Begriffe und Abkürzungen

Foto: Michael Theusner

Oft verwendete Begriffe und Abkürzungen

Hier werden Begriffe erklärt, die oft verwendet werden, wenn es um das Thema Sonne und Polarlicht geht. Fehlt etwas? Dann nimm einfach Kontakt mit uns auf!


ACE

ACE (Advanced Composition Explorer) ist ein seit 1997 opperierender Satellit. Er ist am Lagrange-Punkt 1 zwischen Erde und Sonne positioniert und liefert uns wichtige Messdaten vom Sonnenwind. Das sind beispielsweise Stärke und Ausrichtung des interplanetaren Magnetfeldes, Geschwindigkeit des Sonnenwindes, Protonen Dichte, etc.

Bz

Der Bz-Wert ist eine Kenngröße für die Magnetfeldstärke des Interplanetaren Magnetfelds in Richtung der Z-Achse und wird in Nanotesla (nT) angegeben. Je geringer (negativ) der Wert ist, desto wahrscheinlicher ist das Auftreten von Polarlicht in Deutschland.

CME

CME ist die englische Abkürzung für Coronal Mass Ejection. Siehe KMA.

DSCOVR

DSCOVR ist ein Beobachtungssatellit und der offizielle Nachvolder des ACE-Satelliten (Siehe ACE). DSCOVR steht für Deep Space Climate Observatory.

DST-Index

DST-Index steht für Disturbance Storm Time Index.

EPAM

Der EPAM ist ein Experiment am ACE-Satelliten. EPAM steht für Electron, Proton and Alpha-particle Monitor. Hierbei wird die Dichte der Protonen und Elektronen gemessen. Mehr Informationen gibt es hier.

Full Halo CME

Wenn der sichtbare CME auf den Aufnahmen von LASCO C2/C3 des ACE-Satelliten die komplette Sonnenscheibe überdeckt hat, spricht man von einem Full Halo CME. Hier gibt es eine genauere Erklärung.

HCS / HCS-Crossing

HCS steht für Heliosphärische Stromschicht (engl. Heliospheric Current Sheet). Von HCS-Crossing spricht man, wenn die Erde das HCS durchdringt. Bei einem HCS-Crossing wird der Sonnenwind "gestaut".

IMF

IMF steht für das interplanetare Magnetfeld und beschreibt das Magnetfeld, was von der Sonne ausgeht und unser Sonnensystem durchdringt.

Impact

Als Impact bezeichnet man das Eintreffen eines CMEs auf der Erde.

Kannibalen CME

Wenn ein langsamer CME von einem schnelleren CME eingeholt wird und sich beide Massenauswürfe überlagern, spricht man von einem Kannibalen CME. Es ist umstritten, welche Auswirkungen diese Kannibalen auf die Einzelkomponenten, also folglich auf die geomagnetische Aktivität haben

KMA

KMA (eng. CME) steht für koronaler Massenauswurf (engl. Coronal Mass Ejection) und ist eine Teilchenwolke, die aus Protonen, Elektronen, Röntgen- und Gammastrahlung besteht. Die Teilchenwolke entsteht aufgrund von Flares oder Filamenteruptionen. Trifft ein KMA auf die Erde, können helle Polarlichter entstehen.

LD-Flare

LD steht für Long Duration. Das bedeutet soviel wie langanhaltend. Ein LD-Flare ist letztendlich nichts anderes als ein Röntgenflare der über mehrere Stunden lang andauert. LD-Flares können starke und schnelle Massenauswürfe erzeugen die zu Polarlicht führen können.

Magnetic Crochet

Ein Magnetic Crochet (oder auch Solar Flare Effect, SFE) ist ein Effekt, bei dem die Atmosphäre durch Röntgenstrahlung ionisiert wird. Das hat zur Folge, dass die Magnetometer auf der Erde zum Zeitpunkt des Flares leicht ausschlagen.

Magnetic Crochets sind sehr selten, da sie nur bei starken und langanhaltenden Flares beobachtet werden können.

MM

MM ist eine oft verwendete Abkürzung für Magnetometer.

PL

Das ist eine häufig verwendete Abkürzung für Polarlicht.

SOHO

SOHO (Solar and Heliospheric Observatory) ist ein Satellit zur Sonnenbeobachtung, der seit 1995 im Weltraum operiert. Er befindet sich ca. 1,5 Mio. Kilometer von der Erde entfernt und funkt "in Echtzeit" wichtige Bilder und Daten zur Erde. So kann beispielsweise nach dem Auftreten eines Röntgenflares entschieden werden, ob es einen CME gab oder nicht. Offizielle Website von SOHO.

SFE

SFE ist die Abkürzung für Solar Flare Effekt. Siehe Magnetic Crochet.

SWPC

SWPC steht für Space Weather Prediction Center, eine Einrichtung der NASA zur Vorhersage von Weltraumwetter.

TenFlare

In dem Wort TenFlare steckt das englische Wort Ten (dt. Zehn) und Flare. Flares emittieren Radiowellen über einen großen Frequenzbereich, d.h. sie decken ein großes Frequenzspektrum ab. Diese Radiowellen kann man als "Rauschen" messen. Eine der signifikanten Frequenzen ist der Wellenlängenbereich von 10,7cm (2695 MHz). Wenn die Stärke des Flare-Rauschens das natürliche Hintergrundrauschen übertrifft, spricht man von einem TenFlare. Je intensiver dieser ist, desto stärker ist der Flare ausgefallen.