Koronale Löcher

Foto: SDO-Satellit (NASA)

Koronale Löcher

Koronale Löcher (eng. Coronal Holes) oder auch kurz CH genannt, sind Gebiete auf der Sonnenoberfläche, aus denen Plasma mit hoher Geschwindigkeit austritt. Sie sind kälter als der Rest der Sonnenoberfläche und besitzen einen geringeren Druck. Die Magnetfeldlinien um ein koronales Loch herum sind nicht geschlossen, sondern reichen in den Raum hinein. Somit kann das Plasma ungehindert und schnell ins All strömen. Trifft der Sonnenwind eines CH die Erde, kann dieser helle Polarlichter erzeugen.

Im Gegensatz zu Sonnenflecken sind koronale Löcher langlebiger und überdauern meist mehrere Umdrehungen der Sonne.

Koronales Loch

Koronales Loch am Mai 2013 aufgenommen vom Satelliten STEREO B

Koronales Loch

Zwei Koronae Löcher am 01.08.2013 aufgenommen vom SDO-Satelliten

Koronale Löcher erkennt man an dunklen Gebieten auf der Sonnenoberfläche auf den Röntgenaufnahmen der Beobachtungssatelliten. (Siehe Bild oben) Dabei gilt: Je größer und erdgerichteter das CH ist, desto stärker sind die Auswirkungen auf der Erde zu spüren und desto wahrscheinlicher ist die Chance auf Polarlicht. Das Eintreffen des Sonnenwindes aus einem CH geschieht wie bei Flares oder Filament Eruptionen nicht schlagartig, sondern die Werte am ACE-Satelliten bauen sich langsam auf.

Die Auswirkungen eines Koronalen Lochs erkennt man an einer charakteristischen CH-Signatur auf den Graphen des ACE-Satelliten:

  1. Zuerst steigt die Teilchendichte bis auf ein Maximum an.
  2. Kurz darauf beginnt sich des IMF zu ändern. Bx, By und Bz nehmen zu.
  3. Die Teilchendichte nimmt ab und die magnetische Störung beruhigt sich
  4. Während Teilchendichte und die Stärke des IMF abnehmen, steigt die Geschwindigkeit des Sonnenwindes über mehrere Tage hinweg an und fällt dann langsam ab.

Die Signaturen, die zu den obigen gezeigten Koronalen Löchern gehören, werden in den beiden folgenden Graphen gezeigt.

CH Signatur

CH Signatur Anfang Juni 2013

CH-Signatur

CH-Signatur vom Polarlicht am 04.08.2013

In den Jahren 2015 und 2016 konnte durch kontinuierliche Beobachtung des AKM e.V. gezeigt werden, dass auch Koronale Löcher regelmäßig zu Polarlicht-Nachweisen in Deutschland führen. Die geomagnetischen Stürme fallen jedoch eher moderat aus, so dass das Polarlicht meistens nur fotografisch oder im hohen Norden Deutschlands nachzuweisen ist.

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