Beobachtungshinweise

Hinweise für den visuellen Meteorbeobachter

Mai 2021

Bereits zum Start des neuen Monats ist der Strom der Eta-Aquariiden (ETA) aktiv und sein Radiant erscheint in unseren Breiten erst in den frühen Morgenstunden über dem Horizont. Ein möglicher Beobachtungszeitraum beträgt bei 50° nördlicher Breite eine Stunde, bei 45° ca. zwei Stunden vor der Morgendämmerung. Das Maximum tritt um den 5./6.5. auf, diesmal nach dem letzten Viertel (3.5.). Wegen des kurzen Aktivitätszeitraumes am Morgen gibt es nur in wenigen Jahren vollständige Aktivitätsprofile. Die ZHRs liegen lt. IMO-Daten im Zeitraum 3. bis 10.5. bei ca. 30, mit Schwankungen zum Maximum. Als zweiter Strom sind die Eta-Lyriden (ELY) ab 3.5. aktiv. Sein Maximum wird am 8.5. erreicht, Videodaten zeigen aber ein späteres Maximum um den 10.5., in visuellen Daten ist der Strom kaum nachweisbar. Dieses Jahr sind Beobachtungen für den Zeitraum ohne Mondstörung möglich, die Raten liegen im Bereich um 3 Meteore je Stunde. Die Tages-Arietiden (ARI) stehen weiter in der Arbeitsliste, sie sind bis in den Juni hinein aktiv. Es werden Intervalle zwischen 15 bis 20min Länge bei Beobachtungen empfohlen, auch „keine Meteore beobachtet“ sind ein Ergebnis.

April 2021

Nach den beiden Monaten mit geringerer Aktivität beginnen ab April die ersten interessanteren Ströme des Jahres. Strom des Monats bleiben die Lyriden (LYR), welcher am 14.4. seinen Aktivitätszeitraum beginnt und bis zum 30.4. aktiv bleibt. Das Maximum liegt in diesem Jahr am 22.4. gegen 06h40m UT, wobei wie in den Vorjahren eine Variation in der Sonnenlänge den Zeitpunkt des Eintretens zwischen 21.4. 22h40m und 22.4. 09h40m UT legt. Die ZHRs liegen allgemein bei 18 Meteoren je Stunde, wobei der Peak an der „Idealposition“ Raten von bis zu 23 Meteoren je Stunde in den vergangenen Jahren zeigte. Die höchsten Raten wurden 1982 kurzzeitig mit ZHRs von 90 registriert. Zum Maximum wurden häufig schwächere Lyriden beobachtet. Am günstigsten sind Beobachtungen nach 22h30m Ortszeit und in diesem Jahr sind die Bedingungen optimal (Neumond am 23.4.)! Video- und visuelle Daten zeigen auch eine signifikante Anzahl von Strommeteore bis zum Monatsende. Besonders in südlicheren Breiten sind die Eta-Aquariiden (ETA) günstig zu beobachten. Der zweite erwähnenswerte Strom beginnt ab 19.4. seine Aktivität, das Maximum wird Anfang Mai erreicht. Die ZHR liegt bei ca. 30. Für sinnvolle Beobachtungen ist das Zeitfenster in unseren Breiten auf ca. 1 Stunde begrenzt und der zunehmende Mond lässt eine kurze mondfreie Zeit bis zum Maximum übrig.

März 2021

Zum Monatsstart bleibt die Antihelion Quelle (ANT) mit geringen Raten von bis zu 3 Meteoren je Stunde aktiv. Der Radiant verlagert sich in das Sternbild Jungfrau. Nach wie vor aktuell ist das Videodaten um den 17.3. (Sonnenlänge 355°) eine leichte Zunahme der Aktivität zeigten. Für Beobachtungen sollte bevorzugt die erste Monatshälfte gewählt werden.

Februar 2021

Zum Start des Jahres mit den Quadrantiden geht es jetzt im Februar mit geringerer Aktivität weiter. Zu Monatsbeginn sind noch die Dezember Leonis Minoriden (DLM) aktiv. Der Strom der Antihelion Quelle (ANT) ist der vorherrschende „Radiant“ im Februar, die Raten liegen um 3 Meteore je Stunde. Für Beobachtungen bietet sich bei geeigneten Wetterbedingungen für einen mondlosen Blick auf die Aktivität bevorzugt die erste Monatshälfte an.

Januar 2021

Das Neue Jahr startet mit den Quadrantiden (QUA), welche bereits zum Monatsbeginn aktiv sind und ihr Maximum am 3.1. gegen 14h30m UT erreichen. Der abnehmende Mond beeinträchtigt die zweite Nachthälfte wo der Radiant dann am höchsten steht. Bei günstigen Bedingungen wären bis zu 110 Meteore zu beobachten. Zum Ende der Sichtbarkeit am 12.1. verbessern sich die Beobachtungsbedingungen wieder. Dazu ist bereits zu Monatsbeginn der kleine Strom der Leonis Minoriden (DLM) zu beobachten, welcher im gesamten Januar aktiv bleibt. Die Raten liegen nur wenig höher als beim ekliptikalen Komplex der Anthelion Quelle (ANT), der zeitgleich mit ca. 2 Meteoren je Stunde knapp über dem sporadischen Hintergrund liegt. Für Beobachtungen sollte die erste Monatshälfte genutzt werden. Der Hinweis zu den Kappa Cancriden (793 KCA) ist nach wie vor aktuell. Die Radiantenposition liegt bei a= 138°, d=+9°. 2016 war eine Aktivität in den Videodaten zu finden, in den Folgejahren konnte nichts nachgewiesen werden. Visuelle Daten liegen zu diesem Strom bisher nicht vor, zur fraglichen Maximumszeit am 9.1. verbessern sich die Bedingungen weiter (Neumond am 13.1.). Weiterhin erwähnenswert sind die gamma Ursae Minoriden (GUM), welche ab 10.1. aktiv sind. Die Raten liegen um 3 Meteore je Stunde. Das Maximum wird am 18.1. erreicht. Im interessanten Zeitraum bietet der Neumond am 13.1. ideale Bedingungen um Daten zu gewinnen.

Dezember 2020

Der Monat startet mit den bereits aktiven Monocerotiden (MON). Das Maximum wird am 09.12. erreicht, die ZHR liegen dann bei ca. 3 Meteoren, sonst ist das ZHR-Niveau bei 2. Aufgrund von erhöhten MON-Raten zum Geminiden-Maximum in den vergangenen Jahren ist eine sorgfältige Unterscheidung von MON und GEM wichtig. Das Feld sollte so gewählt werden das beide Radianten nicht hintereinander liegen. Der Radiant kulminiert gegen 01h30m Ortszeit und der Neumond bietet dieses Jahr ideale Bedingungen. Die σ-Hydriden (HYD) sind ab 03.12. zu beobachten. Er bleibt bis zum 20.12. beobachtbar und die Raten liegen meist zwischen 5 und 8 Meteore je Stunde. Darunter sind auch helle Meteore. Beobachtungen legen nahe dass der Zeitpunkt des Maximums näher am 14.12. liegt. Auch hier gilt wie bei MON eine sorgfältige Zuordnung der Meteore. Bereits am späten Abend steht der Radiant über dem Horizont. Der Dezember-Neumond bietet in diesem Jahr für den Strom des Monats, die Geminiden (GEM), optimale Beobachtungsbedingungen. Das Maximum wird am 14.12. gegen 00h50m UT erreicht, die Zeit variiert nur wenig, der Zeitraum liegt zwischen dem 13.12. 08h UT und 14.12. 06h UT. Die Raten liegen zwischen 140 und 150. Der Radiant geht abends zeitig auf und kulminiert gegen 02 Uhr Ortszeit so dass bei guten Bedingungen die gesamte Nacht beobachtet werden kann. Die Ursiden (URS) beginnen am 17.12. ihre Aktivität und bleiben über Weihnachten bis zum 26.12. aktiv. Das Maximum wird am 22.12. gegen 09h UT erreicht, die Raten liegen im Bereich 10 bis 50. Größere dokumentierte Ausbrüche traten nur 1945 und 1986 auf. Der abnehmende Mond und die langen Winternächte bieten mehrere Stunden Beobachtung ohne Störung.

November 2020

Zu Monatsbeginn sind die Orioniden noch bis zum 7.11. aktiv. Dann beginnen am 6.11. die Leoniden (LEO) mit ihrem Aktivitätszeitraum und bleiben bis zum 30.11. aktiv. Der Zeitpunkt des Maximums liegt am 17.11. gegen 11h UT, die Raten liegen zwischen 10 und 20. Für Beobachtungen sollte bevorzugt die zweite Nachthälfte genutzt werden. Kurz nach dem Leoniden-Maximum beginnen die α-Monocerotiden (AMO) am 15.11. ihren kurzen Aktivitätszeitraum bis zum 25.11., das Maximum wird am 21.11. gegen 12h UT erreicht. Die ZHR liegt meist variabel um 5 Meteore je Stunde, der letzte Ausbruch wurde im Jahr 1995 beobachtet, wobei dort kurzzeitig ZHRs von bis zu 420 registriert wurden. Der Mond lässt den Zeitraum der optimalen Radiantenhöhe ungestört. Daneben ist der ekliptikale Komplex der südlichen (STA) und nördlichen Tauriden (NTA) noch bis zum Monatsende aktiv, wobei der südliche Teil uns noch bis zum 20.11. begleiten wird. Die Raten bewegen sich um 5 Meteore je Stunde. Bereits kurz vor dem Monatswechsel am 27.11. beginnen die Monocerotiden (MON) ihre Aktivität welche bis in die erste Dezemberdekade anhält. Hier sind Beobachtungsdaten wieder sehr gefragt. Das Maximum der November Orioniden (NOO) tritt am 28.11. ein und ist in diesem Jahr bedingt durch den Vollmond nur sehr schwer zu beobachten.

Oktober 2020

Bereits nach Monatsbeginn sind die Draconiden (DRA) ab 05.10. aktiv. Die Raten liegen zwischen 15 und 50 Meteoren je Stunde, 2018 gab es in einem Zeitraum von 4 Stunden eine Rate von 150 was die erwarteten Werte übertraf. Das Maximum wird am 08.10. erreicht, in der ersten Nachthälfte stört der abnehmende Mond wenig. Die Camelopardaliden (OCT) stehen auch in diesem Jahr auf der Stromliste und sind um den 05./06.10. aktiv. Eine höhere ZHR von ca. 5 wird am 05.10. erreicht. Allerdings wird 4 Tage nach Vollmond der Nachweis der Aktivität schwierig zu beobachten sein. Daneben ist der Strom der Delta-Aurigiden (DAU) zu beobachten welcher am 10.10. seine Aktivität beginnt. Hier sollte auch bevorzugt die zweite Nachthälfte genutzt werden. Der Strom des Monats, die Orioniden (ORI), startet bereits zu Monatsbeginn seinen Aktivitätszeitraum, das Maximum wird am 21.10. erreicht, die ZHR bewegen sich um 20+. Der zunehmende Mond geht vor Mitternacht unter, so dass ungestörte Beobachtungen möglich sind. In diesem Jahr gibt es eine Möglichkeit für eine höhere Aktivität welche sich aus einer 12jährigen Periode der Maxima ableiten könnte. Daneben traten in der Vergangenheit auch Submaxima auf. Ab Monatsmitte sind dazu die Epsilon-Geminiden (EGE) aktiv, welche bis über den Monatswechsel beobachtet werden können. Das Maximum ist am 18.10., bei Monduntergang hat der Radiant eine ausreichende Höhe. Die Raten liegen bei ca. 3 Meteoren je Stunde, wobei einige Daten der zurückliegenden Jahre ein etwa 4 Tage späteres Maximum zeigen. Die Leonis Minoriden (LMI) sind ab 19.10. aktiv, die ZHR beträgt ca. 2 Meteore je Stunde, das Maximum wird am 24.10. erreicht. Obwohl das Maximum nach dem Ersten Viertel liegt sind Beobachtungen willkommen da die Datenlage zu diesem Strom gering ist.

September 2020

Bereits zum Monatsbeginn sind die Aurigiden (AUR) schon aktiv. Mögliche Beobachtungen werden durch den Vollmond gestört so dass ein zuverlässiger Nachweis der Aktivität nicht gegeben ist. Nach den Aurigiden schließen sich die September-Perseiden (SPE) mit ihrer Aktivität an. Die Raten liegen bei ca. 5 Meteore je Stunde, das Maximum wird am 9.9. zwischen 10h und 13h UT erreicht. Durch den abnehmenden Mond (letztes Viertel am 10.9.) wird die Beobachtung in der zweiten Nachthälfte merklich beeinträchtigt. Wie auch im letzten Jahr ist eine Beobachtung der Chi-Cygniden (CCY) mit einem schwachen Maximum am 14./15. September (ZHR etwa 2–3) aktuell. Weitere Beobachtungen sind auf jeden Fall gefragt wobei die Bedingungen in diesem Jahr günstig sind (Neumond am 17.9.). Die Tages-Sextantiden (DSX) beginnen am 9.9. ihre geringe Aktivität und bleiben bis Anfang Oktober aktiv. Der DSX-Radiant befindet sich rund 30° westlich der Sonne nahe dem Himmelsäquator. Besonders im Zeitraum Ende September/Anfang Oktober sind Beobachtungsdaten erwünscht. Beobachtungen sind vor der Morgendämmerung ohne Einschränkungen möglich (Erstes Viertel 24.9.) und sollten in kurze Intervalle unterteilt werden. Ein Zeitpunkt des Maximums dieses Stromes ist nicht bekannt.

August 2020

Zu Beginn des Monats starten die κ-Cygniden (KCG) am 3.8. ihre Aktivität und bleiben bis zum 25.8. aktiv, die Raten liegen um 3 Meteore je Stunde. In den Jahren 2007 und 2014 wurden leicht erhöhte Raten registriert. Aus Videobeobachtungen geht hervor das der Zeitpunkt des Maximums, welcher am 17.8. eintritt, näher am 14.8. liegt und die Aktivität zwischen dem 6.8. und 19.8. liegt. Der Neumond bietet gute Bedingungen diese Punkte zu überprüfen. Die Zuordnung der relativ langsamen Meteore zu den KCG sollte daher leicht sein. Der Strom der Perseiden (PER) ist bereits zu Monatsbeginn aktiv, das Maximum wird am 12.8. erwartet, ZHRs können bis 100 erreichen. Durch den abnehmenden Mond (Letztes Viertel am 11.8.) werden die hohen Radiantpositionen nach Mitternacht beeinträchtigt. Es sollten Felder zur Beobachtung genutzt werden wo das Mondlicht nicht zu störend ist. Daneben sind folgende Ströme noch im Monat August aktiv. Die alpha-Capricorniden (CAP) bis zum 15.8. sowie die südlichen delta-Aquariiden (SDA) bis zum 23.8. Kurz vor Monatsende starten die α-Aurigiden (AUR) ihre Aktivität, allerdings wird das Maximum am 31.8. kurz vor Vollmond suboptimal zu beobachten sein

Juli 2020

Im Sommermonat Juli stehen wie in jedem Jahr ein paar interessante Ströme auf dem Programm. Die α-Capricorniden (CAP), beginnen am 3.7. ihre Aktivität und bleiben bis über das Monatsende aktiv. Die Raten bewegen sich um 5 Meteore je Stunde, das Maximum tritt am 29.7. ein. Durch die räumliche Nähe zum Radianten-Gebiet der Anthelion-Quelle (ANT) ist durch die langsamere Geschwindigkeit der Capricorniden-Meteore eine sichere Zuordnung möglich. Mit den südlichen δ-Aquariiden (SDA) startet am 12.7. ein weiterer Strom seine Aktivität. Das Maximum am 30.7. wird durch den zunehmenden Mond nur mit Einschränkungen verfolgt werden, die Raten bewegen sich im Maximum um 25 Meteore je Stunde. Der Strom ist deutlich aktiver als die Capricorniden. Die Juli-Draconiden (GDR) sind auch in diesem Jahr erwähnenswert. Die Position des Maximums wird am 28. Juli 2020 um 00h30m UT erreicht. Eine Überwachung des Zeitraumes ist auch weiterhin von großem Interesse, sein Radiant liegt bei α= 280°, = +51° und die Meteore haben eine langsame Geschwindigkeit (V=27 km/s). Der Strom der Piscis Austriniden (PAU) gesellt sich ab Mitte Juli zur Aktivität und bleibt auch über den Monatswechsel aktiv. Die Perseiden (PER) starten Ihre Aktivität am 17.7., jedoch verschlechtern sich durch den zunehmenden Mond die Bedingungen bis zum Maximum. Dazu verlagert sich die Anthelion-Quelle (ANT) vom östlichen Bereich des Schützen bis in den Wassermann und bleibt mit Raten von 3 Meteoren je Stunde auf niedrigem Niveau.

Juni 2020

Im Sommermonat Juni bietet sich angenehmes Plotting für Beobachtungen an, denn es sind auch jetzt interessante Ströme aktiv. Die Tages-Arietiden (ARI) sind noch bis zum 24.6. aktiv bzw. nachweisbar. Durch die Nähe des Radianten zur Sonne ist nur die letzte Stunde vor Sonnenaufgang in unseren Breiten nutzbar und das nur bei sehr klarer Sicht. Das mögliche Maximum ist am 7.6., es sollten kleine Intervalle gewählt werden (15-20min), auch Beobachtungen ohne Strommeteore sind eine Information. Der bekannte Strom der Juni-Bootiden (JBO) beginnt am 22.6. seine Aktivität und bleibt bis über den Monatswechsel aktiv. Das Maximum wird am 27.6. erreicht, wobei die Raten zwischen 0 (keine Aktivität) und bis zu 100 Meteoren liegen können. Die letzten Ausbrüche wurden 1998 und 2004 beobachtet. Trotz zunehmenden Mondes (Erstes Viertel am 28.6.) gibt es keine Einschränkungen für die Beobachtungen in der zweiten Nachthälfte.