Bei Giant Blue Rays (GBR) handelt es sich um außergewöhnlich hochreichende Polarlichtstrahlen. Normalerweise tritt Polarlicht in Höhen von unter 600 km auf. Das liegt daran, dass in den höheren Atmosphärenschichten nicht mehr genügend Luftmoleküle vorhanden sind, um das Polarlicht sichtbar zu machen. Die Giant Blue Rays können eine Höhe von bis zu 3500 km erreichen. Ihre Erscheinungsbild ist, wie der Name schon suggeriert, blau bis violett. Die Farbe deutet auf Emission von Stickstoff Molekülen hin, bei der Licht mit einer Wellenlänge von 428 nm entsteht.
Bis jetzt konnte noch keine Ursache für das Phänomen der GBRs gefunden werden.
Eine Auswertung von GBRs aus Deutschland wurde von Michael Theusner im AKM-Forum veröffentlicht.
Das SAR (Stable Auroral Red) Polarlicht wurde erst im Jahr 1956 entdeckt. Der Grund hierfür ist, dass dieses Polarlicht kaum für das menschliche Auge sichtbar ist. Es zeichnet sich durch einen schwachen roten Polarlichtbogen aus, der sich vom Westhorizont, über den gesamten Himmel bis zum Osthorizont erstreckt und relativ langlebig ist. SAR Polarlicht emittiert rotes Licht in einer Wellenlänge von 630 nm und entsteht in der Ionosphäre in ca. 400 km Höhe. Für die Entstehung sind Elektronen verantwortlich.
Die Abkürzung STEVE steht für Strong Thermal Emission Velocity Enhancement. Die Leuchterscheinung tritt südlich des Polarlichtovals (Nordhalbkugel) auf. Es erscheint in Form eines schmalen violetten und grünen Bandes am Himmel. Typisch für STEVE ist das Auftreten von grünem Polarlicht in Form eines "Lattenzauns" unterhalb des Bandes.
Bei STEVE handelt es sich streng genommen nicht um Polarlicht. Es entsteht in einer Höhe von ca. 450 km in der Ionosphäre und wird durch einen untypisch schnellen und heißen Ionendrift hervorgerufen. Es wurde von Amateurwissenschaflern beobachtet, dass sich SAR-Bögen in STEVE und zurück wandeln können.
Die erste Beschreibung des STEVE Phänomens wurde im Jahr 2018 veröffentlicht.
Nachweise von STEVE in Deutschland (Auswahl):
Das RAGDA (Red Arc with Green Diffuse Aurora) Phänomen tritt in Form von alleinstehenden grünen Flecken auf, die in ihrer Helligkeit pulsieren. Außerdem zeichnet es sich durch tiefrote Bögen aus, die südlich (Annahme, das Polarlicht tritt auf der Nordhalbkugel auf) des Polarlichtovals auftreten.
Das RAGDA Polarlicht wurde erst im Jahr 2022 in der folgenden Publikation beschrieben: "Nishimura et al. (2022). Interaction Between Proton Aurora and Stable Auroral Red Arcs Unveiled by Citizen"
Nachweise von RAGDA in Deutschland (Auswahl):
Die sogenannte Dune Aurora (Dünen-Polarlicht) wurde erstmals im Jahr 2015 anhand einer finnischen Beobachtung beschrieben. Sie zeigt sich als feine, nahezu parallel verlaufende Streifen, die wie Sanddünen oder Wellen am Himmel erscheinen. Diese Strukturen sind meist grünlich und unterscheiden sich deutlich von den klassischen, bewegten Vorhängen der Aurora Borealis.
Charakteristisch für die Dünen-Aurora ist ihre ruhige, klar strukturierte Optik. Die Streifen verlaufen häufig horizontal oder leicht schräg über große Teile des Himmels hinweg und bleiben über längere Zeit stabil. Bewegungen sind zwar vorhanden, jedoch sehr subtil. Diese Polarlichtform tritt in einer Höhe von etwa 100 Kilometern auf. Wissenschaftlich wird die Dünen-Aurora mit atmosphärischen Schwerewellen in der oberen Atmosphäre in Verbindung gebracht.
Link zur Publikation: https://agupubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1029/2019AV000133
Nachweise von Dune Aurora in Deutschland: