Beobachtungshinweise

Hinweise für den visuellen Meteorbeobachter

Februar 2024

Der erste interessante große Strom des Jahres, die Quadrantiden, ist bereits vorbei und es schließen sich im Monat Februar geringe Fallraten der Sternschnuppen vor allem sporadischer Natur an. Die meisten einzelnen Strommeteore kommen aus dem Komplex der Anthelionquelle, wobei nur maximal vier Meteore pro Stunde sichtbar sind. Für Beobachtungen der geringen Aktivität bietet sich die erste Monatshälfte an, da sich danach der zunehmende Mond störend bemerkbar macht.

Anfang Februar sind noch bis zum 4.2. die Comae-Bereniciden zu beobachten, wobei der kleine Strom bereits seit Anfang Dezember letzten Jahres aktiv ist. Seine Raten bewegen sich im Bereich von 3 Meteoren je Stunde.

Januar 2024

Das Neue Jahr bietet mit den Quadrantiden (QUA) den ersten interessanten Strom am Firmament, sein Maximum tritt am 4. Januar gegen 10 Uhr Ortszeit ein. Der abnehmende Mond steht zum Maximumszeitpunkt im Sternbild Jungfrau und beeinträchtigt in der zweiten Nachthälfte mögliche Beobachtungen. Es könnten ohne Mondstörung bis zu 80 Meteore pro Stunde beobachtet werden, wobei hier Variationen zwischen 60 und 200 Meteore je Stunde auftreten können. Die Aktivität erstreckt sich noch bis zum 12.1., wobei in den Tagen nach dem Maximum in den vergangenen Jahren gehäuft helle Feuerkugeln beobachtet werden konnten. Die Bedingungen sind dafür günstiger als zum Maximum.

Die Kappa-Cancriden (KCA) sind auch in diesem Jahr aktiv. Die Position des Radianten (alpha=138°, delta=9°) mit erhöhter Aktivität aus dem Jahre 2015 wird am 10. Januar gegen 11 Uhr Ortszeit erreicht. Er befindet sich ca. 20 Grad südwestlich des Radianten der Anthelion-Quelle. Mögliche Strommeteore haben mit ca. 47 km/s eine auffallend höhere geozentrische Geschwindigkeit als die Meteore aus der Anthelion-Quelle (ca. 30 km/s).

Nach der Aktivität der Quadrantiden beginnt der Strom der Gamma-Ursa-Minoriden (GUM) seinen kurzen Aktivitätszeitraum. Zum Maximum um den 19. Januar erreichen die Raten ca. 3 Meteore je Stunde. Der Radiant ist zirkumpolar und die Bedingungen sind vor allem in der zweiten Nachthälfte günstig.

Im Bereich der Ekliptikebene sind Strommeteore weiterhin zu beobachten, das Zentrum des als Anthelion-Quelle bezeichneten Radiantengebietes verlagert seinen Schwerpunkt bis zum Monatsende in das Sternbild Löwe.

Dezember 2023

Zum Start in den Wintermonat ist der Strom der November-Orioniden weiterhin bis zum 6.12. aktiv. Da das Maximum allerdings Ende November mit der Vollmondphase zusammenfiel ist die Beobachtung der geringen Aktivität nur eingeschränkt möglich.

Anfang Dezember befindet sich der helle abnehmende Mond im Krebs. Damit sind Beobachtungen einer möglichen Aktivität des kleinen Stromes der Andromediden bis zum Aufgang gegen 21h Ortszeit ungestört. Nach Berechnungen können langsame Meteore von einem Radianten bei alpha = 29° ; delta = +47° (Nähe von gamma And) erscheinen. Das mögliche Maximum liegt am 2.12. bei 20 Uhr Ortszeit. Zuletzt wurde ein Ausbruch am 28.11.2021 beobachtet, seine Aktivität ist noch sehr unsicher. Daten vergangener Jahre weisen aber darauf hin das eine gewisse Rate in jedem Jahr zu beobachten ist.

Aktivster Meteorstrom des Monats bleiben die Geminiden. Sein Maximum erreicht der Strom in diesem Jahr am 14. Dezember gegen 20 Uhr Ortszeit, wobei die Mitte des Peaks relativ wenig Variationen in den letzten Jahren zeigte. Zum Maximum sind ZHRs bis zu 150 Meteore je Stunde möglich. Der Neumond bietet optimale Bedingungen, der Radiant kulminiert gegen 02 Uhr Ortszeit.

Bereits Ende November beginnt der Strom der Monocerotiden seinen Aktivitätszeitraum. Von diesem Meteorstrom sind nur wenige Daten vorhanden welche für eine eingehende Analyse nicht ausreichen. Die ZHRs liegen im Bereich von 2 bis 3 Meteoren je Stunde. Das Maximum am 9.12. ist ohne Mondstörung zu beobachten.

Als weiterer kleiner Strom sind die yota-Hydriden zu nennen, welche ebenfalls am 9.12. ihr Maximum erreichen. Die Raten bewegen sich im Bereich der Monocerotiden, jedoch sind zum Maximum ZHRs von 5 bis 8 Meteoren je Stunde möglich, darunter auch hellere Erscheinungen.

Vor den Weihnachtsfeiertagen beginnen die Ursiden bis zum 26.12. ihren kurzen Aktivitätszeitraum. Aufgrund der Mondphase um das Maximum am 23.12. sind die Beobachtungsbedingungen ungünstig. In diesem Jahr beschränkt sich dies auf die Abendstunden, obwohl sich auch dort bereits die Aufhellung des Mondes störend auswirkt.

Ab dem 28.12. können bereits die ersten Quadrantiden beobachtet werden. Der Radiant liegt zirkumpolar oberhalb des Sternbild Bootes.

November 2023

Zum Monatsbeginn sind die Orioniden weiterhin aktiv und begleiten uns noch bis zum 7.11. am Firmament. Gleichzeitig bleibt der Tauridenkomplex aktiv. Der nördliche Teil erreicht am 12. November sein Maximum, eine mögliche höhere Aktivität lässt sich durch die günstige Mondphase gut verfolgen. Nach neueren Datenauswertungen liegt nahe das es ein breites Maximum ist welches etwa zehn Tage von Anfang bis Mitte des Monats andauert. Sein südlicher Teil beendet am 20.11. seine Aktivität.

Das „reguläre“ Leonidenmaximum wird am 18.11. gegen 6 Uhr Ortszeit erwartet, nach Modellrechnungen ist auch der 17.11. gegen 23 Uhr Ortszeit möglich. Die Mondphase (erstes Viertel) begünstigt die zweite Nachthälfte für Beobachtungen. Ein weiteres mögliches Submaxima am 21.11. könnte die Raten etwas erhöhen, es wären auch hellere Erscheinungen möglich. Ansonsten bewegt sich die ZHR im Bereich von 10 bis 15 Meteoren je Stunde.

Zur Monatsmitte beginnen die November-Orioniden ihre Aktivität. Der Radiant befindet sich ca. 8° nördlich von alpha Orionis und erreicht fast die gesamte Nacht eine ausreichende Höhe. Seine Strommeteore fallen durch eine höhere scheinbare Geschwindigkeit auf. Die Raten von 3 Meteoren unter günstigen Bedingungen lassen sich in diesem Jahr durch den Vollmond zum Maximum am 28.11. nicht sicher nachweisen.

Die alpha-Monocerotiden beginnen am 15.11. ihren kurzen Aktivitätszeitraum. In jüngerer Zeit gab es zwei Outbursts: 1995 (ZHR ca. 420) bzw. 2019 (ZHR ca. 120), wobei die Peak-Raten maximal nur ca. 30 min dauerten. Aufgrund solcher Ereignisse sollten von diesem Strom regelmäßig Beobachtungen durchgeführt werden. Der Radiant hat ab Mitternacht Ortszeit eine ausreichende Höhe über dem Horizont. In diesem Jahr ist durch den Vollmond ein sicherer Nachweis einer erhöhten Aktivität zum Maximum am 21.11. leider nicht möglich.

Oktober 2023

Im Monat Oktober sind neben den Orioniden auch kleinere Ströme aktiv, die aufgrund der günstigen Bedingungen des Mondes in der ersten Hälfte des Monats gut zu beobachten sind.

Im kurzen Aktivitätszeitraum der Oktober-Camelopardaliden, welche nur zwischen dem 5. und 6.10. zu beobachten sind, sind Raten von bis zu 5 Meteoren je Stunde möglich. Der zirkumpolare Radiant erreicht sein Maximum am 6.10. (Koordinaten a=164°, d=+79°).

In diesem Jahr ist der Aktivitätszeitraum der Draconiden vom 06.10. bis 10.10. vor allem in den Abendstunden günstig für Beobachtungen, die Raten liegen um 5 Meteore je Stunde. Der letzte Ausbruch stammt aus dem Jahre 2018 und erreichte eine stündliche Rate um 150 für einen Zeitraum von 4 Stunden.

Die Orioniden beginnen am 2.10. ihre Aktivität und bleiben bis über das Monatsende hinaus aktiv. Zum Maximum am 22.10. erreicht der Radiant eine günstige Höhe über dem Horizont. Der zunehmende Mond erlaubt optimale Bedingungen in der zweiten Nachthälfte.

Die Eta-Geminiden sind fast zeitgleich mit den Orioniden zu beobachten. Die Meteore der beiden Ströme haben eine ähnliche geozentrische Geschwindigkeit. Um eine korrekte Zuordnung zu den Radianten vorzunehmen sollte man bei der visuellen Beobachtung die Bahnen der Meteore in Karten eintragen. Der Radiant ist ab Mitternacht hoch am Himmel, das Maximum am 18.10. mit 3 Meteoren je Stunde ist nicht so ausgeprägt. Aus Daten geht hervor das der Zeitpunkt des Maximums auch später liegen könnte.

Erwähnenswert ist noch der kleine Strom der Leonis Minoriden, der ab Monatsmitte seine Aktivität startet. Das Maximum wird um den 24.10. (Koordinaten a=163°, d=+37°) erreicht. Bevorzugt sollte die zweite Nachthälfte genutzt werden. Aus den visuellen Daten der vergangenen Jahre ergibt sich eine maximale ZHR zum Maximum von bis zu 5 Meteore je Stunde.

September 2023

Zum Start in den Monat September sind die Aurigiden bereits aktiv. Sein Maximum am 1. September wird allerdings durch die Vollmondphase gestört so dass eine genaue Verfolgung unmöglich ist.

Mit dem Ende des Aktivitätszeitraum der Aurigiden am 5.9. wird der Strom der September-epsilon-Perseiden aktiv. Das Maximum wird gegen 01 Uhr MESZ in der Nacht vom 09. zum 10. September erreicht. Zum Maximum liegen die Raten bei optimalen Bedingungen bei 5 Meteoren je Stunde. Im Jahre 2013 gab es zum Zeitpunkt des Maximums eine erhöhte Zahl von helleren Erscheinungen, danach waren in den Folgejahren keine höhere Aktivitätsspitzen registriert worden. Der abnehmende Mond beeinträchtigt allerdings mögliche Beobachtungen zum Maximum.

Ab 10. September kann der erste Ableger des Tauriden-Komplexes mit dem Strom der Südlichen Tauriden beobachtet werden, welcher dann im weiteren Verlauf bis in den Dezember hinein die dominierende Komponente des ekliptikalen Antihelion-Bereiches wird. Aufgrund der geringeren geozentrischen Geschwindigkeit sind langsame Strommeteore mit Raten um 5 Meteore je Stunde zu beobachten. Diese liegen damit im selben Bereich wie die Antihelion-Quelle, deren Aktivitätszeitraum am 20.9. vorrübergehend endet.

Auch in diesem Jahr können die Tages-Sextantiden von Anfang September bis Anfang Oktober beobachtet werden. Dieser Zeitraum deckt sich auch mit dem Maximum am 27.09., das allerdings mit dem Vollmond zusammenfällt. Bei optimalen Bedingungen kurz vor der Morgendämmerung könnte man vereinzelte Meteore der Sextantiden beobachten. Die Zeit des Maximums sowie andere Angaben zum Meteorstrom sind teilweise noch unsicher. Deshalb sind im möglichen Aktivitätszeitraum neue Beobachtungsdaten willkommen.

August 2023

In diesem Jahr erreicht der Strom des Monats, die Perseiden, sein Maximum am 13.08. zwischen 09 und 17 Uhr MESZ, bei einer Sonnenlänge von ca. 140 Grad. Dies entspricht dem 13.8. zwischen 04 und 23 Uhr MESZ. Zu Beginn der Nacht erreicht der Radiant bereits eine Höhe von rund 30 Grad über dem Horizont. Der Neumond am 16.8. bietet optimale Beobachtungsbedingungen wobei bis zu 100 Meteore je Stunde zu beobachten sind. Man sollte außerdem die Nächte vor und nach dem Maximum in die Planung für Beobachtungen aufnehmen da sich mögliche Spitzen in der Aktivität auf mehrere Tage verteilen.

Als weiterer Meteorstrom im August sind die kappa-Cygniden zu erwähnen. Das Maximum tritt am 17.8. ein, der Radiant befindet sich während der gesamten Nacht über dem Horizont. Die Raten betragen dann ca. 3 Meteore je Stunde, erhöhte stündliche Raten sind für dieses Jahr nicht vorhergesagt. Der Neumond bietet optimale Bedingungen für Beobachtungen des Maximums. Die Videodaten zeigen ein deutliches Maximum bei Sonnenlänge 145°. Daneben ist im Zeitraum 2.8. bis Anfang September eine Aktivität deutlich nachweisbar.

Der Meteorstrom der eta-Eridaniden ist neu in die Stromliste aufgenommen worden. Sein Aktivitätszeitraum erstreckt sich vom 31.7. bis 19.8., das Maximum wird am 8.8. erreicht. Möglicherweise geht der Zeitraum über den 19.8. hinaus, allerdings fehlen hierzu gegenwärtig Daten. Der Radiant dieser schnellen Meteore befindet sich im nordwestlichen Teil des Eridanus. Meteore dieses Stromes sind am besten nach Mitternacht zu beobachten.

Daneben sind mit den südlichen delta-Aquariiden und den alpha-Capricorniden noch weitere Ströme im August aktiv.

Juli 2023

Zum Start in den Juli sind noch bis zum 2.7. die Juni-Bootiden (JBO) zu beobachten. In diesem Jahr sollte bevorzugt die Monatsmitte für Beobachtungen genutzt werden (Neumondphase am 17.7.), der zunehmende Mond in der ersten Monatshälfte und zum Ende des Monats macht nur eingeschränkt Beobachtungen sinnvoll.

Kurz nach Monatsbeginn startet der erste interessante Strom, die alpha-Capricorniden (CAP) am 3.7. seine Aktivität. Dieser Strom kann bis über das Monatsende beobachtet werden. Es sind langsame Meteore, die sich deutlich von anderen Strömen in diesem Zeitraum abheben. Schwächere Meteore sind durch das Mondlicht nur schwer oder kaum zu beobachten. 

Für etwa eine Woche sind vom 4.7. bis 14.7. die Juli-Pegasiden (JPE) zu beobachten. Das Maximum tritt am 10.7. ein, der Radiant liegt dann bei alpha=340°, delta=+15°, die Raten liegen um 5 Meteore je Stunde. Allerdings sind bedingt durch den abnehmenden Mond in der zweiten Nachthälfte Beobachtungen nur eingeschränkt möglich.

Ab der Monatsmitte startet der kleine Meteorstrom der Piscis Austriniden (PAU) seine Aktivität, das Maximum wird am 28.7. erreicht. Der Radiant erreicht allerdings während der Nacht nur eine geringe Höhe über dem Horizont. Daher sind nur wenige Sternschnuppen zu beobachten. Zum Maximum ist durch den Vollmond nur sehr eingeschränkt eine höhere Aktivität zu verfolgen.

Die Südlichen delta-Aquariiden (SDA) haben im Gegensatz zu den alpha-Capricorniden eine höhere Aktivität, welche bereits ab 12.7. aktiv sind und das Maximum wird am 30.7. erreicht. Bei günstigen Bedingungen könnten zum Maximum bis zu 25 Meteore je Stunde beobachtet werden, die Vollmondphase beeinträchtigt mögliche Beobachtungen.

Der Ausbruch des kleinen Stromes der Gamma-Draconiden (GDR) im Jahr 2016, welcher durch Video- und Radiodaten belegt werden konnte, ist auch in diesem Jahr wieder eine Erwähnung wert. Die Erde erreicht in diesem Jahr die Position (alpha=280°, delta=+51°) am 28.7. gegen 19:00 UTC. Als Rate werden 5 Meteore je Stunde angegeben. Allerdings wird durch die Mondphase eine höhere Aktivität nicht nachweisbar sein. Nach der Monatsmitte sind die ersten Meteore der Perseiden zu beobachten.

Juni 2023

Der Monat der kurzen Nächte startet in der Aktivität auf niedrigem Niveau. Es bleiben wenige Stunden in den kurzen Juninächten für Beobachtungen, zunächst beschränkt sich die geringe Aktivität auf Meteore der Anthelionquelle.

Bereits zum Monatsbeginn und bis ca. 24. Juni ist ein interessanter Meteorstrom zu beobachten wobei der Aktivitätszeitraum unsicher ist. Die Tages-Arietiden erreichen am 7. Juni das Maximum, jedoch wird der Radiant, wenn die Dämmerung einsetzt, nur knapp über dem Horizont stehen. Der Zeitraum fällt außerdem in diesem Jahr in den Bereich des Vollmondes (4. Juni). Die aktuellen Videodaten der letzten Jahre ergeben zwar eine erkennbare Aktivität jedoch kein klares Aktivitätsprofil. Weitere Beobachtungen sind daher willkommen, wenn auch die Bedingungen in diesem Jahr, bedingt durch die Mondphase, schwierig sind.

Auch in diesem Jahr sind die Juni-Bootiden, welche in der Nacht vom 27. zum 28. Juni gegen 22 Uhr UT ihr Maximum erreichen, gut zu beobachten. Der Radiant ist die gesamte Nacht hoch über dem Horizont, aufgrund der Dämmerung ist der nutzbare Zeitraum für Beobachtungen allerdings verkürzt und in der ersten Nachthälfte stört der Mond etwas. Durch die geringe Eintrittsgeschwindigkeit von ca. 18 Kilometern pro Sekunde sind sehr langsame Sternschnuppen zu beobachten. In den Jahren 1998 und 2004 wurden größere Ausbrüche registriert, teilweise wurden kurzzeitig ZHRs mit bis zu 100 Meteoren je Stunde beobachtet. Davor gab es in den Jahren 1916, 1921 und 1927 eine erhöhte Aktivität dieses Stromes welche dokumentiert ist. Man sollte daher bei geeigneten Bedingungen Daten während der gesamten Aktivitätsperiode sammeln.

Mai 2023

Der Monat Mai beginnt mit einem bereits aktiven Strom. Das Maximum der Eta-Aquariden am 6. Mai lässt sich nur in den Morgenstunden beobachten. Der Radiant geht gegen 3 Uhr MESZ im Osten auf. Dieser Meteorstrom weist ein breites Maximum auf, dessen stündliche Zenitrate (zenithal hourly rate, ZHR) im Maximum zwischen 40 und 65 Sternschnuppen liegen sollte. Dies gilt allerdings nur für niedrigere Breiten bis 40 Grad Nord sowie bei optimalen Bedingungen. Zwei Tage nach dem Maximum folgt möglicherweise ein zweites Maximum. Im Aktivitätszeitraum außerhalb des Maximums kann mit einer rund halb so hohen ZHR gerechnet werden. Für Beobachtungen ist die zweite Nachthälfte am besten geeignet jedoch schränkt der Vollmond die Verfolgung der Aktivität sehr stark ein.

Als weiteren Meteorstrom sind die Eta-Lyriden zu erwähnen. Er beginnt am 5. Mai seinen kurzen Aktivitätszeitraum. Visuelle Daten der vergangenen Jahre ergeben Raten zum Maximum am 10. Mai von 3 bis 4 Meteore je Stunde. Für diesen Strom bietet sich die zweite Nachthälfte an, wobei der Radiant während der Nacht ausreichend hoch über dem Horizont steht. Allerdings gilt auch hier wie bei den Eta-Aquariden die Einschränkung durch den Vollmond.

Weiterhin aktiv ist der ekliptikale Komplex der Anthelionquelle mit Raten knapp über dem sporadischen Hintergrund. Es kommt im gesamten Zeitraum nur zu geringen Variationen der Häufigkeit.

April 2023

Nach den geringen Meteor-Raten der vergangenen zwei Monate werden diese durch zunehmende Aktivität im Monat April abgelöst. Das Maximum der Lyriden fällt in diesem Jahr gegen 03 Uhr Ortszeit in der Nacht zum 23. April. Die Maximumszeit variiert von Jahr zu Jahr und wird in diesem Jahr zwischen ca. 19 Uhr Ortszeit am 22. April und ca. 7 Uhr Ortszeit am 23. April erwartet. Dabei werden zum „Hauptmaximum“ die höchsten ZHR mit ca. 23 Meteoren je Stunde erreicht. Die Neumondphase bietet bei geeignetem Wetter ideale Bedingungen zur Beobachtung des Maximums während der gesamten Nacht wobei der Radiant erst am Morgen seinen höchsten Stand erreicht. Die lange Umlaufperiode des Ursprungskörpers von 400 Jahren sorgt für genügend Teilchen entlang der Bahn. Dadurch erreicht der Strom uns jedes Jahr mit relativ gleichbleibender Aktivität.

Ab dem 19. April sind Meteore eines weiteren interessanten Stromes, der Eta-Aquariiden, zu beobachten, diese bleiben bis Mitte Mai aktiv. Aufgrund der geringen Höhe des Radianten über dem Horizont in Mitteleuropa sind daher südlichere Breiten bis ca. 40° N für Beobachtungen geeigneter. Das Zeitfenster vor der Morgendämmerung für Mitteleuropa bleibt selbst bei klarem Himmel sehr kurz um einige Strommeteore zu registrieren, da der Radiant erst gegen 8 Uhr Ortszeit seine optimale Höhe erreicht.

Oberhalb des sporadischen Hintergrundes mit ca. zwei bis drei Meteore je Stunde bleibt die Anthelionquelle auch im April am Firmament nur wenig auffälliger gegenüber den Vormonaten. Der Radiant verlagert sich vom Sternbild Jungfrau bis zum Monatsende in das Sternbild Waage.

März 2023

Wie schon im Vormonat bleiben im März die geringen Raten präsent. Neben sporadischen Meteoren sind im März weiterhin Sternschnuppen der Anthelionquelle beobachten. In der ersten Monatshälfte sind mögliche Beobachtungen durch die Mondphase eingeschränkt, ab der Monatsmitte verbessern sich die Bedingungen um die geringen Raten von zwei bis drei Strommeteoren zu verfolgen. Es sollte bevorzugt mit Karte beobachtet werden da sich die wenigen Strommeteore durch die Eintragungen sicherer zuordnen lassen.

Februar 2023

Im vorangegangenen Monat Januar konnte man mit den Quadrantiden den ersten großen Strom des Jahres beobachten. Nun schließt sich der Februar mit geringen Raten von Meteoren an welche sich noch bis in den März fortsetzen wird. Die meisten einzelnen Strommeteore kommen aus dem ekliptikalen Komplex der Anthelionquelle, wobei nur ein bis zwei Meteore pro Stunde sichtbar sind. Für Beobachtungen der geringen Aktivität bietet sich die zweite Monatshälfte ab 13.2. an. Der Hinweis das aufgrund der geringen Aktivität mögliche „neue“ Radianten durch Plotting der Meteorbahnen dokumentiert werden sollen bleibt auch in diesem Jahr bestehen. Es sollte bevorzugt die zweite Nachthälfte zum beobachten genutzt werden.