Beobachtungshinweise

Hinweise für den visuellen Meteorbeobachter

Oktober 2022

Zu Beginn des Monats sind bereits mehrere Ströme aktiv. Der zirkumpolare Radiant der Draconiden kann die ganze Nacht beobachtet werden. Leider macht der Vollmond in der Maximumsnacht am 9.10. möglichen Beobachtungen einen Strich durch die Rechnung. Es wären aufgrund der Helligkeit nur wenige Strommeteore zu beobachten.

Die Orioniden beginnen am 2.10. ihre Aktivität und bleiben bis über den Monatswechsel aktiv.  Zum Maximum am 21.10. stört der abnehmende Mond die Beobachtung. Durch Wahl eines geeigneten Beobachtungsfeldes sind dennoch Beobachtungen bis an die Morgendämmerung möglich. Zwischen 2006 und 2009 wurden in jenen Jahren eine hohe ZHR von 40 bis 70 Meteore über rund 3 Tage lang beobachtet.  Man kann davon ausgehen das um das Hauptmaximum herum immer wieder Variationen der Aktivität auftreten.

Parallel zu den Orioniden sind die Eta-Geminiden zu beobachten, auch hier sollte man ein geeignetes Feld zum Beobachten wählen. Dabei ist zu beachten das die Orioniden-Meteore eine ähnliche Geschwindigkeit haben. Hierzu sollte man die Meteore sorgfältig in die Meteorkarte eintragen um danach eine korrekte Zuordnung zu den Radianten vorzunehmen. Dieser Strom ist bis zum 27.10. beobachtbar.

In der zweiten Monatshälfte ist der kleine Strom der Leonis Minoriden aktiv. Das Maximum wird am 24.10. (Koordinaten a=163°, d=+37°) erreicht, ab Mitternacht erscheint der Radiant über dem Horizont. Die Neumondphase bietet optimale Bedingungen, die ZHR kann bis zu 5 Meteore je Stunde betragen.

Zu guter Letzt bleibt der südliche Teil des Tauriden-Komplexes mit Raten von etwa 2 bis 5 Meteoren je Stunde im Monat aktiv. Sein nördlicher Teil gesellt sich ab Monatsmitte dazu. Die langsamen Meteore fallen auf und erreichen ähnliche Raten wie der südliche Teil.

September 2022

Zum Monatsbeginn sind die Aurigiden bereits aktiv. Ihr Maximum tritt am 1. September gegen 11 Uhr Ortszeit auf. Die Bedingungen sind optimal (4 Tage nach Neumond). Aufgrund von Daten aus dem Jahre 2019 wurde ein Durchgang durch eine Staubspur für 2021 berechnet, die am 31.08.2021 zu einer ZHR von etwa 70 Meteore führte, jedoch nur für einen Zeitraum von ca. 10min beobachtet werden konnte. In diesem Jahr könnte es in der Nacht vom 31.08./01.09. für eine geringe Aktivität um 02h55m Ortszeit reichen. Nach Mitternacht erreicht der Radiant eine günstige Höhe. In den zurückliegenden Jahren gab es bereits mehrfach unerwartete Outbursts mit Raten zwischen 30 und 50 Meteoren je Stunde. Diese traten 1935, 1986, 1994 und zuletzt im Jahre 2019 auf.

Gleich nach den Aurigiden starten die September-Perseiden. Das Maximum wird in der Nacht vom 09. zum 10. September gegen 04 Uhr Ortszeit erreicht. Vor Mitternacht erreicht der Radiant eine ausreichende Höhe über dem Horizont. Leider beeinträchtigt der Vollmond in diesem Jahr eine mögliche Beobachtung des Maximums.

Ab Ende September können die Tages-Sextantiden (DSX) bis Anfang Oktober beobachtet werden. Dieser Zeitraum deckt auch das mögliche Maximum am 27.09. ab. In den kurzen Beobachtungsintervallen in der Morgendämmerung könnte man bei optimalen Bedingungen vereinzelte Sextantiden beobachten. Dazu sollten kurze Intervalle gewählt werden um die schnell ändernden Bedingungen (Grenzgröße usw.) abzubilden. Der Aktivitätszeitraum, die Zeit des Maximums sowie andere Angaben zum Meteorstrom sind unsicher. Daten sind deshalb willkommen.

Als erster Ableger des Tauriden-Komplexes können ab 10. September die südlichen Tauriden (STA) beobachtet werden, welche dann im weiterem Verlauf bis zum Dezember eine dominierende Komponente der ekliptikalen Antihelion-Quelle wird. Die langsamen Strommeteore sorgen für Raten um 5 Meteore je Stunde.

August 2022

Der „Perseidenmonat“ August bietet bei meist angenehmen Temperaturen im Sommer gute Beobachtungsmöglichkeiten.

Die kappa-Cygniden (KCG) sind bereits zu Monatsbeginn aktiv. Das Maximum tritt am 17.8. ein, der zirkumpolare Radiant befindet sich während der gesamten Nacht in ausreichender Höhe. Die ZHR beträgt ca. 3 Meteore je Stunde. Eine erhöhte Aktivität dieses Stromes wurde in den Jahren 2007, 2014 und 2021 registriert. Videodaten zeigen ein deutliches Maximum bei Sonnenlänge 145°, dem oben genannten Zeitpunkt des Maximums. Daneben ist im Zeitraum 2.8. bis 18.8. eine Aktivität deutlich nachweisbar. Mitunter kommt es auch zu helleren Erscheinungen.

Bereits zu Beginn des Monats sind die Perseiden (PER) aktiv. In diesem Jahr erreichen sie ihr Maximum am 13.08. kurz nach 01 Uhr Ortszeit. Der Vollmond am 12.08. macht Beobachtungen nur sehr eingeschränkt möglich. Er befindet sich im Wassermann so dass man als Beobachtungsfeld auf den merklich aufgehellten Nordhimmel ausweichen sollte. Zu Beginn der Nacht erreicht der Radiant bereits eine Höhe von rund 30 Grad über dem Horizont. Der mittlere Zeitpunkt des Maximums liegt auch in diesem Jahr bei einer Sonnenlänge von ca. 140 Grad. Die höchsten Raten von etwa 100 Meteore je Stunde sind bei optimalen Bedingungen zu beobachten. Durch die Mondstörung reduziert sich in diesem Jahr die Anzahl der zu beobachtenden Meteore.

Am 28.08. beginnen die Aurigiden (AUR) ihren kurzen Aktivitätszeitraum. Dieser Strom überraschte mit vier unerwarteten Ausbrüchen in den Jahren 1935, 1986, 1994 und 2019. Die höchsten Raten erreichten ca. 30 bis 50 Meteore je Stunde. Bevorzugt sollte die zweite Nachthälfte genutzt werden. Nach Modellrechnungen könnte in diesem Jahr eine geringere Aktivität zum Maximum auftreten.

Juli 2022

Der Sommermonat Juli bietet sich für zahlreiche Beobachtungsmöglichkeiten an. Es gibt einige interessante Ströme am Himmel zu beobachten. Besonders die zweite Julihälfte ist in diesem Jahr geeignet (Neumond am 28.7.), der Monatsbeginn ist durch den zunehmenden Mond nur eingeschränkt für Beobachtungen nutzbar.

Zu Monatsbeginn starten die Capricorniden (CAP) ihre Aktivität. Dieser Strom kann bis über den Monatswechsel in die erste Augusthälfte beobachtet werden. Es sind langsame Meteore, die sich deutlich von anderen Strömen in diesem Zeitraum abheben, darunter sind auch hellere Erscheinungen zu beobachten. 

Am 15.7. startet der kleine Strom der Piscis-Austriniden (PAU), das Maximum wird am 28.7. erreicht. Der Radiant erreicht allerdings nur eine geringe Höhe über dem Horizont, so dass nur wenige Sternschnuppen sichtbar sind. Es liegen aus unseren Breiten wenige Daten vor, in diesem Jahr ist das Maximum mondfrei.

Die Südlichen delta-Aquariiden (SDA) sind bereits ab 12.7. aktiv und erreichen ihr „mondloses“ Maximum am 30.7. Trotz der südlichen Deklination des Radianten von -16 Grad sollten zum Maximum bei guten Bedingungen ca. 25 Meteore je Stunde zu beobachten sein. Die Südlichen delta-Aquariiden haben eine deutliche höhere Geschwindigkeit und unterscheiden sich von den Capricorniden. Dies ist wichtig für eine sichere Zuordnung der Meteore während der Beobachtung da beide Ströme zeitgleich aktiv sind.

2016 gab es am 28.7. gegen 0:07 UTC einen Ausbruch des kleinen Stromes der Gamma-Draconiden (GDR), welcher durch Videodaten belegt werden konnte. In diesem Jahr erreicht die Erde dieselbe Position am 28.7. gegen 17:00 UTC. Daten von diesem Strom sind von Interesse, durch den Neumond bieten sich optimale Bedingungen die Aktivität zu verfolgen. Als Rate werden 5 Meteore je Stunde angegeben. Seine Position ist alpha=280°, delta=+51°.

Die Perseiden (PER) starten ab 17.7., bis zum Monatsende verbessern sich die Beobachtungsbedingungen (Neumond am 28.7.). Einzelne Meteore erscheinen von einem Radianten der sich zu diesem Zeitpunkt im Bereich der Kassiopeia befindet.

Juni 2022

Im Sommermonat Juni bieten sich trotz der kurzen hellen Nächte Beobachtungen bei überwiegend geringen Raten an, besonders ab der zweiten Monatshälfte werden die Bedingungen langsam wieder günstiger.

Der Strom der Tages-Arietiden erreicht am 7. Juni das Maximum und ist bis ca. 24. Juni aktiv. Sein Radiant steht bei Dämmerungsbeginn nur knapp über dem Horizont. Die potentielle Anzahl möglicher Strommeteore bleibt daher nahe Null. Videodaten ergeben zwar eine erkennbare Aktivität jedoch kein klares Aktivitätsprofil. Beobachtungen sind auch in diesem Jahr willkommen, wenn auch die Bedingungen dafür schwierig sind.

Strom des Monats sind in diesem Jahr die Juni-Bootiden, welche am 27. Juni ihr Maximum erreichen. Bei geringen Eintrittsgeschwindigkeiten der Teilchen sind sehr langsame Sternschnuppen zu beobachten. 1998 und 2004 wurden größere Ausbrüche beobachtet, teilweise stündliche ZHRs bis zu 100 Meteoren je Stunde. Für dieses Jahr sind keine höheren Aktivitäts-Vorhersagen bekannt. Generell sind Daten aus der gesamten Aktivitätsperiode wichtig. Sein Radiant ist während der gesamten Nacht hoch am Himmel und der Neumond bietet optimale Bedingungen.

Die Anthelionquelle bleibt weiter mit geringen Raten aktiv. Der Radiant verbleibt die gesamte Nacht über dem Horizont, wobei nach Mitternacht die höchste Position erreicht wird. Die geringe Aktivität schwankt zwischen 2 und 5 Meteoren je Stunde.

Mai 2022

Bereits zu Monatsbeginn sind die Eta-Aquariden aktiv, das Maximum wird am 6. Mai erreicht. Der Radiant geht um ca. 3 Uhr Ortszeit auf und nicht lange danach beginnt die Morgendämmerung. Er weist ein breites Maximum auf, dessen stündliche Rate im Maximum zwischen 40 und 65 Meteore liegen sollte. Möglicherweise folgt darauf zwei Tage später ein zweites Maximum. Kurz vor der Dämmerung lassen sich höchstens zwischen vier und acht Meteore beobachten. Die zweite Nachthälfte ist für Beobachtungen am besten geeignet. Ein größeres Zeitfenster bieten Beobachtungsorte bei ca. 30° nördlicher Breite.

Der bereits in astronomischen Publikationen oft erwähnte Meteorstrom der Tau-Herkulidenn könnte Ende Mai für vielleicht höhere Raten sorgen. Sein Ursprungskörper ist der Komet 73P/Schwassmann-Wachmann 3. Nach der Entdeckung im Jahre 1930 wurde das Auftreten eines Meteorstromes bei Annäherung der Erde an den Kometen vorhergesagt. Allerdings sind die vorliegenden Daten nicht aussagekräftig für eine Bestätigung der Vorhersage gewesen. Die berechnete Radiantposition lag nahe dem Stern Tau Her und führte zu seiner Bezeichnung, obwohl der jetzt erwartete Radiant westlich vom Bootes (siehe Karte) liegt. Infolge des beobachteten Zerfalls des Kometen Ende 1995 waren frische Staubschweife zu sehen. Sein Perihel erreicht er am 25.8.2022, kurz davor könnte die Erde Staubspuren entlang der Bahn durchqueren. Die Modellrechnungen geben als Zeitpunkt den 31.5.2022 um 05:00 UT an. Da die Masseverteilung der Teilchen jedoch unbekannt ist werden die geringen Eintrittsgeschwindigkeiten mit Teilchengrößen zwischen 10mg und 1g einen merklichen Effekt haben. Bei anderen Strömen gab es durch die höheren Eintrittsgeschwindigkeiten vermehrt helle Erscheinungen. Im Falle der Tau-Herkuliden könnte es aber beim Durchqueren der Staubspuren wegen obiger Effekte eine höhere Aktivität geben. Ein mögliches Maximum am 31.5.2022 wird in Teilen Nord- und Mittelamerikas am besten zu beobachten sein (vornehmlich südliches Kalifornien, Mexiko bis Texas). Man sollte den gesamten möglichen Zeitraum vom 28.5. bis 1.6.2022 für Beobachtungen einplanen.

Weiterhin erwähnenswert ist auch der schwache Meteorstrom der Eta-Lyriden. Sein Aktivitätszeitraum reicht vom 5. bis 14. Mai, das Maximum wird am 10. Mai erreicht. Die zweite Nachthälfte bietet sich für den Zeitraum für Beobachtungen an (Erstes Viertel am 8. Mai) wobei der Radiant während der Nacht ausreichend hoch über dem Horizont steht.

April 2022

Nach den beiden Monaten mit geringerer Aktivität beginnen ab April die ersten interessanteren Ströme des Jahres.

Strom des Monats bleiben die Lyriden (LYR), welcher am 14.4. seinen Aktivitätszeitraum beginnt und bis zum 30.4. aktiv bleibt. Das Maximum liegt in diesem Jahr am 22.4. gegen 06h40m UT, wobei wie in den Vorjahren eine Variation in der Sonnenlänge den Zeitpunkt des Eintretens zwischen 21.4. 22h40m und 22.4. 09h40m UT legt. Die ZHRs liegen allgemein bei 18 Meteoren je Stunde, wobei der Peak an der „Idealposition“ Raten von bis zu 23 Meteoren je Stunde in den vergangenen Jahren zeigte. Die höchsten Raten wurden 1982 kurzzeitig mit ZHRs von 90 registriert. Zum Maximum wurden häufig schwächere Lyriden beobachtet. Am günstigsten sind Beobachtungen nach 22h30m Ortszeit und in diesem Jahr sind die Bedingungen optimal (Neumond am 23.4.)! Video- und visuelle Daten zeigen auch eine signifikante Anzahl von Strommeteore bis zum Monatsende.

Besonders in südlicheren Breiten sind die Eta-Aquariiden (ETA) günstig zu beobachten. Der zweite erwähnenswerte Strom beginnt ab 19.4. seine Aktivität, das Maximum wird Anfang Mai erreicht. Die ZHR liegt bei ca. 30. Für sinnvolle Beobachtungen ist das Zeitfenster in unseren Breiten auf ca. 1 Stunde begrenzt und der zunehmende Mond lässt eine kurze mondfreie Zeit bis zum Maximum übrig.

März 2022

Bereits zu Monatsbeginn bleibt die Antihelion Quelle (ANT) weiterhin mit geringen Raten von bis zu 3 Meteoren je Stunde aktiv. Der Radiant verbleibt in südlichen Deklinationen im Bereich des Sternbildes Jungfrau. Für Beobachtungen sollte bevorzugt die erste Monatshälfte gewählt werden. Es gelten außerdem die Hinweise auf mögliche neue Quellen vom Februar.

Februar 2022

Nachdem im Januar beginnend mit den Quadrantiden eine höhere Aktivität beobachtet wurde geht es nun in den kommenden zwei Monaten mit geringerer Aktivität weiter. Anfang Februar sind noch die Dezember Leonis Minoriden (DLM) aktiv. Die Antihelion Quelle (ANT) bleibt der vorherrschende „Radiant“ im Februar, die Raten liegen im Bereich um 3 Meteore je Stunde. Für Beobachtungen bietet sich bevorzugt die erste Monatshälfte an. Weiterhin sollten aufgrund der geringen Aktivität mögliche „neue“ Radianten durch Plotting der Meteorbahnen dokumentiert werden. Wenn neue Quellen entdeckt werden können diese Daten dann zur Ableitung einer Aktivität genutzt werden.

Januar 2022

Zum Neujahr sind, wie in den Dezember-Hinweisen erwähnt, die Quadrantiden (QUA) bereits aktiv. Sie erreichen das Maximum am 3.1. gegen 20h40m UT. Aufgrund des Zeitpunktes sind insbesondere Orte in der östlichen Hemisphäre und Asien bevorzugt. Die Raten erreichen ZHRs um 120 Meteore je Stunde mit Variationen zwischen 60 und 200 Meteore je Stunde. Nach Mitternacht kulminiert der Radiant. In diesem Jahr sind die Bedingungen optimal, der Neumond bietet einen ungestörten Blick bei geeigneten Wetterbedingungen.

Der Strom der Leonis Minoriden (DLM) ist weiterhin aktiv und bleibt im gesamten Januar aktiv. Die Raten liegen nur wenig über denen der Anthelionquelle (ANT), die zeitgleich mit ca. 2 Meteoren je Stunde knapp über der sporadischen Aktivität liegt. Für Beobachtungen sollte bevorzugt die erste Monatshälfte genutzt werden.

Der jährliche Hinweis zum Strom der Kappa Cancriden (793 KCA) ist nach wie vor aktuell. Die Radiantenposition liegt bei  a= 138°, d=+9°. Diese wird in diesem Jahr am 9.1. gegen 21h50m UT erreicht. Bereits 2016 war eine Aktivität in den Videodaten zu finden, in den Folgejahren konnte nichts nachgewiesen werden. Visuelle Daten liegen zu diesem Strom bisher nicht vor, zur fraglichen Maximumszeit am 9.1. befindet sich der zunehmende Mond im Sternbild Fische, mögliche Strommeteore sind schneller als die ANT-Meteore. Die zweite Nachthälfte sollte für Beobachtungen zum Nachweis einer möglichen Aktivität genutzt werden.

Dezember 2021

Zu Beginn des Weihnachtsmonats sind die Monocerotiden (MON) bereits aktiv. Das Maximum wird am 09.12. erreicht, die ZHR liegen dann bei ca. 3 Meteoren, sonst ist das ZHR-Niveau bei 2. Videodaten aus den Jahren 2011 bis 2018 legen ein späteres Maximum um den 14.12. nahe mit einer Rate um 8 Meteore je Stunde. Aufgrund von erhöhten MON-Raten zum Geminiden-Maximum in den vergangenen Jahren ist eine sorgfältige Unterscheidung von MON und GEM wichtig. Bis zum Geminiden-Maximum bieten sich gute Bedingungen für Beobachtungen.

Daneben sind die σ-Hydriden (HYD) ab 03.12. zu beobachten. Er bleibt bis zum 20.12. beobachtbar und die Raten liegen zwischen 5 und 8 Meteore je Stunde. Auch hier gilt wie bei MON eine sorgfältige Zuordnung der Meteore. Bereits am späten Abend steht der Radiant über dem Horizont, bevorzugt sollte die zweite Nachthälfte genutzt werden. Die Aktivität kann gut bis zum Geminiden-Maximum verfolgt werden.

Der Strom des Monats, die Geminiden (GEM), erreicht sein Maximum am 14.12. gegen 07h UT, die Zeit variiert nur wenig, der Zeitraum liegt zwischen dem 13.12. 14h UT und 14.12. 12h UT. Die Raten liegen bei optimalen Bedingungen zwischen 140 und 150. Der Radiant geht abends zeitig auf, der Mond (vier Tage vor Vollmond) geht gegen 2 Uhr Ortszeit unter so dass ca. 3 - 5 Stunden bis zur Dämmerung gute Beobachtungsbedingungen herrschen.

Über die Weihnachtsfeiertage sind die Ursiden (URS) aktiv, sie beginnen bereits am 17.12. und bleiben bis zum 26.12. aktiv. Das Maximum wird in diesem Jahr am 22.12. gegen 07h UT erreicht, die Raten liegen im Bereich um ca. 27. Der abnehmende Mond drei Tage nach Vollmond bieten leider nur eingeschränkte Möglichkeiten die Aktivität zu verfolgen.

Zum Monatswechsel können die ersten Quadrantiden beobachtet werden.

November 2021

Zu Monatsbeginn sind die Orioniden noch bis zum 7.11. aktiv. Dann beginnen am 6.11. die Leoniden (LEO) mit ihrem Aktivitätszeitraum und bleiben bis zum 30.11. aktiv. Der Zeitpunkt des Maximums liegt am 17.11. gegen 11h UT, die Raten liegen zwischen 10 und 20. Für Beobachtungen sollte bevorzugt die zweite Nachthälfte genutzt werden.

Kurz nach dem Leoniden-Maximum beginnen die α-Monocerotiden (AMO)  am 15.11. ihren kurzen Aktivitätszeitraum bis zum 25.11., das Maximum wird am 21.11. gegen 12h UT erreicht. Die ZHR liegt meist variabel um 5 Meteore je Stunde, der letzte Ausbruch wurde im Jahr 1995 beobachtet, wobei dort kurzzeitig ZHRs von bis zu 420 registriert wurden. Der Mond lässt den Zeitraum der optimalen Radiantenhöhe ungestört.

Daneben ist der ekliptikale Komplex der südlichen (STA) und nördlichen Tauriden (NTA) noch bis zum Monatsende aktiv, wobei der südliche Teil uns noch bis zum 20.11. begleiten wird. Die Raten bewegen sich um 5 Meteore je Stunde.

Bereits kurz vor dem Monatswechsel am 27.11. beginnen die Monocerotiden (MON) ihre Aktivität welche bis in die erste Dezemberdekade anhält. Hier sind Beobachtungsdaten wieder sehr gefragt. Das Maximum der November Orioniden (NOO) tritt am 28.11. ein und ist in diesem Jahr bedingt durch den Vollmond nur sehr schwer zu beobachten.

Oktober 2021

Der Oktober beginnt mit einem bekannten Strom, den Draconiden (DRA). Dieser ist seit dem 6.10. aktiv, seine Raten liegen im Maximum zwischen 15 und 50 Meteoren je Stunde, das Maximum wird am 08.10. gegen 18h30m UT erreicht. Der zirkumpolare Radiant liegt am Abend in seiner höchsten Position und dessen Höhe nimmt im Laufe der Nacht kontinuierlich ab. Daher stört der Mond die Beobachtungen in den am besten geeigneten Abendstunden nicht.

Neben den Draconiden stehen die Oktober-Camelopardaliden (OCT) auch in diesem Jahr auf der Stromliste und sind um den 05./06.10. aktiv, das Maximum wird am 05.10. erreicht. Der Neumond am 6.10. bietet optimale Beobachtungsmöglichkeiten, die ZHR liegt etwa bei 5 Meteoren je Stunde.

Der Strom der Delta-Aurigiden (DAU), welcher zu den drei wiederkehrenden Strömen in der Region Fuhrmann-Perseus im Zeitraum Ende August bis Mitte Oktober zählt, ist ab 10.10. zu beobachten. Trotz der geringen Raten um 2 Meteoren je Stunde ist in diesem Jahr die Aktivitätsperiode komplett ungestört von der Mondphase. Der Radiant ist ab der zweiten Nachthälfte hoch über dem Horizont.

Die Beobachtungsbedingungen der Maxima der Orioniden (ORI), der Epsilon-Geminiden (EGE) und der Leonis-Minoriden (LMI) werden im Zeitraum vom Vollmond gestört, so dass der Aktivitätsverlauf nur äußerst eingeschränkt verfolgt werden kann.

Ab dem 20.10. beginnt der nördliche Teil des Tauridenkomplexes seine Aktivität welche bis in den Dezember bei Raten um 5 Meteore je Stunde anhält.