Hinweise für den visuellen Meteorbeobachter
Januar 2026

Zum Start in das neue Jahr sind die Quadrantiden bereits zu Monatsbeginn aktiv; es ist der erste große Meteorstrom am Firmament. Sie erreichen ihr Maximum am 3. Januar. Allerdings beeinträchtigt der Vollmond mögliche Beobachtungen, so dass nur sehr eingeschränkt hellere Erscheinungen registriert werden können. Unter optimalen Bedingungen könnten bis zu 80 Meteore pro Stunde beobachtet werden. Die Quadrantiden bleiben bis zum 12. Januar aktiv.
Die Kappa-Cancriden, welche erstmals im Jahr 2015 eine erhöhte Aktivität um den 10. Januar aufwiesen, sind auch in diesem Jahr wieder aktiv. Der Ausstrahlungspunkt (Alpha=138°, Delta=9°) erreicht am 9. Januar gegen 23:30 Uhr MEZ wieder diese Position aus dem Jahr 2015. Der zunehmende Mond beeinträchtigt eine sichere Verfolgung der Aktivität. Die Strommeteore sind mit zirka 47 Kilometern pro Sekunde schneller unterwegs als die Meteore aus der in der Umgebung liegenden Anthelionquelle, bei der es etwa 30 Kilometer pro Sekunde sind.
Der Strom der Gamma-Ursa-Minoriden beginnt am 10. Januar seinen kurzen Aktivitätszeitraum. Zum Maximum um den 18. Januar erreichen die Raten ungefähr drei Meteore je Stunde. In diesem Jahr sind durch den Neumond am 18. Januar ungestörte Beobachtungsbedingungen zu erwarten. Weiterhin sind einige Daten zu diesem Meteorstrom hinsichtlich Aktivität nach wie vor unsicher.
Die Aktivität des ekliptikalen Komplexes der Anthelionquelle ist weiterhin zu beobachten; der Bereich verlagert sich im Januar ins Sternbild Krebs. Die bereits seit Dezember aktiven Coma-Bereniciden, die aus dem Sternbild Haar der Berenike zu kommen scheinen, sind noch bis in den Februar hinein mit geringen Raten um drei Meteore je Stunde aktiv. Zum Monatsende verbessern sich die Beobachtungsbedingungen durch den abnehmenden Mond.
Dezember 2025

Zum Start in den Wintermonat sind die November-Orioniden am Firmament noch bis zum 6. Dezember aktiv. Durch den zunehmenden Mond (Vollmond am 5. Dezember) sind Beobachtungen in der zweiten Nachthälfte mit Einschränkungen durchführbar.
Beobachtungen der Andromediden zu Monatsbeginn sind durch die Mondphase nur sehr eingeschränkt möglich. Der Radiant befindet sich zum erwarteten Maximum am 1. Dezember bei den Koordinaten Alpha = 23° und Delta = +50°. Sein letzter Ausbruch wurde am 28. November 2021 beobachtet. Die vorliegenden Daten vergangener Jahre weisen darauf hin, dass eine gewisse Rate jährlich zu beobachten ist.
Der Strom des Monats, die Geminiden, erreicht sein Maximum bei wenig beeinträchtigten Bedingungen am 14. Dezember gegen 09:00 Uhr Ortszeit. Es sind stündliche ZHRs von bis zu 150 Meteore je Stunde möglich. Bereits am Abendhimmel ist der Radiant über dem Horizont und kulminiert gegen 02:00 Uhr Ortszeit. Der Peak des Maximums liegt nach Berechnungen in diesem Jahr im Zeitraum vom 13. Dezember 16:00 Uhr, bis 14. Dezember, 13:00 Uhr, Ortszeit. Das breite Maximum der Geminiden zeigt über zirka 10 bis 12 Stunden eine ZHR von 100 und mehr, im Bereich des Maximums sollten bei Beobachtungen kurze Intervalle (maximal 15 Minuten) gewählt werden.
Von den Dezember-Monocerotiden sind weiterhin nur wenige Daten vorhanden. Ihr Aktivitätszeitraum erstreckt sich noch bis zum 20. Dezember. Das Maximum am 9. Dezember wird durch den abnehmenden Mond in der zweiten Nachthälfte massiv beeinträchtigt. Bei guten Bedingungen liegen die stündlichen Raten im Bereich von zwei bis drei Meteoren je Stunde.
Ebenfalls am 9. Dezember erreichen die Yota-Hydriden ihr Maximum. Die Raten bewegen sich im Bereich von zwei bis drei Meteoren je Stunde, jedoch sind zum Maximum fünf bis acht Meteore je Stunde möglich. Auch hier beeinträchtigt der abnehmende Mond einen sicheren Nachweis der Aktivität.
Kurz vor Weihnachten, am 17. Dezember, beginnen die Ursiden bis zum 26. Dezember ihre kurze Aktivität. Durch die oft ungünstigen Wetterbedingungen in diesem Zeitraum sind in den zurückliegenden Jahren möglicherweise höhere Aktivitäten verpasst worden. Nachweislich in den Jahren 1945 und 1986 gab es bei diesem Strom stärkere Ausbrüche. Nach Modellrechnungen wird das Maximum am 22. Dezember gegen 06:00 Uhr Ortszeit erreicht; es sind maximal 25 Meteore je Stunde möglich. Der zirkumpolare Radiant erreicht seine größte Höhe in den Morgenstunden.
Zur Vorschau des Neuen Jahres können zum Ende der letzten Dezemberdekade bereits die ersten Quadrantiden beobachtet werden. Der zirkumpolare Radiant hat vor allem in der zweiten Nachthälfte eine ausreichende Höhe über dem Horizont.
November 2025

In der Ekliptik bleibt der Tauridenkomplex aktiv. Der nördliche Teil erreicht am 12. November sein Maximum. In der Woche um den 3. November könnten auch hellere Feuerkugeln auftreten. Zuletzt gehörte das Jahr 2022 zu den sogenannten „Swarm Years“. Doch damals lagen diese höheren Raten nahe dem Vollmond, so dass nur Videobeobachtungen von dieser Aktivität vorlagen. Um den 5. November tritt das schwache Maximum des südlichen Teils ein, dieser ist noch bis zum 20. November aktiv.
Die Leoniden beginnen am 6. November ihren Aktivitätszeitraum, der bis zum 30. November anhält. Das reguläre Maximum tritt am 17. November kurz vor 19:00 Uhr Ortszeit ein und ist in diesem Jahr mondfrei. Berechnungen zufolge gibt es eine geringe Chance für höhere Raten am 9. und 15. November. Diese liegen sonst im Bereich von zirka 15 Meteoren je Stunde.
Am 14. November startet der Meteorstrom der November-Orioniden seine Aktivität und bleibt über den Monatswechsel hinaus aktiv. Das Maximum wird am 28. November erreicht, sein Radiant befindet sich dann zirka acht Grad nördlich vom Alpha Orionis. Die Raten bewegen sich im Bereich von drei Meteoren je Stunde. Sie haben im Gegensatz zu den zeitgleich auftretenden Tauriden-Meteoren eine höhere geozentrische Geschwindigkeit. Dieser Meteorstrom stellt Ende November die aktivste Quelle am Firmament dar.
Ab Monatsmitte beginnen die Alpha-Monocerotiden ihre kurze Aktivität bis zum 25. November. Ihr Maximum tritt am 21. November bei optimalen Bedingungen ein, weil am 20. November Neumond ist. Die Raten erreichen zirka 5 Meteore je Stunde. In den Jahren 1995 und 2019 kam es zu Ausbrüchen, wobei diese hohen Raten für zirka 30 Minuten andauerten. Der Radiant erreicht ab Mitternacht eine ausreichende Höhe über dem Horizont.
Oktober 2025

Im Oktober diesen Jahres sind neben den Orioniden auch interessante kleinere Ströme aktiv, welche bevorzugt in der zweiten Monatshälfte durch den wieder abnehmenden Mond gut zu beobachten sind.
Der Meteorstrom der Oktober-Camelopardaliden, welcher nur zwischen dem 05. und 06. Oktober zu beobachten ist, erreicht Raten von bis zu 5 Meteoren je Stunde. Durch den zunehmenden Mond wird die Anzahl möglicher Strommeteore deutlich reduziert. Sein zirkumpolarer Radiant erreicht sein Maximum am 05. Oktober (Alpha=164°, Delta=+79°). Eine leicht erhöhte Aktivität wurde in den Jahren 2016 und 2018 registriert.
Als weiteren Meteorstrom beginnen die Draconiden am 06. Oktober ihren kurzen Aktivitätszeitraum. Zum Maximum, welches einen Tag nach Vollmond am 08. Oktober eintritt, wird keine erhöhte Aktivität erwartet, die stündlichen Fallraten der sehr langsamen Strommeteore liegen bei optimalen Bedingungen meist um 5 Meteore je Stunde. Allerdings lässt die Mondstörung in diesem Jahr die Zahl möglicher Strommeteore stark sinken, so dass eine Verfolgung der Aktivität nur sehr stark eingeschränkt möglich ist.
Die Orioniden als Strom des Monats beginnen am 02. Oktober ihre Aktivität und bleiben bis über das Monatsende hinaus aktiv. Zum Maximum am 21. Oktober liegen die stündlichen Fallraten im Bereich von 20 bis 30 Meteoren je Stunde. Das Aktivitätsprofil zeigt zu unterschiedlichen Zeiten mehrere Maxima in den Nächten um das Hauptmaximum. Daher der Hinweis auch diesen Aspekt in die Beobachtungsplanung einzubeziehen.
Zeitgleich mit den Orioniden fällt die Aktivität der Eta-Geminiden zusammen. Durch die ähnliche geozentrische Geschwindigkeit sollte man bei der visuellen Beobachtung die Bahnen der Meteore beider Ströme in Karten eintragen um eine sichere Zuordnung zu gewährleisten. Das Maximum am 18. Oktober mit 3 Meteoren je Stunde ist nicht sehr ausgeprägt, aber durch den Neumond störungsfrei.
Ab Monatsmitte beginnen die Leonis-Minoriden ihre Aktivität. Das Maximum wird am 24. Oktober erreicht, die Daten aus den vergangenen Jahren ergeben eine maximale Fallrate von 5 Meteoren je Stunde um das Datum des Maximums oder kurz vor dem Maximumszeitpunkt. Der Radiant ist ausschließlich von nördlichen Breiten zu beobachten, der Neumond bietet ungestörte Beobachtungsbedingungen während der gesamten Aktivität.
Daneben bleibt weiterhin im Bereich der Ekliptik der südliche Teil der Tauriden mit Fallraten von etwa 2 bis 5 Meteore je Stunde aktiv. Der nördliche Teil der Tauriden beginnt ab Monatsmitte seinen Aktivitätszeitraum mit ähnlichen Fallraten um 5 Meteore je Stunde.
September 2025

Mit den Aurigiden ist bereits der erste Meteorstrom des Monats aktiv. Das Maximum wird in der Nacht vom 31. August zum 1. September erreicht und lässt sich ohne Einschränkungen gut verfolgen. Die Raten bewegen sich dabei im Bereich von zehn Meteoren je Stunde. Für dieses Jahr ist keine erhöhte Aktivität zu erwarten. Es sollte die zweiten Nachthälfte für Beobachtungen genutzt werden weil erst ab zirka 01:00 Uhr Ortszeit der Radiant eine ausreichende Höhe über dem Horizont erreicht.
Am 5. September wird im Anschluss an die Aurigiden der Strom der September Epsilon-Perseiden aktiv. Das Maximum wird in der Nacht vom 9. zum 10. September erreicht, allerdings 2 Tage nach Vollmond, so dass nur sehr eingeschränkt Beobachtungen durchgeführt werden können.
Ab 20. September wird zunächst der südliche Teil des ekliptikalen Tauriden-Komplexes aktiv, welcher dann im weiteren Verlauf des Monats bis etwa Anfang Dezember die dominierende Komponente des ekliptikalen Antihelion-Komplexes wird. Dabei sind langsame Strommeteore mit Raten von fünf Meteoren je Stunde zu beobachten. Die Aktivität der Antihelionquelle endet vorrübergehend ab 20. September.
Der Strom der Tages-Sextantiden kann von Anfang September bis Anfang Oktober verfolgt werden. Das Maximum tritt am 27. September ein. Bei optimalen Bedingungen - die zweite Nachthälfte bleibt weitgehend mondfrei - sind kurz vor der Morgendämmerung vereinzelte Sextantiden zu beobachten. Dazu sollten kurze Beobachtungsintervalle gewählt werden um am Morgenhimmel die sich schnell ändernden Bedingungen (wie die Grenzgröße) zu dokumentieren. Die Zeit des Maximums sowie andere Angaben zum Meteorstrom sind weiterhin unsicher. Es sollten daher auch die Nächte vor und nach dem möglichen Maximum für Beobachtungen eingeplant werden.
August 2025

Nachdem die Maxima der südlichen Delta-Aquariiden und Alpha-Capricorniden Ende Juli noch gut zu beobachten waren, verschlechtern sich durch die zunehmende Mondphase die Beobachtungsbedingungen. Ab Monatsmitte sind die Nächte für Beobachtungen ohne Mondstörung wieder länger nutzbar.
Der Strom des Monats, die Perseiden, erreicht in diesem Jahr sein Maximum am 12. August. Das entspricht etwa dem Zeitpunkt für das Maximum bei einer Sonnenlänge von zirka 140 Grad. Zu Beginn der Nacht erreicht der Radiant im Sternbild Perseus bereits eine Höhe von rund 30 Grad über dem Horizont. Die optimale Höhe wird im Laufe der zweiten Nachthälfte erreicht. Durch den abnehmenden Mond drei Tage nach Vollmond sind Beobachtungen eingeschränkt, und die zu beobachtende Zahl der sichtbaren Strommeteore ist stark reduziert. Neben dem Hauptmaximum traten in den vergangenen Jahren ein bis zwei Tage später einzelne Nebenmaxima auf. Daher sollte man auch die Nächte vor und nach dem Maximum in die Planung von Beobachtungen einbeziehen.
Die Kappa-Cygniden erreichen am 16. August ihr Maximum. Der Radiant befindet sich während der gesamten Nacht über dem Horizont. Zum Maximum betragen die Raten etwa drei Meteore je Stunde, die ohne Mondstörung gut verfolgt werden können. In den vorliegenden Videodaten zeigt sich ein deutliches Maximum bei der Sonnenlänge 144 Grad (entspricht 16. August). Die Aktivität ist im Zeitraum vom 2. August bis Anfang September deutlich nachweisbar. Es sind auffallend langsame Sternschnuppen zu beobachten; dabei ist auch mit helleren Erscheinungen zu rechnen.
Der kleine Strom der Eta-Eridaniden beginnt seine Aktivität am 31. Juli und ist bis zum 19. August zu beobachten, das Maximum wird am 7. August erreicht. Infolge des zunehmenden Mondes sind Beobachtungen nach dem Maximum nur eingeschränkt möglich. Meteore dieses Stromes sind am besten in der zweiten Nachthälfte zu beobachten.
Juli 2025

Der Sommermonat Juli bietet durch die wieder langsam länger werdenden Nächte zahlreiche Gelegenheiten für die Beobachtung einiger interessanter Meteorströme. Für Beobachtungen sollte bevorzugt etwa die Zeit ab dem 15. Juli genutzt werden. Zu Beginn des Monats sind durch den zunehmenden Mond Beobachtungen im zweiten Teil der Nacht ohne größere Einschränkungen möglich.
Mit den Alpha-Capricorniden startet der erste Meteorstrom des Monats am 3. Juli seine Aktivität. Dieser Strom kann bis über das Monatsende hinaus beobachtet werden und erreicht am 31. Juli sein Maximum. Die langsamen Meteore unterscheiden sich deutlich von anderen Strömen in diesem Zeitraum, wobei auch hellere Erscheinungen auftreten können. Die Bedingungen für Beobachtungen zum Monatsende hin sind optimal (Neumond am 24. Juli).
Vom 4. bis 14. Juli sind die Juli-Pegasiden zu beobachten. Das Maximum tritt am 10. Juli ein. Der Radiant liegt dann bei einer Rektaszension von 347 Grad und einer Deklination von +11 Grad. Leider werden die Beobachtungen durch Mondlicht stark beeinträchtigt. Für Beobachter auf mittleren nördlichen Breiten ist der Radiant während der gesamten Nacht oberhalb des Horizonts. Die Raten erreichen unter günstigen Bedingungen maximal fünf Meteore je Stunde.
Der Strom der Südlichen Delta-Aquariden, benannt nach dem Sternbild Wassermann, der bereits ab 12. Juli aktiv ist, erreicht das Maximum am 31. Juli. Dieser Strom hat eine wesentlich höhere geozentrische Geschwindigkeit und unterscheidet sich daher von den Alpha-Capricorniden deutlich. In diesem Jahr ist eine Beobachtung des Maximums beider Ströme durch den Neumond am 24. Juli ohne Einschränkungen möglich.
Die Juli-Gamma-Draconiden sind vom 25. bis 31. Juli aktiv. Im Maximum befindet sich der Radiant an der Position mit einer Rektaszension von 280 Grad und einer Deklination von +51 Grad. Diese Position wird in diesem Jahr am 28. Juli gegen 09:00 MESZ erreicht. Im beobachteten Zeitraum von 2017 bis 2022 wurde keine höhere Aktivität festgestellt; dennoch sind Daten von diesem Meteorstrom weiterhin von Interesse. Aus vorliegenden Videodaten ist gut ersichtlich, dass der Strom jährlich auftritt und ein kurzes variables Maximum hat. Die Meteore haben eine geringe geozentrische Geschwindigkeit. Es werden Raten von ca. fünf Meteoren pro Stunde erwartet.
Ab Monatsmitte sind schon die ersten Sternschnuppen der Perseiden zu beobachten. Bis zum Monatsende und über den Monatswechsel hinaus verbessern sich die Beobachtungsbedingungen dieses bekanntesten Meteorstroms.
Juni 2025

Zu Monatsbeginn startet die Aktivität auf niedrigem Niveau. Die sichtbaren Strommeteore bleiben nur wenig über dem sporadischen Hintergrund. Es bleibt lediglich ein kurzes Zeitfenster für Beobachtungen in diesem Sommermonat.
Die wenigen Stunden in den kurzen Juninächten beschränken sich am Monatsanfang auf die geringe Aktivität vor allem aus der Region im ekliptikalen Bereich der Anthelionquelle. In der zweiten Monatshälfte sind dann die Juni-Bootiden ohne Einschränkungen zu beobachten.
Ab Monatsbeginn bis zum 24. Juni ist ein weiterer interessanter Meteorstrom aktiv, wobei der angegebene Zeitraum weiterhin unsicher ist. Die Tages-Arietiden erreichen am 7. Juni das Maximum, jedoch wird der Radiant, wenn die Dämmerung einsetzt, bloß knapp über dem Horizont stehen. Für mögliche Beobachtungen sind diese durch den zunehmenden Mond sehr eingeschränkt. Aus den Daten der zurückliegenden Jahre ergibt sich zwar im obigen Zeitraum eine erkennbare Aktivität, aber kein klares Aktivitätsprofil wie bei anderen Meteorströmen.
Die Juni-Bootiden, welche am 27. Juni gegen 13 Uhr Ortszeit ihr Maximum erreichen, sind gut zu beobachten. Der Radiant ist die gesamte Nacht zirkumpolar. Infolge der Dämmerung ist der nutzbare Zeitraum allerdings verkürzt. Durch den abnehmenden Mond (Neumond am 25. Juni) sind dann optimale Bedingungen gegeben. Die geringe Eintrittsgeschwindigkeit der Teilchen erzeugt sehr langsame Sternschnuppen. In den Jahren 1998 und 2004 wurden kurzzeitig stündliche ZHRs mit bis zu 100 Meteoren pro Stunde registriert. Davor gab es länger zurückliegende Ausbrüche in den Jahren 1916, 1921 und 1927, die zweifelsfrei dokumentiert sind. Daher sollte man bei Strömen mit kurzen Aktivitätszeiträumen während der gesamten Aktivitätsperiode Daten sammeln, sofern es die Beobachtungsbedingungen zulassen.
Mai 2025

Anfang Mai ist der Meteorstrom der Eta-Aquariiden bereits aktiv. Sein Maximum erreicht er am 6. Mai gegen 05:00 Uhr Ortszeit. Es lässt sich nur in den Morgenstunden beobachten. Der Radiant geht gegen 03:00 Uhr Ortszeit auf. Das Zeitfenster ist bei optimalen Bedingungen auf nur eine Stunde begrenzt. Zum Maximum liegt die ZHR zwischen 40 und 65 Sternschnuppen. Allerdings gilt dies nur für niedrigere Breiten bis 40 Grad Nord sowie bei optimalen Bedingungen, welche aber morgens durch den zunehmenden Mond nicht beeinträchtigt werden. Visuelle Daten ab dem Jahr 1984 zeigen eine durchschnittliche ZHR von 30 Meteoren im Zeitraum vom 3. bis 10. Mai. In unseren Breiten lassen sich bei optimalen Bedingungen höchstens vier bis acht Eta-Aquariiden-Meteore im Zeitraum des Maximums beobachten.
Die Eta-Lyriden sind im Zeitraum vom 5. Mai bis 14. Mai aktiv. Dieses Jahr beeinträchtigt die ungünstige Mondphase mit einem Vollmond am 12. Mai mögliche Beobachtungen. Visuellen Daten der vergangenen Jahre von 2007 bis 2021 ergaben zum Maximum am 10. Mai mittlere ZHRs von 3 bis 4 Meteore je Stunde.
Der Komplex der Anthelionquelle mit Raten zwischen zwei und vier Sternschnuppen pro Stunde ist weiterhin aktiv. Im Monat Mai kommt es nur zu geringen Variationen der Aktivität, dabei verlagert sich der Radiant in den Bereich des Sternbilds Skorpion.
April 2025

Im Monat April beginnt die Aktivität bekannter Meteorströme nach mehrmonatiger Pause langsam wieder zu steigen.
Die Lyriden erreichen ihr Maximum gegen 15:30 Uhr Ortszeit am 22. April. Bei optimalen Bedingungen liegen die möglichen ZHRs bei zirka 18 Meteoren je Stunde, sein Radiant erreicht ab etwa 22:30 Uhr Ortszeit eine günstige Position. Der abnehmende Mond (Letztes Viertel am 21. April) sollte mögliche Beobachtungen nicht allzu sehr beeinträchtigen. Durch die lange Umlaufperiode des Ursprungskörpers C/1861 G1 (Thatcher) werden genügend Teilchen entlang der Bahn verortet. Der Strom erreicht uns daher mit relativ gleichbleibender Aktivität, höhere Fallraten treten nur für wenige Stunden auf. Im Jahr 1982 wurde sogar eine ZHR von 90 registriert.
2014 wurde ein neuer Meteorstrom im Sternbild Steinbock (lateinisch: Capricornus) nachgewiesen. Japanische Beobachter erstellten dazu einen ersten Bericht. In diesem Jahr wird eine mögliche Aktivität der April-Alpha-Capricorniden am 7. April gegen 14:00 Uhr Ortszeit erwartet. Die Position des Radianten liegt bei alpha=304° delta=-13°. Durch die hohe geozentrische Geschwindigkeit könnten schnelle Meteore registriert werden. Da nähere Daten noch unsicher sind, sind Beobachtungen zu diesem Datum willkommen.
Daneben ist weiterhin mit stündlichen Raten von zwei bis vier Meteoren je Stunde die Anthelionquelle am Firmament nur wenig auffälliger gegenüber dem sporadischen Hintergrund. Bis zum Monatsende verlagert sich der Radiant vom Sternbild Jungfrau in das Sternbild Waage.
Ab 19. April sind Meteore der Eta-Aquariiden zu beobachten, welche bis etwa Mitte Mai aktiv sind. Die geringe Höhe des Radianten über dem Horizont in Mitteleuropa macht daher südlichere Breiten bis ca. 45° N für Beobachtungen geeigneter. Nördlich davon bleibt ein Zeitfenster von ca. einer Stunde vor der Morgendämmerung, um bei optimalen Bedingungen einige Strommeteore zu registrieren. Der Radiant kulminiert erst gegen 08:00 Uhr Ortszeit.
März 2025

Im Monat März begleiten uns weiterhin die geringen Raten. Neben sporadischen Meteoren sind vorherrschend Meteore des ekliptikalen Komplexes der Anthelionquelle zu beobachten. Am Monatsbeginn bietet der Neumond optimale Bedingungen für mögliche Sichtungen, nach der Monatsmitte verbessern sich durch den abnehmenden Mond die Bedingungen, um die geringen Raten von zwei bis drei Meteoren pro Stunde gut zu verfolgen.
Der Radiant ist ein ausgedehntes Gebiet in der Ekliptikebene das sich zu Monatsbeginn unterhalb des Sternbilds Löwe befindet. Dieses Gebiet wandert im Monatsverlauf durch das Sternbild Jungfrau.
Eine Verfolgung möglicher höherer Raten in der Zeit geringer Meteoraktivität ist aber lohnenswert, um sie mit Beobachtungen anderer Beobachter zu vergleichen und für weitere Auswertungen zu verwenden.
Im Verlauf der Nacht nimmt die Zahl der sichtbaren Meteore bis in die Morgenstunden zu. Daher sollte man sich in Zeiten geringerer Raten immer auf die zweite Nachthälfte konzentrieren, weil Beobachtungen während der Abendstunden in den Monaten Februar und März wegen der geringeren Anzahl sichtbarer Sternschnuppen wenig ergiebig sind.
Februar 2025

Nachdem im Vormonat die Quadrantiden für die ersten hohen Fallraten gesorgt haben schließen sich in diesem Monat geringe Fallraten der Sternschnuppen vor allem sporadischer Natur an. Für Beobachtungen der geringen Aktivität bietet sich in diesem Jahr die zweite Monatshälfte an.
Anfang des Monats sind noch bis zum 4. Februar die Comae-Bereniciden zu beobachten, wobei dieser Strom bereits seit Anfang Dezember letzten Jahres aktiv ist. Die Fallraten bewegen sich im Bereich von drei Meteoren je Stunde.
Die den Monat bestimmende Anthelionquelle zeigt als scheinbaren Ausstrahlungspunkt für die Meteore ein diffuses Gebiet von etwa 30 Grad entlang der Ekliptik und rund 20 Grad in der Senkrechten. Das Zentrum dieses Radianten verlagert sich im Verlauf des Monats in den südlichen Teil des Sternbildes Löwe.
Der Monat Februar zeigt trotz der geringen Fallraten bei den sporadischen Meteoren eine deutliche tageszeitliche Variation. Während in den Abendstunden Raten kleiner als fünf Meteore pro Stunde registriert werden, können in den frühen Morgenstunden zeitweise mehr als zehn Meteore pro Stunde auftreten.
Januar 2025

Das neue Jahr bietet mit den Quadrantiden zu Monatsbeginn den ersten interessanten Strom am Firmament.
Die Quadrantiden erreichen ihr Maximum am 3. Januar gegen 16 Uhr Ortszeit. Zu diesem Zeitpunkt ist für mögliche Beobachtungen die zweiten Nachthälfte optimal. Es können bis zu 80 Meteore pro Stunde beobachtet werden, wobei in der Vergangenheit Variationen zwischen 60 und 200 Meteore je Stunde erfasst wurden. Die Aktivität erstreckt sich noch bis zum 12. Januar, wobei in den Tagen nach dem Maximum in den vergangenen Jahren gehäuft hellere Erscheinungen beobachtet werden konnten.
Die Kappa-Cancriden, welche im Jahr 2015 eine erhöhte Aktivität um den 10. Januar herum aufwiesen, sind auch in diesem Jahr aktiv. Der Radiant (Alpha=138°, Delta=9°) mit der Aktivität von 2015 erreicht am 9. Januar gegen 17 Uhr Ortszeit wieder diese Position, allerdings beeinträchtigt der zunehmende Mond mögliche Beobachtungen. Die Strommeteore haben mit zirka 47 Kilometern pro Sekunde eine auffallend höhere geozentrische Geschwindigkeit als die Meteore aus der nordöstlich liegenden Anthelionquelle.
Der Strom der Gamma-Ursa-Minoriden beginnt am 10. Januar seinen kurzen Aktivitätszeitraum. Zum Maximum um den 18. Januar erreichen die Raten bei optimalen Bedingungen ungefähr drei Meteore je Stunde. In diesem Jahr werden mögliche Beobachtungen allerdings vom Mondlicht stark beeinträchtigt. Einige Daten zum Meteorstrom hinsichtlich Aktivität sind nach wie vor noch unsicher.
Im Bereich der Anthelionquelle sind Strommeteore weiterhin zu beobachten, wobei die Raten nur unwesentlich über dem sporadischen Hintergrund liegen. Die bereits seit Dezember aktiven Coma-Bereniciden sind noch bis in den Februar hinein mit geringen Raten um drei Meteore je Stunde aktiv.