Beschreibung
Die Entstehung von Bottlingers Ringen ist noch nicht abschließend geklärt.

Kristallart:
- unbekannt
- unbekannt
- unbekannt
Vorkommen:
- sehr selten
Bottlingers Ringe sind mit den Elliptischen Ringen verwandt und ähnelt diesen im Aussehen. Bottlingers Ringe befinden sich jedoch unmittelbar in Nähe der Untersonne. Da die Ringe die Untersonne umgeben und damit unterhalb des Horizonts liegen, sind sie nur aus dem Flugzeug, vom Ballon oder von Berggipfeln über Wolken zu sehen. Sie sind sehr selten und oft nur wenige Sekunden sichtbar. Die Ringe sind senkrecht gestreckte Ellipsen von wenigen Grad Ausdehnung. Benannt sind sie nach dem Astronomen Kurt Felix Bottlinger, der sie am 13. März 1909 bei einer Ballonfahrt über einer Eiswolke um die Untersonne beobachtete.
Entstehung
Bottlingers Ringe sind neben den elliptischen Halos, mit denen sie verwandt zu sein scheinen, noch bis heute ein offenes Problem in der Halotheorie. Beugung scheidet als Erklärung aus, da die Ringe ansonsten farbig erscheinen müssten. Ein älteres Erklärungsmodell geht von der Reflexion an pendelnden oder während des Fallens kreiselnden Kristallen aus. Die daraus resultierenden unterschiedlichen Neigungen der Deckflächen deformieren im Gesamtresultat das ideale Sonnenspiegelbild, d.h. die Untersonnne, zu einem Ring. Ende der 1990er Jahre wurden Plättchenkristalle mit sehr flachen pyramidenstupfartigen Aufsätzen als Verursacher postuliert. Simulationen für verschiedene interne und externe Reflexionen ergeben im Vergleich mit Fotos hinreichend plausible Ergebnisse. Sie erfordern sehr genau horizontal ausgerichtete Kristalle. Allerdings ist bisher unklar, auf welche Weise sich die extrem flache Pyramidenschräge aus den Kristallisationseigenschaften von Eis ergeben sollte (im Gegensatz zum Flankenwinkel der Pyramidalhalos). Bisher wird sie als freier Parameter behandelt, der solange variiert wird, bis eine bestmögliche Übereinstimmung mit der Beobachtung erreicht ist. Möglicherweise handelt es sich um kompliziertere Kristallformen, z.B. sechsstrahlige Sterne mit verdicktem Zentralbereich.

