der
Supralateralbogen und der
46°-Ring berühren den Zirkumzenitalbogen und können mit ihm verwechselt werden. Am Mond ist der Zirkumzenitalbogen selten, da er einen hellen Mond erfordert.
Der Zirkumzenitalbogen entsteht genauso wie die
Nebensonnen an
horizontal schwebenden Eisplättchen. Hier tritt das Licht allerdings an der Basisfläche des Plättchens ein und an einer Seitenfläche wieder aus. Da die Seitenflächen senkrecht zur Basisfläche sind, beträgt der brechende Winkel 90°. Falls Nebensonnen sichtbar sind, besteht, insbesondere bei einer Sonnenhöhe zwischen 15° und 25°, eine große Wahrscheinlichkeit, dass auch der Zirkumzenitalbogen gesehen werden kann. Leider ist der Zirkumzenitalbogen kaum jemandem bekannt, obwohl er fast ebenso häufig wie der Regenbogen auftritt. Der Hauptgrund dafür liegt wohl darin, dass man fast senkrecht nach oben schauen muss, um ihn zu sehen.