Der Moilanenbogen ist ein weißer Bogen in Form eines V. Er liegt etwa auf halbem Weg zwischen Sonne und
oberem Berührungsbogen. Sein Abstand zur Sonne ändert sich mit der Sonnenhöhe.
Bereits 1975 wurde von Horst Gäbler (1921-2014) auf dem Fichtelberg im Erzgebirge als Teil eines Eisnebelhalo ein Bogen skizziert, der
V-förmig ca. 10° oberhalb der Sonne stand. Ein Foto von Jon Nickles aus Anchorage in Alaska aus dem Jahr 1978 wurde später ebenfalls als dieser Bogen erkannt. Im November 1995 konnte der Finne Jarmo Moilanen diesen später nach ihm benannten Bogen schließlich fotografieren und vermessen. Karl Kaiser beobachtete am 30. Januar 1997 einen ähnlichen Bogen im Diamantenstaub im oberösterreichischen Schlägl. Bis heute gibt diese Erscheinung Rätsel auf, vor allem, weil die zugehörige Kristallform offenbar nur im Eisnebel vorkommt. In Cirren ist der Bogen bisher nicht sicher nachgewiesen. Außerdem scheint dieser Kristall keine anderen "exotischen" Halos zu erzeugen, wie es beispielsweise bei pyramidalen Eiskristallen der Fall ist.
Lange Zeit ging man davon aus, dass er ausschließlich an Eiskristallen entsteht, die aus den Kondensationskernen von Schneekanonen gewachsen sind. Manche Schneekanonen setzen dem Wasser eiskeimbildende Proteine zu, an denen sich Eiskristalle bilden. Man geht davon aus, dass unter optimalen Bedingungen dadurch Kristalle entstehen können, die in der freien Natur nicht oder nur vereinzelt vorkommen. Inzwischen gibt es wenige Beobachtungen aus Gebieten ohne Schneekanonen, wie zum Beispiel am
25.01.2012 in Achsheim oder am
21.01.2016 in Bremerhaven an der Nordsee-Küste.
Während des Auftretens des Moilanenbogens wurde mehrfach nach möglichen verursachenden Eiskristallen gesucht, aber bisher ohne durchgreifenden Erfolg. Inzwischen kann der Bogen jedoch an einer keilförmigen Kristallform mit einem Neigungswinkel von 34° simuliert werden. Ob diese Kristallform in der Natur vorkommt und ob sie mit der notwendigen waagerechten Keilkante stabil in der Luft schweben kann, ist jedoch fraglich. Mehrere Kristallmodelle wurden vorgeschlagen, etwa verzwillingte Plättchen oder zusammengewachsene Kristalle. Keines konnte bisher durch Kristallproben bestätigt werden. Ein unterer Moilanenbogen wurde bisher nie beobachtet, was viele Kristallmodelle ausschließt. Bei sehr tiefer Sonne kann ein gespiegelter unterer
Parrybogen an ähnlicher Stelle erscheinen und mit dem Moilanenbogen verwechselt werden. Insofern ist die Ursache des Moilanenbogens bis heute nicht gesichert.