Moving Ripples

Schon mehrmals wurde in der Literatur über Beobachtungen dunkler Wellen berichtet, die sich mit hoher Geschwindigkeit durch verschiedene Haloerscheinungen bewegten. Es wurden mehrere Theorien über die Entstehungsursache aufgestellt, aber aufgrund der nur wenigen vorliegenden Daten konnten diese nie bestätigt werden. Deshalb trägt die Fachgruppe Atmosphärische Erscheinungen seit einigen Jahren Beobachtungen von Moving Ripples zusammen, um irgendwann hinter das Geheimnis dieses ungewöhnlichen Phänomens zu kommen.

Inzwischen liegen fast 40 z.T. bebilderte Beobachtungsberichte vor. Hinzu kommt eine eigene Beobachtung vom 12. Juli 2001, bei der ich Moving Ripples an einer Irisierenden Wolke ausmachen konnte und welche mein Interesse an der Aufklärung der Moving Ripples erneuerte. Also höchste Zeit, das Rohmaterial auszuwerten.

Als Entstehungsursache können inzwischen zweifelsfrei Schallwellen genannt werden. In der heutigen Zeit kommen als Quellen hauptsächlich die Stoßwellen von Überschallflugzeugen in Frage. Nicht selten wurde in den Berichten beschrieben, dass vor dem Ereignis das Dröhnen von Düsenjets wahrgenommen wurde. Hinzu kommt eine Häufung der Beobachtungen in der Nähe militärischer Flughäfen. Auch meiner eigenen Beobachtung ging die Wahrnehmung von drei Überschallflugzeugen voraus.

Die Vermutung von G. H. Archenhold, dass es einen Zusammenhang der Beobachtungen von Moving Ripples mit dem Meteorschall größerer Meteoride oder mit der Aktivität von Meteorströmen gibt, konnte stattdessen nicht bestätigt werden. Dagegen spricht auch die Tatsache, dass die Endhöhe der mit hoher Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre eindringenden Meteoride kaum geringer als 60 km ist und Schall sich erst unterhalb dieser Höhe nach unten ausbreiten kann. 
Es sind jedoch Fälle aus dem ersten und zweiten Weltkrieg bekannt, bei denen Bombendetonationen als Ursache für die Schallwellen angenommen werden. Zwei weitere Beobachtungen aus den Niederlanden beschreiben Donner als Auslöser der Erscheinung.

Betrachtet man sich nun die Haloarten, an denen Moving Ripples bisher beobachtet wurden, kommt man zu dem Entschluss, dass es sich fast ausschließlich um Halos handelt, die an horizontalen Plättchenkristallen entstehen. Am häufigsten wurden Moving Ripples bisher an den 22°-Nebensonnen, am Horizontalkreis (je 13 Fälle) und an den 120°-Nebensonnen (5) beobachtet. Eine erst in diesem Jahr erfolgte Sichtung beschreibt „wellenförmige Schatten“, die sich mit hoher Geschwindigkeit über den Zirkumzenitalbogen hinweg bewegten. Und auch der Zirkumzenitalbogen entsteht ganauso wie die Nebensonnen und der Horizontalkreis an horizontal schwebenden Eisplättchen.

Aber wie passen die Irisierenden Wolken in dieses Bild? Entstehen die schillernden Farben nicht an kleinen Wassertröpfchen, wenn man allgemeiner Literatur Glauben schenken darf? 
Wie die Ergebnisse der kontinuierlichen Beobachtungen Atmosphärischer Erscheinungen zeigen, werden 12 Prozent der Irisierenden Wolken an Cirrocumulus beobachtet. Diese Wolkenart besteht größtenteils aus Eiskristallen und zu einem kleineren Teil aus gefrierenden Wassertröpfchen. Gerade bei Cirrocumulus wird das Irisieren häufig in einem Sonnenabstand größer 30° beobachtet, was eine Lichtbeugung als Entstehungsursache nahezu ausschließt. Deshalb wird bei den neuesten Theorien davon ausgegangen, dass die Farben entweder durch Interferenz von Strahlen entstehen, die an der Vorder- und Hinterfläche allerdünnster Eisplättchen reflektiert werden oder durch Interferenz von Strahlen, von denen ein Teil direkt durch die Wolkenschicht hindurchgeht, während die anderen Strahlen im Innern der Schicht ein- oder mehrfach reflektiert werden.

Also auch hier sind wieder Eisplättchen im Spiel. Es ist also naheliegend, dass Schallwellen bevorzugt Eisplättchen in vertikale Schwingungen versetzen und dadurch die Moving Ripples auslösen. Das würde auch die anschließend beobachtete rasche Wolkenauflösung  nach dem Wellendurchgang durch die Irisierende Wolke erklären. Unser Wolkenhöhenmesser (Laser-Ceilograph) zeigte für die entsprechende Cirrocumulusschicht eine Höhe von 6600m an. Wie der Temp von Meiningen (18 UTC) zeigt, wurde in 6611 m Höhe eine Luftfeuchte von 49% registriert, was gleichzeitig das Maximum im Höhenbereich zwischen 6000 und 7000m Höhe war. In 6005 m Höhe war die Feuchte nur 26% und in 6907 m Höhe 31 %. Durch die vertikalen Schwingungen, der die Eiskristalle ausgesetzt waren, sind sie in den weniger feuchten Luftschichten einfach ausgetrocknet und haben deshalb innerhalb weniger Sekunden zur Wolkenauflösung geführt.

Die mögliche Ursache für die sich bewegenden Schattenstreifen könnte also sein, dass Eisplättchen durch Schallwellen in Rotation und Schwingung versetzt werden, so dass die Lichtbrechung teilweise das Auge des Beobachters nicht mehr erreicht und dadurch die Schattenstreifen verursacht. Sicher lässt auch diese Theorie noch einige Fragen offen, z.B. warum die Moving Ripples häufig in mehreren Wellengruppen auftreten oder warum derartige Streifen bisher nicht in farblosen Cirren beobachtet wurde. Eine Erklärung dafür könnte sein, dass Halos die Aufmerksamkeit des Beobachters erhöhen und Farben den Kontrast der Schatten steigern. Deshalb sollte man, wenn unüberhörbar ein Düsenjet den Himmel überquert, auf jeden Fall nach dem Phänomen der Moving Ripples Ausschau halten.

 

(von Claudia Hinz, 2001)

Übersicht aller bisherigen Beobachtungen

Datum Ort Haloart Dauer Richtung Geschwindigkeit Beschreibung Bewölkung No.
09.08.44 Süden von England Horizontalkreis - - - Bänder überschritten einzeln oder in Gruppen den Horizontalkreis; mehrere Bänder bzw. Gruppen in unregelmäßigen Zeitabständen Cirrus aus Kondensstreifen 1
15.08.44 NL-Flugplatz Deelen (nördlich von Arnheim) keine Halos! - - - leicht gebogene dunkelgraue Bänder; zeitgleich mit Bombenexplosion - 2
20.07.49 GB-Harrow, Essex Horizontalkreis - v. Sonne Rich- tung Gegen- sonne und in Gegenrichtung - Wellenbewegung, auf dem Horizontalkreis, tlw. auch in ganzer Breite des Horizontalkreises; Skizzen sehr dünner Cirrus 3
20.07.71 GB-Charminster, Dorset Horizontalkreis 2s/ 4-5s E / NE "viel schneller als ein Flugzeug" Streifen leicht gebogen mit zugespitzten Enden, schwarzer Mitte und glänzenden weißlichen Rändern; Kreuzung von zwei Bändergruppen aus E und NE dünner Cirrus 4
07.09.76 GB-Rugby, Northhamptonshire Horizontalkreis - E - lt. Skizze zwei Wellengruppen im Gegensonnenbereich; Skizze sehr dünner Cirrostratus 5
15.12.76 GB-Chelmsford, Essex oberer Berührungsbogen 10s/ 5s E –› W ca. 2°/s ca. 30 parallele, regelmäßige Bänder; Zwei Bändergruppen mit 15s Abstand - 6
17.06.79 GB-Horwich, Bolton, Lancs oberer Berührungsbogen - links –› rechts ca. 2°/s schmale, dunkle vertikale Bänder mit unregel- mäßigen Abständen und Intensität; zwei Bändergruppen mit ca. 30s Abstand - 7
10.10.83 D-Auerberg, Bayern rechte Nebensonne 30s rechts –› links 10'/s parallele dunkle Streifen mit ca. 10' Abstand, Muster nicht regelmäßig Cirrus 8
13.05.85 D-Buchloe, Bayern linke Nebensonne - rechts –› links 1°/s parallele, dunkle Streifen mit ca. 0,25-0,5° Abstand Cirrus 9
14.09.87 NL-Utrecht Nebensonnen - - 2000 km/h Wellen wanderten durch Cirruswolken mit Nebensonnen, die dabei verschwanden; zwei Bändergruppen - 10
15.09.87 NL-Dordrecht Nebensonnen - diagonal von rechts oben n. links unten - Wellen schirmten sehr kleine Streifen der NS ab, die dazwischenliegenden Streifen der NS waren zu sehen - 11
15.04.88 D-Schönefeld bei Berlin rechte Nebensonne - - - - einzelner dünner Cirrus 12
17.08.88 NL-Arnhem 120°-Nebensonne, Horizontalkreis - N –› S ca. 3°/s ca. 2-3 Wellen; Skizze - 13
21.02.89 NL-Rhoon Horizontalkreis am Mond - - - Wellendurchgang nach Durchflug eines Flugzeuges; Mond - 14
30.06.90 NL-Arnhem -> Zutphen oberer Berührungsbogen - unten –› 10° nach oben - mehrere Wellen im Cb-Schirm einer Gewitterwolke; Als Auslöser werden Schall- wellen von Donner vermutet Cb-Schirm einer Gewitterwolke 15
15.03.93 NL-Utrecht 120°-Nebensonne - links –› rechts - größere Anzahl von Wellen - 16
18.10.95 D-Soltau, Niedersachsen rechte Nebensonne 5min quer in nord- südlicher Richtung ca. 8°/s gerade oder nur schwach gekrümmte Linie(n); 12 bis 15 Beobachtungen innerhalb 5 Min. u.a. Kondenssteifen 17
20.11.95 USA-Bryce Canon, Utah linke Nebensonne 60s W –› E 3-4°/s ca. 6 Streifen innerhalb der NS, leicht schräge An- ordnung, kurzzeitige Intensitätsschwankungen Cirrus, Cirrocumulus 18
24.10.96 D-Daun, Eifel, Nordrhein-Westfalen rechte Nebensonne 15s rechts von re. NS –› NS ca 1°/s 5° x 7° große Fläche von Wellen; Fotos! Cirrus aus Kondensstreifen 19
21.09.98 D-Aachen, Nordrhein-Westfahlen linke Nebensonne 10s Innenrand NS bis 15°L 2°/s Abstand der Wellen ca. 10-20'; Zwei Bändergruppen inhomogener (chaotischer) Cirrus 20
20.10.98 D-München, Bayern rechte Nebensonne 2s/1s W –› E - ca. ein Dutzend schmale, dunkle Linien mit schräger Anordnung; Zwei Bändergruppen feiner Cirrus, evtl. aus Kondensstreifen 21
14.05.01 D-Graupa, Sachsen Horizontalkreis - S –› N ca. 2°/s 3 bis 5 dunklen Linien, mit einer Ausdehnung von ca. 10'; zwei oder drei "Wellenpakete" Cirrus fibratus 22
12.07.01 D-Chemnitz, Sachsen irisierende Wolke 30s S –› N ca 1°/s ca. 10 Wellen, die zur sofortigen Wolkenauflösung führten; Fotos + Skizzen Cirrus, Cirrocumulus 23
01.07.04 USA-Adams Co. Ohio linke Nebensonne - rechts nach links - mehrere Wellen, sie waren vertikal und gerade ausgerichtet, manche sahen wellig aus, linke Nebensonne war das einzige Halo als die Ripples auftauchten Cirrus 24
11.02.10 USA-Cape Caneveral, Kennedy Space Center, Florida linke Nebensonne - kreisförmig - Start des Solar Dynamics Observatory Cirrus 25
18.04.10 Is-Eyjafjallajökull keine Halos - unten nach oben - Schockwellen bei Ausbruch Cirrus 26
26.03.17 D-Heidelberg, Baden-Württemberg linke Nebensonne ca. 30s - - Streifen bewegen sich mit der Wolke durch die Nebensonne Cirrus 27

Abhandlungen und Berichte über Moving Ripples

- zitiert in Archenhold G.H., 1984: Moving Ripples in solar haloes: are they caused by sound-waves from Meteors?

- Barlow E.W., Meteorological Magazine, Vol. 78, 282-284, 1949: Halo phenomena of July 20, 1949

- Gorrie I.C., Weather, Vol. 21, 392, 1972: Meteorological optical phenomenoa

- McBeath A., 1994: Moving ripples in solar haloes - update. WGN, 134-136

- Burton B.J., Journal of Meteorology, 2:233, 1977: Fast-Moving dark bands crossing the arc of contact

- Archenhold G.H., Lancs Weather 34, 416, 1979: Solar halo - moving dark lines

- Hasubick W. 1997: pers. Mitteilung

- Rendtel J., Die Sterne 65, 58-59, 1989: Beobachtung bewegter Streifen in einem Sonnenhalo

- Hattinga Verschure P.P., Ursa Minor, 2/89, 22

- Seipelt H., Mitteilungen des AKM 21, 33-55, 1996: USA Südwest - ein atmosphärischer Reisebericht

- Rendtel J., Mitteilungen des AKM 21, 181-182, 1996: Halophänomen und "Moving Ripples"

- Molau S., METEOROS 12/98, 215-216, 1998: Beobachtung von Moving Ripples am 21. August 1998

- Gerber C., METEOROS 12/98, 219-220, 1998: Halobeobachtung am 20.10.1998 in München

- Seipelt H., HALO 54, Mai/Juni 1989: "Irdische" Erklärung für bewegte Streifen in einem Sonnenhalo?

- White R., Weather, Vol. 30, 205, 1975: Rapidly moving ripples in cirrus

- Jak S., Bewegende Haloverschijnselen

- Seifert W., Ungeklärte Beobachtungen am Himmel, Beilage zur Wetterkarte des Deutschen  Wetterdienstes 12/1995

- Wünsche, A. Beobachtung einer außergewöhnlichen Haloerscheinung mit Moving Ripples

- Hinz, C., Moving Ripples

- A.Boersma Hoogeveen: pers. Mitteilung

- Michael Ellestadt, Zeichnung

- Cape Caneveral, hier und hier

- Ausbruch Eyjafjallajökull, hier und hier

- Ch. Gerber, Schattenstrahlen in Nebensonne, Haloblog

[1]
Moving Ripples in Solar Haloes: Are They Caused by Sound-Waves from Meteors?
G.H. Archenhold
Q. JL R. astr. Soc. 25, 122-125, 1984

SUMMARY
The normal appearances of solar haloes, which are formed by refraction or reflection of sun-rays by ice crystals floating in the Eart's atmosphere, has been disturbed occasionally by dark ripple-like bands or bars passing through them at the speed of sound. As the first observations of this kind were made in wartime it was thought that bursts of machine-gun fire or bomb explosions were the source of the sound-waves. However, this explanation is not valid in the case of later peacetime observations. The coincidence of the dates of the observed ripple phenomena, with periods of high daytime meteor activity, points to meteors as the source of the sound-waves. Reasons for supporting this hypothesis will be given. To furnish an experimental proof of the proposed hypothesis, it is suggested that sensitive sound-detectors be taken by balloon into the upper troposphere at times of great daytime meteor activity in an attempt to record the sound-waves directly.

1. THE OBSERVATIONS
Although haloes around the Sun and the Moon have attracted the attention of scientists and amateurs for centuries, no descriptions of moving dark bands of the type discussed in this paper have been given before 1944. From that year on, a number of observations made on four different dates have been published. There may have been other sightings and the author would be pleased to receive any reports concerning them. 1.1 The observational data. The first observations of dark bands moving through parts of a solar halo were made independently at Cambridge (I) and at an unspecified airfield in the south of England (2) on 1944 August 9. The bands passed either singly or in groups at irregular time intervals through a parhelic circle which was seen in cirrus clouds that had developed from contrails on a day of much military air activity. Both observers likened the phenomenon to ripples that can be seen on the surface of water that had been disturbed by a gust of wind or a stone thrown into it. Further observations of ripples in a parhelic circle were reported on 1949 July 20 (3) and on 1971 July 20 (4). On 1979 June 17 moving dark lines were seen in an upper tangential arc to the 22°-halo (5). 1.2 Common features of the observed events. The observed bands travelled at very high speed. From their angular velocity and the average height of the cirrus or cirrostratus clouds in which they appeared, it can be inferred that they travelled at the speed of sound. The phenomena occurred in types of haloes which were formed by ice crystals whose axes have a preferred position, either horizontal or vertical, as to make air resistance a maximum whilst the crystals descenden through the air under the pull of gravity. Because Sound-waves will disturb the equilibrium of the crystals, they can produce the observed effect, as has been suggested in (2). According to information kindly supplied by the Chief Librarian of The Times the unnamed author of the article in question was Dr A. Goldie of the Meteorological Office. The batches of waves followed each other at irregular time intervals and did not always have the same direction. W. Holt, whose observation was reported by Barlow (3), even saw waves going in opposite directions at different times.

2. THE ORIGIN OF THE SOUND-WAVES
2.1 The explosion hyphthesis and its rejection. Dr Goldie in the article quoted (2) an everyone else at the time of the 1944 observations assumed that the sound-waves which had caused the observed ripples, originated from either explosions or gun-fire. There had been many examples of fine dark lines or even ripples emanating from sites of explosions. For instance, Dr Goldie reports an interesting observation he had made in France during the Great War. After enemy bombing had set fire to an ammunition dump, the flames from it were reflected by ice crystals so that a pillar of light was seen above the fire by observers 10 miles away. The sound-waves made by the exploding ammunition were rendered visible as dark waves sweeping upwards through the pillar of light. these observations prove that sound-waves from explosions can produce visible effects. After hus 1779 June 17 observation, the author made every effort to find out whether any explosions had occurred on that day which could have been responsible for the phenomenon. Other sources that had to be considered were shock waves from supersonic flights and gun practises. The result of his inquiries was negative (6). Also, the effect of thunder had to be excluded as there were no storms in the neighbourhood at the time. In consequence, the explosion hypothesis had to be rejected in this instance, and the search for another possible source of the observerd sound-waves began.

2.2 The meteor hypothesis

2.2.1 The coincidence of the sound-wave observations with dates og meteor showers. All the dates on which ripples in haloes have been seen fall into periods in which meteor streams are active, in particular the daytime meteors discovered by radar methods (7). Furthermore, noctilucent clouds which, like meteor showers, are connected with the entry of cometary débris into the earth atmosphere, have appeared around June 17 and July 20 on many occasions (8). The other date, August 9, it close to the maximum of the annual Perseid shower.

2.2.2 The intensity and propagation of shock waves from meteors. As meteors usually burn out in the upper atmosphere at heights above 70 km, it may seem surprising that they should have an effect on the ice crystals composing a cloud at a height og only 7-10 km. However, one will have to consider the following facts:

a) The intensity of the shock wave produced by a meteor will notdiminish according to the inverse sqare law, but rather proportionally to distance, because the wavefront is not of a spherical shape but has the form of an extremely narrow cone, at least along most of the length of the meteor's path.
b) The progress of the wavefront is affected by changes in temperature and molecular composition of the atmospheric layers passed through, and also by winds of great speeds which vary with height.
A detailed analysis of the influence of these factors on the direction and the intensity of the sound-waves is outside the scope of this paper and must be left in this field. It may suffice here to point out that the factors mentioned in (b) play a very important part in making the sounds of explosions audible at very large distances outside the so-called zones of silence.

2.2.3 The time intervals between successive ripples. The batches of waves observed in haloes appearat irrregular intervals. Their frequency matches that of meteors of a medium strong shower. For example, 60 daytime meteors per hour were counted on 1947 June 17 at the Nuffield Radio Astronomy Laboratories (9). If we attribute these meteors to the Earth's encounter with the débris of comet Schwassmann-Wachmann 1930 VI, which has a period of 54 yr, a repeat shower was due (after six revolutions) on 1979 June 17, which was the day of the latest sound-wave observation. On that day trains of waves were seen at short intervals, indicating a fairly rich meteor shower.

2.2.4 Reasons for the scarcity of the sound-wave observations. It is generally agreed that the sound-waves in haloes can be seen only when the halo producing layer of ice-crystals is relatively thin (1, 10). This condition rarely exists in normal clouds, but it will be fulfilled by clouds that have developed from contrails. In this respect, it is worth noting that the phenomena observed by the author appeared in such circumstances. This condition also explains why the phenomenon discussed in this paper has not been seen in former years when flights at great heights were uncommon.

3. CONCLUDING REMARKS
If the proposed meteor hypothesis is correct, sound-waves from meteors will reach the troposphere quite frequently. Therefore, it seems worthwhile to take sensitive sound-detectors by balloon into the high troposphere or beyond at times of ptonounced meteor activity in an attempt to register the sound-waves directly. In conjunction with simultaneous meteor observations such an experiment may give conclusive proof of the suspected soun-effects produced by meteors.

REFERENCES
(1) Archenhold, G.H., 1944. Nature, 154, 433.
(2) A correspondent's article, "Tracing sound waves", The Times, 1944 August 31, p. 2.
(3) Barlow, E.W., 1949. Met. Mag., 78, 282-284.
(4) Gorrie, I.C., 1972. Weather, 27, 392.
(5) Archenhold, G.H., 1979. Weather, 34, 476.
(6) Letters from Ministry of Defence and from British Aerospace, 1979.
(7) Lovell, Sir Bernard, 1954. Meteor Astronomy, Oxford University Press.
(8) Archenhold, G.H., 1935 and 1936. Beob. Zirk. astr. Nachr., 17, 37 and 18, no. 25. And Schröder, W., 1966. Beitr. Geophys., 75, 53.
(9) Lovell, Sir Bernard, 1954. Meteor Astronomy, p. 364.
(10) White, R., 1975, Weather, 30, 205.

[2]
Halo Phenomena of July 20, 1949
E.W. Barlow
Meteorological Magazine, Vol. 78, 282-284, 1949

About 1030 BST on July 20m Mr. E. V. Newnham noticed that halo phenomena were in evidence and some members of the staff of the Meteorological Office at Harrow went on to the roof to view the display, which lasted till about 1100. The phenomena seen were the halo of 22°, the two mock suns of 22°, very vividly coloured, a large part of the mock sun ring (parhelic circle) and two whote mock suns on this ring, as shown in Fig. 1. The sky was most favourable for halo production on the west side of the sun, with a very uniform veil of cirrostratus, so thin that the blue of the sky was hardly dimmed, and the bright white western part of the parhelic circle stocd out in strong contrast. Some very delicate threads of cirrus were superimposed and thesed crossed the parhelic circle almost vertically. Elsewhere, the cirrostratus was thicker or altocumulus was present. The halo complex afforded some points of special interest. Halo of 22°. - During the period of my own observation, from 1040 to 1100, the "common halo", was the least persistent and striking of all. I never saw it complete at any on time; it was rather faint and was narrower than unusual, but with more evidence of colour than it generally has. The arc of upper contact was not seen. Parhelia of 22°. - The sun's altutude being 50°, the parhelia were about 10° distant from the halo of 22°. They presented a very remarkable aspect. In all my many previous observations of muck suns I have never seen anything approaching the brilliancy and purity of colour shown on this occasion. The colours were almost of spectrum purity, a quality which the circumzenithal arc, alone of all halo phenomena, normally exhibits. The blue end of the spectrum, which is rarely seen at all in a mock sun, was very clear. Furthermore the purity of colour, implying an absence of overlapping images, resulted in each mock sun being much smaller than usual, and instead of the normal rounded form each was oblong in shape, with the lenght of the oblong inclined at about 43° to the parhelic circle, as shown in Fig. 1. It might perhaps be claimed that the linear projections of the mock sun outside the parhelic circle were the beginnings of the very rare arcs of Lowitz. For a short time the western parhelion developed the well known brilliant white tail along the parhelic circle; this soon faded, without any change in the general intensity of the parhelic circle. The eastern parhelion showed the same vivid colour is the western one, and the same shape and inclination, but was often partly obscured by cloud variation. Parhelic circle. - This was very luminous, with very sharp edges; it usually appears more or less diffuse. It passed through the western side of the halo of 22° right up to the sun: more frequently this part of this circle is absent. The part opposite the sun and most of the eastern side were not seen at all. Paranthelia of 120° (sometimes called parhelia). - The contrast between the frightly coloured oblong parhelion of 22° and the bright white round one further along the parhelic circle was very spectacular. A rough estimate of the distance between the two, compared to the known distance of the parhelion of 22° from the sun, placed the paranthelion as about 120° in azimuth from the sun, as measured round the parhelic circle. Mock suns in approximately this position, in either side of sun, have not infrequently been seen by various observers. For a short time Mr. Newnham and myself saw a short segment of the eastern side of the parhelic circle, with a paranthelion in the middle. This was relatively faint, the cloud being so thick that one would not have expected to see any halo phenomenon on it. The paranthelion was at the same distance from the sun as the western one, as nearly as cloud be judged. Mr. D. F. Bowering, at Croydon Airport, saw the halo and parhelia of 22° and the parhelic circle. Mr. W. Holt, at St. Chads Secondary Boys' School, Tilbury, Essex, saw the same phenomena as those visible at Harrow. In a letter to the Meteorological Office, he states that a rippling movement was seen to pass over the parhelic circle a number of times. At times the rippling movement passed over the whole of the circle, as shown in Fig. 2. At other times the ripples travelled round the circle itself, as shown in Fig. 3. The movement was also seen in the opposite direction. This is a very remarkable observation, of which it is difficult to find in explanation, since the only instances of the rippling of halo phenomena previously recorded occurred during the wars of 1914-18 and 1939-45, when the phenomenon was explained as being due to the waves of alternate compression and expansion of air produced by heavy gunfire or explosions.

[3]
Meteorological optical phenomena
I.C. Gorrie, Charminster, Dorset
Weather, Vol. 21, 392, 1972

I'm writing to you on behalf on my colleagues at work since on Tuesday 20 July 1971 we observed some unusual phenomena in the sky. They were first seen at 15.25 BST and lasted until 15.45. The weather was hot with a westerly wind and a large area of sky was covered by thin cirrus cloud. We saw two sun haloes; one (the smaller) had the sun at ist centre and was rainbow coloured. The second halo was much larger with ist centre to the north-east of the sun, the sun being on the perimeter of the larger halo. At the same time we saw what can only be described as bars or stripes, travelling across the sky and longer than the diameter of the large halo mentioned above. These bars were tapered towards each end and were slightly curved as if their centre was situated towards the east. The bars appeared to have a black centre and gleaming whitish edges. The bars came mainly from the east but were occasionally crossed by one or two from the north-east. The bars travelled very fast first of all sometimes two at a time taking only two seconds before they vanished vertivally overhead. Later they took four two five seconds to travel the same distance and became more regukar in their spacing and timing of following each other. They appeared to travel much faster than could an aercraft.

[4]
Moving Ripples in Solar Haloes - Update
A. McBeath
WGN, the Journal of the IMO 22:4, 1994

 

Three sightings of moving ripples crossing solar halo phenomena not previously widely-known are reported. This brings the total of such events observed to seven.

1. Indroduction
In 1993, I issued a call for observations of moving ripples in solar haloes in WGN (1), and other publications, since if these features are the results of acoustic sound waves from meteors, enhanced activity from the Perseid shower in 1993 August might well have produced further such events. So far, no sightnings have been reported as a result of that shower at least. However, three other observations of moving ripples have come to light, and several groups or individuals have expressed an interest in keeping watch for future sightings, particularly in Finland and Germany. It is to be hoped that the numbers of observed ripple phenomena will increase in the near future.

2. Observations
The first of the new sightings was made at around 13.00 UT on September 7, 1976, when fast moving ripples were seen in the anti-sun direction on a parhelic circle. This observation was made by four observer, Elaine Allchin, Tim Allchin, Bob Cripps, and Sue Haywood, who were on board a barge on the Oxford Canal near Bridge 74 (approximately 5 km south east of the town of Rugby, Northamptonshire, England, l » 1°15' W, j » 52°20' N) at the time. Figure 1 is a reproduction of the original drawning made by Haywood, which shows where the ripples were seen, and what halo phenomena were observed during the course of the day.
The written report also produced by Haywood is reprinted verbatim below (2):
While relaxing in the sunshine after lunch, Elaine saw a rainbow. We all looked up, and were rewarded by the following. (There were high fine misty clouds, drawn out by the wind). When first observed, at 12.45 GMT, the sun was the center of radius of an arc of rainbow. The Sun itself was on a large white circle. The first sun dog seen was opposite the Sun, and was white, as were the two 60° either side of it. These three, and the white circle faded and returned (not all together) more than once. The two rainbow sun dogs were more persistent, as was the rainbow itself. These latter were joined by another rainbow, tangential to the other, and appearing to join the dog. The rainbow and rainbow dogs were visible until sunset. Just before 13.00, fast moving ripples were seen across the white circle.
Without trying to explain all the phenomena seen on September 7, 1976, though it is obvious several refraction haloes (the "rainbow"-coloured features referred to above) and one reflection halo (the "large white circle") were present, the description makes it clear that the ripples were seen only in the white parhelic circle, and that the halo effects were almost certainly in high-altitude cirrus or cirro-stratus clouds (the note of "high fine misty clouds, drawn out by the wind" is an accurate description of cirrus "mare's tail" clouds). The observation tallies well with others of the ripple effect, except that this example suggests the ripples occurred in ordinary tropospheric clouds, unlike the aircraft contrails of the previous four sightings.
The second new sighting was made by Jürgen Rendtel on April 15, 1988, at around 08.34 UT from Schönefeld near Berlin, Germany (l » 13°30' E, j » 52°30' N), when moving ripples were seen for a short time in a sundog to the western side of the Sun (3). Again, this observation of the ripple effect was seen in "ordinary" cirro-stratus clouds, not in a contrail. Rendtel calls into question whether the sound from meteors could be propagated through the atmosphere as described by Archenhold (4), but Archenhold has concluded that the intensity of the sound from a meteor would decrease, not as the square of the distance from the meteor's path, but linearly. He was not able to compute the exact shape of the wavefront that would be produced, however (4, 5).
Finally, the most recent observation was made by Peter-Paul Hattinga Verschure from Arnhem, the Netherlands (l » 5°50' E, j » 52°0' N), on August 17, 1988, when moving ripples were seen in a 120° parhelia on a parhelic circle. This was to the noth-north-west of the Sun. Several other refraction haloes were seen at the same time, so once more, this sighting seems to have been made in cirro-stratus clouds, not a contrail. The ripples moved from north to south, in the general direction of (although not directly towards) the Sun (6).

3. Conclusion
Although this current paper has increased the number of reported sightings of moving ripples seen in solar haloes to almost twice what already existed, more observations are badly needed, especially by instrumental techniques.
It is also important that any other previously-made but so far still unknown reports should be brought to light as soon as possible. It is worrying that Cripps reports his submission of the 1976 sighting was forwarded to several authorities in Britain soon after it was made, but that no one bothered to record or explain the phenomenon (2). Consequently, there was a good chance that but for this present appeal for data, this observation might have been permanently lost. In order to examine fully potential causes of this effect, it is vital that anyone seeing such moving ripples, or coming across other reports of them elsewhere should make them more widely-known. If anyone reading this is aware of any other outstanding observations, please contact me with details.

Acknowledgments
I should particularly like to thank Bob Cripps and Jürgen Rendtel for the communication of their sightings, as well as the three other observers who reported the 1976 event, and also Teemu Hankamäki who sent a copy and translation from the Finish of the Hattinga Verschure sighting. I'm furthermore very grateful to Gunter Archenhold for several fascinating discussion of this phenomenon since 1984.

References
(1) A. McBeath, WGN 21:3, June 1993, p. 86.
(2) B. Cripps, personal communications, 1993.
(3) J. Rendtel, Die Sterne 65:1, 1989, pp. 58-59.
(4) G.H. Archenhold, Quarterly Journal of the Royal Astronomical Society 25, 1984, pp. 122-125.
(5) G.H. Archenhold, personal communications, 1994.
(6) P.-P. Hattinga Verschure, Ursa Minor, 1989, pp. 22-23.

[5]
Fast-Moving Dark Bands Crossing the Arc of contact
B.J. Burton
Journal of Meteorology (UK), 2:233, 1977.

December 15, 1976. Chelmsford, Essex, England. At 1505 GMT, two groups of closely spaced grey bands were seen crossing the upper arc of contact of a 22° halo from left to right. The first group lasted 10 seconds, with a 15-second quiescent period before the second group. The second group lasted about 5 seconds. About 30 straight parallel, regularly spaced bands appeared during the first observation. Moving steadily, they took 2 seconds each to cross the arc of contact. The most likely cause of the phenomenon was thought to be changes in the orientation of the ice crystals that created the upper arc og contact. However, the author could suggest no physical mechanism for producing such unusual motion in the ice crystals.

[6]
Solar halo - moving dark lines
G.H. Archenhold, Horwich, Lancs
Weather 34, 416 (1979)

On Sunday 17 June 1979 several areas of cirrus clouds had developed from aeroplane contrails in the sky over Horwich near Bolton in Lancashire. In these contrails various forms of haloes were observed. I first noticed the ordinary mocksuns of 22° at 1825 BST and later in the evening the upper tangent arc of the 22° halo and parts of the solar pillar were visible. At 2100 BST my attention was fixed on the upper tangent arc becaused of ist straight line appearance which was probably caused ba the striations of the cirrus cloud. Suddenly at 2103 narrow dark vertical lines passed quickly through this arc. The distances between the lines and their intensity were quite irregular. The whole appearance lasted for a few seconds only, but after about half a minute the same happened again. The lines moved from west to east at a speed which I estimated at roughly 2° per second. There were about four lines per degree. In over 50 years of recording haloes I have never seen anything like it. A phenomenon which compares in some respects with the one described above was seen by me and others on 9 August 1944 (Nature, 154, p. 433; and The Times of 31. August 1944). On that occasion the phenomenon appeared in the horizontal ring, the dark bands were broader andevenly spaced.

[8]
Beobachtung bewegter Streifen in einem Sonnenhalo
Jürgen Rendtel, Potsdam
Die Sterne 65, 58-59, 1989

Am 15. April 1988 konnte ich ab 09.20 MEZ in Schönefeld (bei Berlin) in dünner und nur streifenförmiger Cirrusbewölkung eine rechte Nebensonne mit einem etwa 8° langen Schweif beobachten. Um 09.34 MEZ stellte ich für schätzungsweise 20s innerhalb der hellen Fläche der Nebensonne sich langsam von der Sonne wegbewegende „Wellen" fest. Der Abstand der Wellenfronten blieb konstant. Etwa 6-8 Wellen erschienen auf 1° Länge. Der Intensitätsunterschied war bei der Betrachtung mit einer Sonnenbrille auffällig. Das Auftreten der Wellen schien einmal schwächer oder unterbrochen. Nach 09.35 MEZ waren weitere derartige Erscheinungen nicht mehr zu beobachten. Auch im lichtschwachen Schweif waren die Wellen nicht zu erkennen.

Gleichartige Beobachtungen stellt G. H. Archenhold zusammen (1). Die scheinbare Verlagerungsgeschwindigkeit liegt bei etwa 1°/s oder etwas darunter. Im Cirrus-Niveau entspricht dies einer Ausbreitung mit Schallgeschwindigkeit. Die Annahme von Schallwellen als Ursache wurde auch bei den ersten derartigen Beobachtungen im Jahre 1944 gemacht, da zu dieser Zeit militärische Aktivitäten (Explosionen) stattfanden. Terrestrische Quellen scheinen aber auszuscheiden. Archenhold vermutet aufgrund der Daten der Beobachtungen einen Zusammenhang mit Meteorschall während größerer Meteorströme. Es scheint mir jedoch sehr fraglich, die zwar häufigeren, aber lockeren und (meist) mit hoher Geschwindigkeit in die Atmosphere eintretenden kometarischen Meteoride dafür verantwortlich zu machen, da kometarische Meteore Endhöhen über 60 km aufweisen und sich Schall erst unter dieser Höhe auch nach unten ausbreitet. Es kämen daher eher größere und festere Meteoride in Frage, die tief genug in die Atmosphäre eindringen, wie etwa „meteoritenverdächtige" Feuerkugeln. Schallwahrnehmungen bei solchen Objekten werden des öfteren beschrieben (vergl. [2]). Aus den wenigen Beobachtungen bewegter Streifen eine Statistik abzuleiten, ist ohnehin nicht sinnvoll. Der von Archenhold hervorgehobene Befund, daß solche Erscheinungen nur in dünnen haloverursachenden Cirruswolken sichtbar sind, kann nach der Beobachtung vom 15. April 1988 bestätigt werden. Zu bemerken ist schließlich, daß bisher in den Jahren eigener Halobeobachtungen und in der Sektion „Halobeobachtungen" des Arbeitskreises Meteore im Kulturbund der DDR noch keine derartigen Erscheinungen festgestellt wurden. Dies ist meines Erachtens auch ein Hinweis darauf, daß keine Korrelation mit der Meteorhäufigkeit vorliegt, sondern eher die festen, tief in die Atmosphäre eindringenden sporadischen Meteoride als Schallquelle in Frage kommen.

Literatur
(1) Archenhold, G.H.: Moving ripples in solar haloes: Are they caused by sound-waves from meteors? Q.J.R. Astron. Soc. 25 (1984) 122-125.
(2) Knöfel, A.: Meteorschall.Sterne 61 (1985) 356-362.

[9]
Abb. Arnhem
Peter Paul Hattinga-Verschure
17.08.1988
Ursa Minor 2/1989

Arnhemin elokuun näytelmässä nopeasti liikkuvia valojuovia 120° SAurin lävitse. Hollantilaisilla on aiempiakin havainto ja tästä oudosta ilmiöstä ja sen arvellaan mahdollisesti johtuvan ääniaalloista, jotka heilauttaisivat laatta jääkiteitä.

Deutsche Übersetzung:
Im August gab es in Arnhem das Schauspiel schnell beweglicher heller Streifen, die sich durch die 120°-Nebensonne hindurchbewegten. Der Holländer, der diese seltsame Erscheinung wahrgenommen hat, vermutet, daß sie durch Schallwellen und die daraus resultierenden schwingenden Plättchen entstanden ist.

[10]
USA-Südwest - Ein atmosphärischer Reisebericht (Auszüge)
Holger Seipelt, Seligenstadt
Mitteilungen des AKM, 02/1996, S. 33-36

Am 23.11. durchstreiften wir den traumhaft schönen Bryce Canyon Nationalpark. Das Haloreigen begann morgens 07.30 Uhr MST (Mountain Standard Time) mit gewöhnlichen Halos. Interessant wurde es dann um 11.00 Uhr MST, als ich einen Bogen vernahm, den ich zunächst wieder als Parrybogen notierte. Bei weiterer Ausbildung des Bogens wurde ich jedoch stutzig. Ich ließ meine wenig halovorbelastete Begleiterin zeichnen, was sie am Himmel sah und wurde prompt in meinen eigenen Wahrnehmungen bestätigt. Im Gegensatz zum Parrybogen berührte das rechte und einzig sichtbare Ende des Bogens den 22°-Halo. Ich beließ es vorerst bei der Zeichnung und beschloß, nach der Rückkehr Haloliteratur zu befragen (Anm.: wurde später als"oberer kreisförmiger Lowitzbogen" bzw. MOILANEN-BOGEN getauft). Derweil nahm das Spektakel am Himmel seinen Lauf. Zwar bildete sich trotz vorhandener linker 120°-Nebensonne kein Phänomen aus, dafür erreichten die 22°-Nebensonnen eine satte Helligkeit und waren vollständig ausgebildet. Dann zogen die amerikanischen Haloproduzenten alle Register ihres Könnens und produzierten extra für uns europäische Touris bewegte Streifen in der linken Nebensonne! Als ob es in der grandiosen Landschaft nicht schon genug zu sehen gegeben hätte! Die Streifen bewegten sich mit einer Winkelgeschwindigkeit von 3-4° pro Sekunde von West nach Ost. Innerhalb der Nebensonne waren etwa 6 Streifen zu sehen, am ehesten vergleichbar mit einem verkleinerten Abbild von Wogen im Getreidefeld. Ihre Intensität unterlag sehr kurzzeitigen Schwankungen im Bereich von weniger als eine Sekunde. Die Nebensonnen waren ebenso leicht schräg zum Horizont gestellt, wie die Innenseite der Nebensonnen. Wir warteten auf DAS Intensitätsmaximum und verpaßten es fotografisch erneut, denn nach einer Minute war die Show vorbei. Ich habe versucht, die reale Geschwindigkeit der Wellenfronten zu berechnen. Als Anhaltspunkt dienten mir neben der Winkelgeschwindigkeit die zahlreich vorhandenen Kondensstreifen, die allesamt unterhalb des Cirrusniveaus lagen. Gängige Flughöhen liegen bei Langstreckenflügen bei Flugfläche (FL) 390 = 39000 Fuß Standarddruck. Das entspricht wiederum etwa einer Höhe von 9000 m über dem Niveau des Bryce Canyon. Bei 30° Sonnenhöhe ergibt sich eine Verlagerungsgeschwindigkeit von 1074 m/s. Selbst bei ungewöhnlich niedrigen Flughöhen von FL 290 und vergleichsweise niedrigem Ci-Niveau wäre die Wellenfront noch 780 m/s schnell. Im Vergleich zur Schallgeschwindigkeit in diesen Höhenbereichen wären die bewegten Streifen fast viermal so schnell (FL 390) bzw. zweieinhalb mal so schnell (FL 290) wie der Schall. Innerhalb der SHB wurden bewegte Streifen meines Wissens vorher erst einmal beobachtet [8]. Der Vergleich der Beobachtung von Jürgen Rendtel und mir ergibt folgende Gemeinsamkeiten bzw. Unterschiede:

Gleich:

  • Anzahl der Wellenberge innerhalb der Nebensonnen
  • Wellenfronten senkrecht
  • Streifen nicht im Schweif sichtbar
  • Sichtbarkeit jeweils im Kurzzeitbereich (20 s bis knapp 1 min)

Unterschiedlich:
Verlagerungsgeschwindigkeit (J. Rendtel gibt 10 s oder kleiner bzw. etwa Schallgeschwindigkeit an) Etwas später waren die bewegten Streifen noch zweimal zu sehen, beim dritten Mal sogar in einer kaum sichtbaren, weißen linken Nebensonne, nie aber im Schweif. Zwar hatten wir an diesem Tag in mittleren Höhen, also weit unter der Ci-Schicht, auch Jagtflugzeuge sehen können, die als Ursache der Wellen nicht völlig ausgeschlossen werden können, denn sie fliegen ja durchaus im mehr als doppelten Überschallbereich. Insgesamt kann aber über die Ursache der bewegten Streifen nur wieder spekuliert werden. Was fehlt, ist eine größere Anzahl zuverlässiger Beobachtungen. Ihre Seltenheit und geringe Dauer machen ihre Wahrnehmung zum Glückstreffer.

[11]
Halophänomen und "Moving Ripples"
J. Rendtel, Potsdam
Mitteilungen des AKM, 11/1996, S. 181-182

 

In der Woche nach dem Orioniden-Maximum war ich zu einem Aufenthalt am Observatorium Hoher List in der Eifel. Fast während der gesamten Zeit waren Cirren verschiedenster Art am Himmel, besonders nachmittags und abends; erst in der Nacht nahm ihre Ausdehnung und Menge ab, so daß gegen Morgen astronomische Beobachtungen möglich waren. Ein großer Teil der Cirren ging aus Kondensstreifen hervor. Entsprechend häufig waren auch Halos zu sehen, jedoch keine "ausgefallenen" Arten. Also warf ich von Zeit zu Zeit einen Kontrollblick an den Himmel. Am Vormittag des 24. Oktober war ich im nahegelegenen Ort Daun, als um 09.18 MEZ beinahe urplötzlich ein Halophänomen in den zur dieser Zeit eher wenigen Cirren zu beobachten war. Alle sichtbaren Halos waren farbintensiv. Besonders auffallend war die Kombination von 22°-Ring, oberem Berührungsbogen und dem Parrybogen. Der Abstand zwischen 22°-Ring und Parrybogen betrug in diesem Moment recht genau 8°. Selbstverständlich hatte ich meine Kamera zu dieser kurzen Fahrt nicht mitgenommen... Das Phänomen mit 22°-Ring, beiden Nebensonnen, oberen Berührungsbogen, Zirkumzenitalbogen, 46°-Ring und Parrybogen hielt aber an, bis ich wieder am Observatorium war, und noch weit länger. Leider habe ich nicht aufmerksam darauf geachtet, ob der große Bogen "parallel" zum 22°-Ring verlief - ob es sich also tatsächlich um den 46°-Ring oder etwa den Supralateralbogen handelte. Am Nachmittag kamen noch weitere Halos hinzu, hauptsächlich der Horizontalkreis (zeitweise komplett) und - man wird es sich schon denken können - irgendwelche Neben- und sonstige Sonnen. Allerdings erschwerten die wiederum aus zahlreichen Kondensstreifen hervorgegangenen Cirren eine eindeutige Aussage in den meisten Fällen. Nur zwei Aufhellungen waren eindeutig, hell und stabil. Das war zum einen die Gegensonne, aber auch zwei Nebensonnen, die symmetrisch zur Gegensonne für längere Zeit sichtbar waren. Beide zeichneten sich durch einen Blau-Überschuß aus, und bei allem Vorbehalt gegen Freihand-Messungen kam ich immer wieder auf einen Sonnenabstand von rund 140°. (Um genau zu sein: Ich bestimmte den Abstand von der Gegensonne zu etwa 40°). Der Wert ist relativ grob, da die entsprechende Fläche eine merkliche Ausdehnung hatte. Diese Nebensonnen - oder sollte ich besser sagen: durch ihre bläuliche Färbung hervorgehobenen Bereiche - waren eine ziemliche Zeit lang gut sichtbar. Doch plötzlich tauchte etwas auf, was ich vor einigen Jahren bei einer (rechten) Nebensonne beobachtet hatte (1). Eine etwa 5° x 7° große Fläche von "Wellen" trat unmittelbar rechts von der rechten Nebensonne auf - kam also aus Richtung der Gegensonne - und bewegte sich durch/über die Nebensonne. Kamera in Griffweite, angesetzt - sssst, der Autofokus versucht eine Scharfeinstellung, was bei Wolken nie gut geht, also Autofokus aus, manuell auf "¥" - Sekunden vergehen, dann zwei Aufnahmen, bevor die Wellen den Bereich dieser Nebensonnen verlassen und ebenso plötzlich nicht mehr erkennbar sind. Das Ganze mag maximal 15 Sekunden gedauert haben; in dieser Zeit verlagerte sich das Wellenfeld um knapp 10° horizontal. Die Streifen (moving ripples) waren leicht schräg angeordnet und sind auf beiden Fotos sichtbar. Allerdings kommen die Nebensonnen kaum zum Vorschein - vielleicht eine Folge der schon erwähnten bläulichen Färbung? Die Streifen sind in den beiden Bildern erkennbar. Für die hier gezeigte Wiedergabe wurde das vergrößerte Bild (bei etwas dunklerer Kopie schon im Labor - vielen Dank dorthin) gescant und dann der Kontrast verstärkt Als Ursache für die offenbar selten beobachtete Erscheinung der bewegten Streifen wurde von G.H. Archenhold Schallwellen vermutet (2). Eine andere Erklärung ist mir nicht bekannt. Ob es sich um Schallwellen von Meteoren oder von irdischen Quellen handelt, ist ebenso unklar. Im Verlauf des Tages waren - neben den die Kondensstreifen verursachenden Verkehrsflugzeugen - immer wieder tief fliegende Jagtflugzeuge zu beobachten, jedoch nicht in der Zeit von mindestens fünf Minuten vor und nach meiner Beobachtung der moving ripples. Bald darauf verlagerten sich die Cirren weitgehend nach Nordosten, und die Zahl der Haloarten nahm schnell ab. Zuletzt waren gerade noch die gegenüber der Sonne gelegenen Haloarten sichtbar, bis später noch einmal schwächere Halos um die Sonne auftraten.

Literatur:
(1) Rendtel J., 1989: Beobachtung bewegter Streifen in einem Sonnenhalo. Die Sterne 65, 58-59.
(2) Archenhold G.H., 1984: Moving ripples in solar haloes: are they caused by sound waves from meteors?. Ql. J. R. astr. Soc. 25, 122-125.

[12]
Beobachtung von Moving Ripples am 21. August 1998
Sirko Molau
METEOROS 12/1998

Ein Glück, daß in der Aachener Innenstadt so wenig Parkplätze zu finden sind, sonst hätte ich DAS nicht beobachtet!
Der Reihe nach: Der Himmel war hier mit ziemlich chaotischen Cirrus überzogen. Genauer kann ich es leider nicht sagen, weil ich kein Wolkenexperte bin. Auf dem Weg zur Mensa konnte ich den Herrn Kollegen mal ein Halo zeigen. Es waren nämlich beide Nebensonnen schön farbig und hell und das d-Segment vom 22°-Ring zu sehen. Die Halos veränderten sich aber ziemlich schnell, weil der Cirrus sehr inhomogen war. Als ich aus der Mensa zurück kam, war nur die linke Nebensonne zu sehen. Ich stieg in mein Auto, weil ich schnell noch was in der Innenstadt zu holen hatte. Zwei Ampeln weiter sah ich plötzlich, wie sowohl der 22°-Ring als auch der Horizontalkreis wieder auftauchten. Da Häuser in der Nähe sind und ich im Auto saß, konnte ich ihn nur von der Sonne bis etwa 150° Abstand nach links und 30° nach rechts verfolgen. Er war sowohl innerhalb als auch außerhalb des 22° -Ringes zu sehen, jedoch keine Spur von weiteren Nebensonnen. An der linken Nebensonne setzte dazu noch der Lowitzbogen an (farbig), der direkt nach unten rechts zum 22°-Ring reichte. Ich ärgerte mich schon, weil ich im Auto saß und mich nicht richtig umsehen konnte. „Zwei Minuten später bin ich aber eh am Ziel", dachte ich. ... denkste! Da alles voll war, mußte ich noch eine Runde drehen. An der nächsten Ampel war der umschriebene Halo und die linke Nebensonne auszumachen, vom Lowitz keine Spur mehr. Auffällig war, daß die Halos zwar nicht übermäßig hell, aber in besonders reinen Farben erschienen. Etwa 5 Minuten später war ich auf dem Studentenparkplatz - es war 11:51 MEZ. Ich trat unter den Bäumen hervor, guckte nach dem Rechten ... und wurde fast vom Blitz getroffen! Durch die linke Nebensonne bewegten sich ganz deutlich wunderschöne hell-dunkel-Wellen hindurch!! Sie kamen aus Richtung der Sonne, setzten am Innenrand der Nebensonne an und bewegten sich binnen weniger Sekunden bis in den Schweif der Nebensonne, wo sie verblaßten. Doch gleich begannen die Wellen noch einmal am Innenrand und drifteten nach außen, bis sie zusammen mit dem Schweif in etwa 15 Grad Abstand von der Nebensonne verschwanden. Der Schweif war so lang, daß er schon fast wieder als Ansatz zum Horizontalkreis gelten konnte. Das interessante ist, daß die Wellen „nur" in der Nebensonne bzw. ihrem Schweif zu sehen waren. Der umliegende Cirrus war davon überhaupt nicht betroffen. Man könnte meinen, die Nebensonne und die Wellen wären in einer höherliegenden, unsichtbaren Cirrusschicht entstanden. Die Nebensonne sah aber genauso 'zerzaust' aus wie der schon beschrieben chaotische Cirrus, weshalb ich das nicht glaube. Ich schätze, daß die Wellen einen Abstand von 10-20 Bogenminuten hatten. Sie bewegten sich mit einer Geschwindigkeit von vielleicht 2 Grad/s nach außen. Das ganze Spektakel dauerte vielleicht 10 Sekunden, dann war alles vorbei! Wenig später sah ich, daß auch die rechte Nebensonne wieder ganz hell da war. Ich kann jedoch nicht sagen, ob die Wellen dort auch zu sehen waren. Der umschriebene Halo leuchtete danach wieder schwach, aber in sehr reinen Farben. Als ich mich 10 Minuten später auf den Rückweg machte, war noch immer ein Teil vom Horizontalkreis sowie 22°-Ring und umschriebener Halo sichtbar.

[13]
Halobeobachtung am 20.10.1998 in München
Christoph Gerber METEOROS 12/1998

Gegen 9.30 Uhr, als ich das Haus verlassen hatte, zog recht rasch die tiefe Bewölkung nach Osten ab, der Himmel lichtete sich und es zeigten sich hohe Cirren. Deren Feingliedrigkeit ließ mich vermuten, daß sie in Sonnennähe schön irisieren könnten. Das trat jedoch nicht ein. Vielmehr erkannte ich gegen 9.45 Uhr (während der Tramfahrt) in einem recht breiten, aber scharf begrenzten Cirrenstreifen (zunächst für ein Kondensstreifenprodukt gehalten) eine auffällige Aufhellung in der Form eines etwa senkrechten Balkens, der die gesamte Breite (Höhe!) der Cirre umfaßte (ca. 5°, im NW, also etwa 120°). Am Sendlinger Tor (120° durch grobe Richtungsschätzung bestätigt), war er dann als deutlicher Kreis von ca. 3-4° Durchmesser zu erkennen, wobei ich den Eindruck hatte, daß der Randbereich ganz leicht rötlich schimmerte. Beim Bahnhof unterbrach ich dann die Tramfahrt, um am Himmel Ausschau halten zu können (9.55 Uhr). Und was dann folgte, war überwältigend. Die 120°-Nebensonne war leider schon verschwunden, da der verursachende Cirrusstreifen bereits weiter nach Osten gewandert war und damit schon höher als die Sonne stand. Das Südende lief zu diesem Zeitpunkt jedoch in den rechten Nebensonnen-Bereich hinein. Es leuchtete eine ungewohnt große und helle Nebensonne auf. Zunächst war sie balkenförmig; ein etwa 5° hoher Bereich, der zur Sonne hin einen etwa 1-2° breiten rötlichen Streifen aufwies, der scharf begrenzt war. Auf der sonnenabgewandten Seite leuchtete die Nebensonne auf recht großer Fläche hell auf, sie verlief nach oben und unten zu einem hellen weißen Streifen, der sich an den roten Balken anschmiegte; nach rechts lief sie etwas später in den Horizontalkreis aus. Es war gut zu verfolgen, wie sich die Wolkenstrukturen in den Nebensonnenbereich hineinbewegten, hell aufleuchteten, sich dann rötlich färbten und plötzlich in die Farblosigkeit normaler Wolken zurückfielen. Die Nebensonne war so hell, daß sie fast blendete. Zu meiner großen Überraschung überquerte den hellen Nebensonnenbereich plötzlich ein Bündel "Schattenstreifen". Es waren schmale dunkle Linien (vielleicht ein Dutzend oder mehr), die in enger Folge in etwa 1-2 sec von West nach Ost die Nebensonne überquerten. Sie verliefen schräg von links unten nach rechts oben. Das Phänomen erinnerte mich entfernt an die Bilder der "Speichen" des Saturnringes. Wenige Minuten später wiederholte sich sogar die Erscheinung, allerdings war sie jetzt nicht so stark ausgeprägt: die Schattenstreifen waren nicht so dunkel, es waren weniger Streifen und dadurch war die Gesamterscheinung auch kürzer (ca. 1 sec). Wie diese schnell wandernden Schattenstreifen entstanden, vermag ich nicht zu erklären. Sowas habe ich noch nicht beobachtet. Mit dem Sichtbarwerden der Nebensonne war auch der Zirkumzenitalbogen für einige Augenblicke erkennbar, aber als so schmaler Streifen, wie ich ihn bisher noch nicht gesehen habe (ca. Mondbreite, also nur 1/2° bis 1°). Dazu war er sehr blaß. Wenige Minuten später erschien er wieder - in vollster Prachtentfaltung: er zog sich als hell leuchtender "Regenbogen" unterhalb des Zenits dahin. Doch zu meiner rießengroßen Überraschung war er nicht über der Sonne zentriert, sondern über der Nebensonne! Der vollständige Bogen war zu sehen, er begann mit seinem linken Ende knapp links oberhalb der Sonne, wurde zur Mitte hin, die sich über der Nebensonne befand, heller und breiter und endete etwa 25° rechts (also in etwa Sonnenentfernung) oberhalb der Nebensonne. Der ZZB war so prächtig ausgeprägt und auf so einer Linie sichtbar, daß die Zentrierung auf die Nebensonne keine Täuschung sein konnte! Blickte ich in Richtung Nebensonne, saß der Bogen mittig darüber; blickte ich zur Sonne, war der Bogen so weit nach rechts verlagert, daß gerade seine Spitze über der Sonne lag. Dann schwenkte der ZZB nach Osten, und war kurze Zeit später über der Sonne zentriert, also wieder alles normal. Bevor er sich jedoch auflöste, lag der Scheitelpunkt schon weit links (ca. 15°) von der Sonne. Der Scheitelpunkt ist also, obwohl das Wolkenfeld breit genug war, um stets den gesamten ZZB zu zeigen, mit den Wolken von West nach Ost mitgewandert! Auch dieses Phänomen habe ich bisher noch nie beobachten können. Überrascht war ich dann doch wieder, wie diese hellen und kräftigen Erscheinungen innerhalb weniger Minutenbruchteile plötzlich verschwinden (10.05 Uhr). Zwar erwartete ich eine Fortsetzung der Erscheinungen links von der Sonne, aber da war zunächst nichts zu erkennen. Und als sich die Haloerscheinungen so plötzlich verabschiedet hatten, wähnte ich schon, es sei alles vorbei. Ich lief zur nächsten Tramhaltestelle - und bemerkte dort, daß die linke Nebensonne zu leuchten anfing (ca. 10.10 Uhr). Also Tram fahren lassen und weiter beobachten. Außer der Nebensonne war ein 22°-Ring zu sehen, so glaubte ich jedenfalls. Es war ein 15° langer Streifen erkennbar, der bei der Nebensonne begann. Aber er war gerade. Es war eine ganz gerade Linie, und zunächst hielt ich dies für eine optische Täuschung, denn so ein gerades Halo gibt es nicht. Die sonnenzugewandte Seite war wie gewohnt rötlich, nach außen schloß sich ein weiterer Streifen an. Die Nebensonne leuchtete hell und war kugelrund (Ø ca. 3°), die rechte Hälfte rötlich, die linke weiß (an so eine "halbierte" Nebensonne kann ich mich auch nicht erinnern!). Dann war ganz blaß die rötliche Färbung auch oberhalb und unterhalb der Nebensonne zu erkennen. Sie wurde dann allmählich deutlicher und es wurde klar, daß dies der äußere linke Abschnitt des 22°-Ringes war. Und darin "eingeschrieben" war der "gerade Bogen"! Jetzt konnte kein Zweifel mehr bestehen, die Gerade war nicht Teil des Kreises, und sie war real. In der folgenden Zeit verblaßte die Gerade in dem Maße, wie das Segment des Bogens stärker wurde. In dem Moment, in dem beide gleich stark (besser gesagt: gleich schwach!) waren, war mir klar, daß ich hier ein Phänomen beobachtet habe, daß vermutlich noch nicht dokumentiert ist. In dem Moment bereue ich es aufs Äußerste, daß ich keine Kamera dabei hatte. Diese einzigartige Chance war vorbei. Am Ende der Erscheinung (um 10.15 Uhr) war die Nebensonne bereits verschwunden. Aber es leuchtete das daran anschließende etwa 15° lange Segment des Horizontalkreises hell weiter. Und: blaß zu erkennen war jetzt die "untere Gerade". Auch hier hatte ich den Eindruck, daß die rötliche Linie eine Gerade sei und nicht ein Segment des kleinen Ringes. Wenige Augenblicke später war auch dies alles vorbei - und ich fuhr nach Moosach weiter.

[14]
"Irdische" Erklärung für bewegte Streifen in einem Sonnenhalo?
H. Seipelt
HALO

Am 24. Juli 1989 konnte ich in Lindenberg gegen 19 MEZ folgende Erscheinung beobachten: Im Cirrusniveau bewegte sich ein Militärflugzeug mit hoher Geschwindigkeit. Dabei entstand gemäß dem Huygensschen Prinzip eine Kopfwelle. Diese pflanzte sich innerhalb der Eiskristallwolke fort und wurde dadurch gut sichtbar. Die gesamte Wellenfront bestand aus drei Einzelwellen, etwa 20° nach dem ersten folgte ein identischer zweiter Kegel, der Machsche Winkel (halber Öffnungswinkel des Machschen Kegels) betrug etwa 60°, was gemäß der Beziehung sing = c/v bedeutet, daß das Flugzeug etwa mit 1,2-facher Schallgeschwindigkeit flog (c ist die Schallgeschwindigkeit, v die Eigengeschwindigkeit des Flugzeuges). Worin liegt nun die Vermutung der Verbindung zu bewegten Streifen in Halos begründet? Prinzipiell besteht zwischen dem Machschen Kegel eines Meteoriten und dem eines Flugzeuges kein Unterschied. Lediglich der Öffnungswinkel j ist eine Funktion der Eigengeschwindigkeit eines Körpers. Die Schallgeschwindigkeit bleibt etwa konstant, denn das Höhenniveau und damit die Luftdichte sind annähern konstant. Offenbar handelte es sich bei der Beobachtung um einen nahezu idealen Kegel, d.h. nicht jeder wird überhaupt als solcher bzw.generell erkennbar sein. Daher muß bei den in HALO 51 aufgeführten Beobachtungen bewegter Streifen die Schallquelle Flugzeug nicht unbedingt erkannt worden sein. Würde man Flugzeuge jedoch als einzige mögliche Schallquelle ansehen, so fände sich keine Erklärung für Archenholds Beobachtung vom 09.08.1944, da zu dieser Zeit keine Flugzeuge routinemäßig im Überschallbereich flogen. Vielmehr bilden sie erst seit der zweiten Hälfte der vierziger Jahre eine mögliche Ursache für Wellen in der Atmosphäre, die wiederum bewegte Streifen hervorrufen können. Für bewegte Streifen kommt wahrscheinlich ein Komplex natürlicher und künstlicher Ursachen in Frage.

[15]
Rapidly moving ripples in cirrus
R. White
Weather, Vol. 30, 205, 1975

While thumbingthrough earlier issues of Weather recently, I chanced upon the letter by I.C. Gorrie in the Sptember 1972 issue. This described a halo of 22° and what was probably a parhelic circle, though the Editor did not feel able to commit himself to such a description. Being personally more interested in optics than dynamics, I paid only passing attention to the second part of the letter. This described curious bands or stripes which swept across the sky in a matter of seconds. Some time later, while researching a completely unrelated article, I looked up E.W. Barlow's contribution on some haloes seen in 1949 I was astonished to find a description of what appeared to be the same phenomenon. I had read Barlow's article some time ago, but had not previously made the association. The conditions were very similar: a halo of 22° and a parhelic circle were visible, together with parhelia (the sun was probably too high for Gorrie to see these). Barlow described ripples sweepingacross the sky, or sometimes apparently along the parhelic circle, which are surely identical with Gorrie's bands or stripes. Barlow noted that such phenomena had been seen in the First and Second World Wars, and attributed them to shock waves from bursting bombs and shells. It is interesting to note that Gorrie's bands were curved as if their centre was situated towards the east'. The tapering towards each end, which was also noted, was probably a perspective effect. Were any detonations taking place to the east? It must seem that the connection between the haloes and the ripples is indirect, probably that the ripples are a visual manifestation, only possible in thin cirrus, og some dynamic phenomenon

[16]
Bewegende Haloverschijnselen
Jak, S.
persönl. Mitteilung

13 Mai 1987, Wolfheze
Labiles Wetter, Luftdruck 1004 hPa, Regen, Hagel und Gewitterwolken. Im oberen Bereich einer Gewitterwolke die nach Süden zog, wurde eine sich bewegende Haloerscheinung wahrgenommen. Dieses Halo 'verschwand' seltsamerweise hin und wieder bei einem Blitz (die Blitze waren als das bekannte Knacken/Krachen auf der Mittelwelle des Radios zu hören, der Blitz selbst war nicht sichtbar). Danach verschwand das Halo. Nach ca. 15 Sekunden war das Halo wieder gleicher Form zurück um wiederrum bei einem folgenden Blitz zu verschwinden. Das geschah noch zwei mal (sichtbar), danach verhinderte tiefere Bewölkung die Beobachtung. Von dem Ganzen sind Zeichnungen und Fotos angefertigt worden. Die Beobachtungszeit war von 12:44 bis 12:48 UTC, Beobachter Stefan Jak (Verfasser). Aus der Analyse der Fotos scheint es sich um einen Abschnitt des umschriebenen Halos zu handeln, was an der typischen dreieckigen Form zu sehen ist. Es ist denkbar das die elektrische Entladung die Bewegung der Kristalle durch eine Veränderung der Ladung (Umpolung?) verändert und diese darauf durch ein allgemeines Schwingen der Kristalle wieder in die ursprüngliche Bewegung versetzt werden, wodurch die typische flackernde Bewegung entsteht. Es ist auch denkbar das es sich hier nicht um ein Halo handelt sondern um eine 'elektrische Erscheinung, als eine Art 'Super' Sankt Elmsfeuer. Nach den Aufzeichnnungen dieses Tages zeigt sich, das der Wind in dieser Luftmasse, die sehr labil war - bis in große Höhen kaum zunahm. Die Obergrenze der Gewitterwolke , in der die Erscheinung stattfand, sollte nach dem atmosphärischen Zustand zu diesem Zeitpunkt bei ca. 8-9 km gelegen haben bei einer Temperatur von ca. -43°C. Die Blitze waren, wie bereits gesagt, nicht sichtbar und wahrscheinlich weit entfernt von der optischen Erscheinung. Eine gesicherte Ursache für diese Erscheinung kann noch nicht angegeben werden. Siehe auch die Beobachtung vom 30. Juni 1990 durch Peter Paul Hattinga Verschure. Soweit bekannt sind das die einzigen zwei Beobachtungen (und einzigen zwei Beobachter) des Ganzen. Dabei sei bemerkt, das es nicht um die präzise Form des Halos geht (es waren nach aller Wahrscheinlichkeit allgemein bekannte Halo-Formen), sondern um die Bewegung in der Nachbarschaft zu einem Gewitter.

14. September 1987, Utrecht
Herr de Boer sah gegen 14:15 UTC zweimal Gruppen von Wogen mit großer Geschwindigkeit (geschaetzt 2000 km/h) durch Cirruswolken mit Nebensonnen wandern, wobei die Nebensonnen verschwanden. In der Nachbarschaft der Wolken waren später Flugzeuge anwesend.

15. September 1987, Dordrecht
Herr Dillenite sah sich bewegende Wellen durch eine Nebensonne wandern, als ob kleine Streifen diagonal von rechts oben nach links unten vor der Nebensonne liefen: sie schirmten sehr kleine Streifen von der Nebensonne ab während die dazwischen liegenden Streifen der Nebensonne wie gewöhnlich zu sehen waren.

17. August 1988, Arnhem
Im Horizontalkreis sah Peter Paul Hattinga Verschure um 12:07 Uhr plötzlich 2 bis 3 Wellen durch die 120°-Nebensonnen und den angrenzenden Teil des Horizontalkreises wandern. Mit einer Geschwindingkeit von geschätzten 3° pro Sekunde bewegten sie sich von Nord nach Süd. Auch über und unter dem Horizontalkreis waren sie noch zu verfolgen.

21. Februar 1989, Rhoon
Beobachter Hein Dingemans sah in einem besonders stark ausgeprägten Mondhalo (siehe auch WEERSPIEGEL 4/1989) einen kurze Störung des Horizontalkreises in Form von Wellen, nachdem dort ein Flugzeug hindurch geflogen war.

30. Juni 1990, zwischen Arnhem und Zutphen
Eine einigermassen vergleichbare Erscheinung wurde erstmals am 13. Mai '87 in Wolfheze wahrgenommen. Peter Paul Hattinga Verschure nahm gegen 20:20 Uhr eine Bewegung in einem Teil des Halos an der Obergrenze einer (Gewitter-) Schauerwolke wahr. Im 'Weerspiegel' (Sep. 1991) ist ein ausführlicher Bericht abgedruckt. Im einem Teil des oberer Berührungsbogens (wahrscheinlich) lief eine Welle ca. 10 Grad nach links oben, um danach wieder stillzustehen. Einige Minuten konnte PPHV der Erscheinung folgen (er war mit dem Zug zwischen Arnhem und Zutphen unterwegs). Er nahm dabei eine ganze Reihe Wellen war. Die ganze Erscheinung spielte sich in einem Himmelsgebiet von durchschnittlich etwa 20 Grad, ungefähr 25 Grad rechts obenhalb der Sonne gelegen, ab. Die Erscheinung blieb farbig, wie man es bei einem oberen Berührungsbogen gewohnt ist. Später war noch ein Stück des (wahrscheinlich) oberern seitlichen Berührungsboges des 46°-Rings zu sehen, der sich auch bewegte. PPHV konnte durch seine Beobachtung im Zug nicht beurteilen ob es zu diesem Zeitpunkt zu Blitzentladungen kam. Es ist deutlich das die Gewitterwolken mit einer sehr aktiven und scharf begrenzten Kaltfront zusammenhingen. Vorausgeganngen war eine Konvergenzlinie. Die Situation führte in nahezu ganz Holland zu Gewittern, die plötzlich in Gesellschaft von Böenwalzen, Hagel und Windstössen auftraten. 98 % der Gewitterbeobachter der WWA meldeten an diesenmTag Gewitter (durch nahezu ganz Holland).

15. März 1993, Utrecht
Gegen 15:15 Uhr waren die 120°-Nebensonnen zu sehen. Durch diese bewegten sich für einen Moment plötzlich eine Anzahl von Wellen von links nach rechts (Beobachter: AB).

Übersetzung aus dem Holländischen: Andre Knöfel

[17] Ungeklärte Beobachtungen am Himmel Walter Seifert Beilage zur Wetterkarte des Deutschen Wetterdienstes 12/1995

Am 18. Oktober stand ich gegen 12.40 Uhr am südlichen Ende in der Haupteinkaufsstraße der
niedersächsischen Kleinstadt Soltau. Am Himmel sah ich etwa 15-20° östlich der Sonne eine sogenannte
Nebensonne, wie ich sie früher hin und wieder einmal gesichtet hatte. 40 Minuten konnte ich diese
Erscheinung vom Steuer meines Wagens aus und etwas weiter südlich auch noch einmal westlich der
eigentlichen Sonne sehen. Meine ungewöhnlichen Beobachtungen konzentrieren sich auf etwa 5 Minuten
gegen 12.40. Ich hatte Zeit zur gründlichen Beobachtung der Nebensonne. Plötzlich bemerkte ich in der
Nähe der Nebensonne eine lange weiße Linie; entweder eine Gerade oder eine nur sehr schwach
gekrümmte Linie. Verlauf  in nordsüdlicher Richtung. Am besten läßt sich diese Erscheinung im Vergleich
zu den an sonnigen Tagen oft zu beobachtenden Kondensstreifen beschreiben, zumal auch in diesem
Moment am südlichen Himmel zwei ausgeprägte "normale" Kondensstreifen und die hochfliegenden
Flugzeuge erkennbar waren. Mein "Streifen anderer Art" wich davon ab:

  • er tauchte etwa 15° westlich der Nebensonne auf, wanderte nach Osten und verblaßte 15-20° östlich der
  • Nebensonne.
  • Dieser Streifen war schmaler und bei weitem nicht so kräftig ausgeprägt wie die Kondensstreifen der
  • Flugzeuge
  • "Mein" Streifen bewegte sich irrsinnig schnell zu seiner Achse in nord-südlicher Richtung quer
  • "Mein" Streifen war vielleicht nur halb so lang oder noch kürzer als die meisten Kondesstreifen
  • Jeder Streifen war trotz des erheblichen von meinem Standpunkt aus zurückgelegten Winkels von 30 bis
  • 40 ° bereits nach 4 bis 5 Sekunden verblasst
  • Anders als normale Kondesstreifen begann das Verblassen nicht an einem vom Flugzeug entfernten
  • Punkt, sondern am oberen und unteren Ende
  • diese Beobachtung wiederholte sich innerhalb von etwa 5 Minuten 12 bis 15 Mal. Einmal kam gleichzeitig
  • eine "Staffel" von drei Parallelen, einmal eine von zwei. Das andere waren Einzelbeobachtungen in länger
  • werdenden Intervallen

Wären diese merkwürdigen Streifen in ähnlicher Höhe wie die Flugzeuge und deren Kondensstreifen gewesen, so müßte das einer Geschwindigkeit von mehreren Mach entsprechen. Anders als Kondensstreifen in turbulenten Luftströmungen zeigten meine Streifen keinerlei Zerfaserungsansätze.

Der Leiter der Geophysikalischen Beratungsstelle in Faßberg, Dipl.-Met. Glawe teilte mit, daß es in Munster
Truppenübungsplätze gibt. Da diese Plätze nicht nur von der Bundeswehr, sondern auch von den NATO-
Partnern genutzt werden, kommen dort auch Waffen und Munition zum Einsatz, über die die Bundeswehr
nicht verfügt. Es ist keineswegs ungewöhnlich, daß Artilleriegeschosse sich mit Überschallgeschwindigkeit
bewegen. Soweit bekannt ist, finden dort auch ballistische Experimente von nichtmilitärischen Institutionen
statt.

[18] Beobachtung einer außergewöhnlichen Haloerscheinung mit Moving Ripples

Beobachtungsort: Graupa (bei Pirna), Südlich von Dresden
Datum/Uhrzeit: 14. Mai 2001, 12.50 MESZ

Der Tag begann mit hohen und recht dichten Schleierwolken, die im Laufe des Vormittags abnahmen. Wie an den Vortagen zeigte sich daraufhin ein recht klarer, azurblauer Himmel, der von einzelnen Cirren geschmückt war. Für diesen Tag war noch schönes Wetter angekündigt. Erst am Abend und am Folgetag sollten Schauer und Gewitter einen unbeständigen Witterungsabschnitt einleiten. Der Wind hatte merklich aufgefrischt und kam aus südlichen Richtungen das Elbtal entlang.

Gegen mittag bemerkte ich eine Cirruswolke (federförmig; ca. 20° Ausdehnung), die in nördlicher Richtung hoch am Himmel stand. Sie änderte langsam ihre Form und zog langsam nach Osten oder Südosten. Zunächst hielt ich einen besonders hellen Teil im Zentrum der Wolke für besonders dicht, da er auffällig hell und weiß leuchtete. Doch nach kurzer Zeit stellte sich heraus, dass durch die Wolke ein Teil eines Halobogens o.ä. verlaufen musste, denn an den Rändern waren blasse Farbsäume auszumachen. Da die Wolke weiter in den Bogen hineinwanderte, wurde der sichtbare Teil des Bogens größer. Der Bogen erschien nicht sonnen- sondern zenitzentriert zu sein.
Als der Bogen seine grösste Ausdehnung erreichte, bemerkte ich ein weiteres Phänomen. Mehrmals (2 oder 3mal) liefen schnell wellenförmige Schatten über den nordwestlichen Teil des Bogens. Die Wellen querten den Bogen von Süd nach Nord bzw. vom Zenit zum Nördlichen Horizont. Ein "Wellenpaket" bestand aus ca. 3 bis 5 dunklen Linien, die nur eine Ausdehnung von ca. 10' hatten. Die "Wellenpakete" folgten in kurzen Abständen. Die Geschwindigkeit war dabei erstaunlich hoch (ca. 2° pro Sek.).

Durch die nachträgliche Recherche in Literatur (SuW 10/1999), Internet (Satelitenbilder) und Astrosoftware (TheSky; Halo) kann ich noch folgende zusätzliche Angaben machen:

   1. der sichtbare Teil des Halos war offensichtlich Teil des Horizontalkreises,
   2. der Sonnenstand betrug ca. 57°,
   3. die Auswertung der DLR Satelitenbilder von ca. 5.00 Uhr UT und 14.00 Uhr UT ergab in der Umgebung keine größeren Gewitterwolken,
   4. Millitärflieger mit Überschallgeschwindigkeit wurden an diesem Tag keine bemerkt,
      dem "Moving Ripples" konnten keine anderen akustischen oder optischen Ereignisse (Donner, Detonation, usw.) zugeordnet werden.

[20]

A.BoersmaHoogeveen( Holland ) - persönliche Mitteilung:

Am 15 - 8 - 1944 wurde der Flugplatz Deelen, noerdlich von Arnheim von EnglischeFlugzeuge bombardiert.Dabeiwurden auch Bomben mit Zeitzuender abgeworfen.GegenAbend ertoenten noch immer Explosionen.Synchron mit diese Explosionen warenam Himmel  schnell bewegende, leicht gebogen dunkelgraue Baender zusehen.Abstand vom Flugplatzca. 17 kilometer, windstill, wolkenlos,ca. 1 Stunde bevor Sonnenuntergang.Eswar das einzige Mahl dass ich dieses Phenomaen gesehen habe.  

Schattenstreifen in der Nebensonne

Am Nachmittag zeigten eine Reihe aufeinanderfolgender Cirren Haloerscheinungen in Form der (linken) Nebensonne. Ich beobachte vom Balkon aus und –wie meistens– machte Fotos und Fotos. Meistens nur für's "Archiv". So staunte ich nicht schlecht, als ich plötzlich eine äußerst seltene Erscheinung bemerkte: in einem Teil der Nebensonne stand plötzlich ein Bündel "Schattenstreifen"!!! Bisher hatte ich diese ein einziges Mal erlebt, und zwar vor etwa 20 Jahren. Bei einem München-Aufenthalt sah ich ein Bündel dunkler Streifen eine Nebensonne durchwandern. Ich war völlig verblüfft – so etwas hatte ich noch nie gesehen, auch noch nicht davon gehört. Aber es war nicht die erste Erscheinung dieser Art. Früher gab es mal auf der AKM-homepage eine Seite mit der Zusammenstellung aller Berichte dieser Erscheinung – wo ist sie jetzt zu finden? Berühmt wurde der Fall, als eine Rakete nach dem Start eine Cirrenschicht durchstieß und dabei eine Nebensonne "vernichtete".

Jedoch gab es einen großen Unterschied zu der heutigen Beobachtung: heute waren es keine wandernden Streifen (wie alle Berichte bisher), sondern unbewegliche: sie wanderten mit der Wolke mit. Die Fotos zeigen, dass nur ein recht kleiner Bereich der Cirre von der Erscheinung betroffen war; und dass die Streifen tatsächlich "stationär" in Bezug auf die Wolke waren. Da ich gerade am fotografieren war, ist dies auch sehr schön auf den Bildern nachzuvollziehen: Als dieser Wolkenabschnitt den Bereich der Nebensonne durchwanderte, zeigten sich diese ominösen Streifen, außerhalb waren sie wieder weg. Die Dauer der Erscheinung betrug nur knapp über 30 Sekunden! Das war echt ein Glückstreffer!!! Visuell waren sie (für mich) auffallend, und daraufhin hatte ich hereingezoomt. Es war also nicht so, dass ich die Erscheinung erst auf den Bildern entdeckt hätte. Dennoch bin ich froh, dass die Bilder (alle unbearbeitet, nur ausgeschnitten!) die Erscheinung so gut festgehalten haben und wiedergeben. Man kann auch schön erkennen, dass die Intensität der Streifen mit der der Nebensonne korreliert.

Das war ein echtes "Sahnehäubchen" auf solche 0-8-15-Halos wie heute!! Also: es kann sich immer lohnen, auch wenn sich gar nichts besonderes abzeichnet. Und das entschädigt für "stundenlange" Haloknipserei, bei der normalerweise nichts auffälliges passiert ...

 

 

Bild 1: 15:23:16 - da wurde ich auf die Streifen aufmerksam

Bild 3: Überarbeiteter Ausschnitt aus Bild 2

Bild 2: 15:23:22 - herangezoomt, maximale Ausprägung

Bild 3: 15:23:28 - immer noch auffällig, aber schwächer