Beobachtungshinweise

Foto: Jens Hackmann

Hinweise für den visuellen Meteorbeobachter

April 2018

Nach einer Zeit geringerer Meteoraktivität welche durch die Anthelion Quelle (ANT) abgedeckt wurde beginnen im April wieder einige interessante Ströme. Mit den Lyriden (LYR) beginnt der erste Strom am 14.4. seine Aktivität. Das Maximum liegt in diesem Jahr am 22.4. gegen 18h UT, das mögliche Peak-Intervall liegt zwischen 10h und 21h UT, der Strom ist bis zum 30.4. aktiv. Sein Aktivitätszeitraum wurde bis Ende des Monats erweitert da durch Videodaten und visuelle Beobachtungen Meteore dieses Stromes nachweisbar sind. Die ZHRs sind variabel, liegen allgemein bei 18 Meteoren je Stunde. Durch die Mondphase bleibt die zweite Nachthälfte bis zu den Morgenstunden ungestört. Der besonders in südlicheren Breiten günstig zu beobachtende Strom der Eta-Aquariiden (ETA) beginnt ab 19.4. seine Aktivität und bleibt über das Monatsende hinaus aktiv. Da der Radiant erst kurz vor Dämmerung am Firmament erscheint sind sinnvolle Beobachtungen erst in dieser Zeit möglich und das Zeitfenster ist in unseren Breiten auf ca. 1 Stunde begrenzt. In südlicheren Breiten (etwa bis 40° N) ist zwar das Fenster für Beobachtungen günstiger, jedoch aufgrund des abnehmenden Mondes ist eine Verfolgung des Maximums in diesem Jahr nur mit Einschränkungen möglich.

Siehe Karte

März 2018

Auch im Monat März setzt sich das angenehme Plotting am Firmament fort. Die Antihelion Quelle (ANT) ragt bei Raten von ca. 2 Meteoren je Stunde kaum heraus, der Radiant verlagert sich in das Sternbild Jungfrau, am 17.3. besteht die Möglichkeit einer erhöhten Aktivität von 3 Meteore je Stunde. Videodaten ergaben um dieses Datum eine leichte Zunahme bei Sonnenlänge 355°. Bevorzugt sollte für Beobachtungen die zweite Monatshälfte genutzt werden.

Februar 2018

Zum Monatsbeginn sind noch einzelne Meteore der Dezember Leonis Minoriden (DLM) aktiv. Bei angenehmen Plotting-Raten von ca. 3 Meteoren je Stunde ist besonders die zweite Monatshälfte zu empfehlen (Neumond am 15.2.). Der Radiant der Antihelion Quelle (ANT) verlagert sich vom Krebs bis unterhalb des Sternbildes Leonis, seine Raten liegen mit 2 Meteoren je Stunde im Bereich des sporadischen Hintergrundes.

 

 

Januar 2018

Die bereits zu Jahresbeginn aktiven Quadrantiden (QUA) erreichen am 3.1. gegen 22h UT ihr Maximum, allerdings beeinträchtigt die Knolle massiv eine sinnvolle Verfolgung der Aktivität während des Maximums. Unter günstigen Bedingungen wären bis zu 120 Meteore je Stunde zu beobachten, der zirkumpolare Radiant erreicht nach Mitternacht Ortszeit eine ausreichende Höhe. Als weiterer Strom sind die Leonis Minoriden (DLM) im gesamten Zeitraum aktiv. Die Raten sind nur wenig höher als beim ekliptikalen Komplex der Anthelion Quelle (ANT), der mit ca. 2 Meteoren je Stunde knapp über dem sporadischen Hintergrund liegt. Der neu in die Liste hinzugekommene Strom der  Ursae Minoriden (GUM), startet am 10.1. seine geringe Aktivität. Bisher ist nur wenig bekannt, erst in jüngerer Zeit sind Daten des Stromes aus Video- und visuellen Daten belegt. Der Radiant liegt im Bereich zwischen UMi und Dra in der Polarsternregion, seine Raten liegen um 3 Meteore je Stunde. Die Geschwindigkeit ähnelt denen der Ursiden. Das Maximum am 18.1. fällt günstig mit der Neumondphase zusammen und bietet bei geeigneten Bedingungen die Möglichkeit weitere Daten über Aktivitätsverlauf und Stromparameter zu sammeln.

Siehe Karte

Dezember 2017

Zum Dezemberstart sind noch die November-Orioniden (NOO) aktiv, welche dann nahtlos in die Monocerotiden (MON) übergehen. Mit Raten von ca. 2 Meteoren je Stunde liegt der Strom nur knapp über dem sporadischen Hintergrund, das Maximum am 8.12. wird durch die Knollenstörung nicht sicher nachweisbar sein. Die σ-Hydriden (HYD) sind ab 3.12. am Firmament zu beobachten. Er bleibt bis zum 15.12. beobachtbar und die Raten liegen bei ca. 3 Meteoren je Stunde. Die Bedingungen für Beobachtungen sind wie oben bei den Monocerotiden in diesem Jahr nicht optimal. Der Strom der Geminiden (GEM) beginnt ab 4.12. seinen Aktivitätszeitraum. Die Mitte des breiten Maximums wird am 14.12. gegen 06h30m UT erwartet, das Intervall liegt in diesem Jahr zwischen 13.12. 14h UT und 14.12. 11h UT, der Radiant ist während der gesamten Nacht über dem Horizont und kulminiert gegen 2 Uhr Ortszeit. Der Mond ist am Morgenhimmel als schmale Sichel zu sehen (Neumond am 18.12.) und ein gutes Omen zum Abschluss einer vielleicht erfolgreichen Beobachtung. Als weitere Erwähnung der Aktivität im Dezember sind noch zwei Ströme zu nennen: die Coma Bereniciden (COM) vom 12. bis 23.12. (Max am 16.12.) und die Dezember Leonis-Minoriden (DLM) vom 5.12. bis über den Jahreswechsel hinaus (Max. am 20.12.). Für beide Ströme sind wenige Daten in der Datenbank enthalten und der Dezember-Neumond bietet gute Bedingungen um die Zeit der Maxima. Die Ursiden (URS) beginnen am 17.12. ihre kurze Aktivität. Das Maximum wird am 23.12. gegen 09h UT erwartet, seine Raten liegen bei 10 Meteoren je Stunde, wobei diese bis auf 50 ansteigen können. Erhöhte Raten gab es zuletzt in den Jahren 2006-2008. Der zirkumpolare Radiant erreicht morgens seine größte Höhe und der fast knollenfreie Himmel (Neumond am 18.12.) bietet günstige Bedingungen.

Siehe Karte

November 2017

Bereits zum Monatsstart ist der ekliptikale Komplex der Tauriden mit seinem nördlichen und südlichen Teil aktiv, wobei der südliche Teil uns noch bis zum 20.11. begleiten wird. Das Maximum der nördlichen Tauriden fällt am 12.11. in den Zeitraum des abnehmenden Mondes, so dass eine Überprüfung höherer Raten bei geeigneten Wetterbedingungen gegeben ist. Die Leoniden beginnen am 6.11. ihre Aktivität und bleiben bis Monatsende aktiv. Der Zeitpunkt des Maximums liegt in diesem Jahr am 17.11. gegen 16h30m UT in der Neumondzeit (18.11.), die ZHR liegt bei ca. 10, nach Modellrechnungen können durchaus auch hellere Meteore auftreten. Gegen Mitternacht erreicht der Radiant ausreichende Höhen. Der Strom der November Orioniden (NOO) beginnt am 14.11. seine Aktivität und erreicht am 28.11. sein Maximum, die Raten liegen bei 3 Meteoren je Stunde. In den letzten Tagen des Novembers ist dieser Strom die stärkste Quelle. Der Radiant befindet sich im Nordteil des Orion, ca. 4° nördlich von α Orionis, unweit des Radianten der nördlichen Tauriden. Durch die höhere Geschwindigkeit der Meteore lassen sich diese gut von den langsameren Tauriden unterscheiden. Bevorzugt sollte die zweite Nachthälfte genutzt werden (Erstes Viertel am 26.11.). Der kleine Strom der α-Monocerotiden (AMO) beginnt am 15.11. seine Aktivität, sein Maximum wird am 21.11. gegen 17h UT erreicht und bleibt bis zum 25.11. aktiv. Die Raten sind variabel und bewegen sich knapp über der Nachweisgrenze, der Radiant erreicht 23h Ortszeit ausreichende Höhe, mit dem Neumond am 18.11. bieten sich gute Randbedingungen für Beobachtungen der Aktivität. Sein letzter Ausbruch wurde 1995 beobachtet, er dauerte nur 30 min und hatte eine gemittelte ZHR von 420 !!

Siehe Karte

Oktober 2017

Anfang Oktober 2005 und 2006 gab es einen kurzzeitigen Ausbruch (5./6.10.) der Oktober Camelopardaliden (OCT). Die Quelle ist ein zirkumpolarer Radiant bei α ≈ 166°, δ ≈ +79°, diese ist auch in der Drifttabelle des Kalenders enthalten. Die Geschwindigkeit der Meteore liegt bei 47 km/s. Das Ereignis von 2005 (nur dieses) wurde auch schwach in Radiodaten gefunden. Es gibt von beiden keine visuellen Daten. In den Jahren 2007, 2008, 2011–2013 sowie 2015 gab es keine Wiederholung. Eine Aktivität konnte auch in der 10-Jahres-Analyse von Videodaten (VID) nicht gefunden werden. Das mögliche Intervall aus den Videobeobachtungen liegt zwischen λ ≈ 192 .°5 und 192 .°8 – entsprechend 5. Oktober 2017 19h bis 6. Oktober 02h UT, allerdings ist aufgrund der Mondphase ein sicherer Nachweis einer möglichen Aktivität in der obig genannten Region nur schwer möglich. Der kurze Strom der Draconiden (DRA) beginnt am 6.10. seine Aktivität. Das potentielle Maximum am 8.10. tritt 3 Tage nach Vollmond auf, so dass von ungünstigen Bedingungen auszugehen ist. Der zirkumpolare Radiant erreicht bereits vor Mitternacht seine höchste Position. Die Orioniden (ORI) starten am 2.10. ihren Aktivitätszeitraum, das Maximum wird am 21.10. erreicht, die ZHR bewegen sich um 20+. Der Radiant erreicht um Mitternacht Ortszeit eine ausreichende Höhe und der Neumond am 19.10. bietet optimale Bedingungen das Maximum zu verfolgen. Die Orioniden zeigten wiederholt kleinere Maxima, so dass die Aktivität in mehreren Nächten um das Hauptmaximum gleich zu sein schien. Deshalb sollten auch die Nächte davor und danach in die Beobachtungsplanungen einbezogen werden. Ab 14.10. sind die Epsilon-Geminiden (EGE) aktiv, welche bis zum 27.10. beobachtet werden können. Aufgrund der Nähe zum Orioniden-Radianten ist hier wie jedes Jahr Sorgfalt bei der Zuordnung gefordert. Das Maximum tritt am 18.10. ein, bei optimalen Bedingungen (Neumond!) ist die Aktivität gut zu verfolgen. Seine Raten liegen bei ca. 3 Meteoren je Stunde. Visuelle und Videodaten weisen auf ein späteres Maximum hin. Die Leonis Minoriden (LMI) beginnen am 19.10. ihre Aktivität, die ZHR (ca. 2) liegt nahe der Nachweisgrenze, am 24.10. wird das Maximum erreicht. Aufgrund der günstigen Bedingungen bietet sich die Gelegenheit zur Gewinnung neuer Daten.

Karte ORI EGE

Karte LMI

September 2017

Zum Monatsbeginn ist der Strom der Aurigiden (AUR) bereits aktiv. Das Maximum wird am 1.9. gegen 2 Uhr UT erreicht, der Radiant erreicht nach Mitternacht eine ausreichende Höhe. Dieser Strom hat in der Vergangenheit mehrere kurze Ausbrüche gezeigt: 1935, 1986 und 1994 wurden ZHRs zwischen 30 und 40 registriert. Das Erste Viertel am 29.8. lässt die Morgenstunden knollenfrei. Nahtlos ab 5.9. schließen sich die September-Perseiden (SPE) an. Seine Raten liegen bei ca. 5 Meteoren je Stunde, sein Maximum wird am 9.9. erreicht. Die volle Knolle am 6.9. macht jedoch einer genauen Verfolgung der Aktivität einen Strich durch die Rechnung, so dass von der geringen Rate nicht viel zu sehen sein wird. 2015 zeigten verschiedene Videodaten während des gesamten Monats eine Aktivität der Chi¬- Cygniden (CCY) mit einem schwachen Maximum am 14./15. September (ZHR etwa 2–3). Der Strom war auch in den Jahren davor nachweisbar, jedoch mit geringerer Rate. Beobachtungen sind auf jeden Fall gefragt. Ein großer Teil der möglichen Aktivitätsperiode bis zum 25. September liegt in der Zeit nach Vollmond. Der Radiant dieser sehr langsamen Meteore (V∞ = 19 km/s) liegt bei α = 300°, δ = +31°. Die Positionen sind in der Drifttabelle des Meteorstromkalenders eingefügt. Der kleine Strom der Tages-Sextantiden (DSX) beginnt am 9.9. seine geringe Aktivität. Zur angegebenen Maximumszeit (28.9.) erreicht der Mond das Erste Viertel. Einige Sextantiden könnten also unmittelbar vor der Morgendämmerung Ende September bis Anfang Oktober ohne Mondstörung visuell beobachtet werden. Die DSX sind wie die Arietiden im Juni Ziel eines IMO-Beobachtungsprojektes, zu dem möglichst viele Einzeldaten zu einem besseren Bild zusammengetragen werden sollen. Der DSX-Radiant befindet sich rund 30° westlich der Sonne nahe dem Himmelsäquator. Da die Aktivitätsperiode nur kurz nach der Tag- und Nachtgleiche liegt, sind die Chancen für interessante Beobachtungsdaten gut. Die Korrekturen ändern sich wegen der Radiantenhöhe und der nahen Dämmerung (Grenzgröße) schnell. Visuelle Beobachter sollten die Daten in kurze Intervalle unterteilen, etwa 15–20 Minuten mit jeweils zugehöriger Bestimmung der Grenzhelligkeit. Der Zeitpunkt des Maximums ist nicht gut bekannt. Radiodaten zeigten es auch einen Tag früher als hier angegeben. Ab dem 10.9. beginnt der ekliptikale Komplex der Südlichen Tauriden (STA) seine Aktivität. Dieser geht aus dem Komplex der Anthelion Quelle (ANT) heraus hervor. Seine Raten bewegen sich um 5 Meteore je Stunde.

Siehe Karte

August 2017

Der Strom des Monats, die Perseiden (PER), sind bereits zum Monatsbeginn aktiv. Ab 22 Uhr Ortszeit erreicht der Radiant eine ausreichende Höhe. Das „traditionelle“ Maximum wird zwischen 12.8. 14h und 13.8. 02h30 UT erwartet. Die Höhe der Aktivität ist unsicher, ZHRs können 100 und mehr erreichen. Allerdings sind die Bedingungen in diesem Jahr ungünstig (Vollmond am 7.8.), so das vor als auch zum Maximum das Mondlicht die Beobachtung erheblich stört. Bereits der in den Juli-Hinweisen erwähnte Strom der Piscis Austriniden (PAU) ist zum Monatsstart aktiv. Bis zum 10.8. lässt sich die Aktivität noch verfolgen, hier gibt es nur wenig neuere Beobachtungsdaten, allerdings wird bedingt durch die Mondphase (siehe Perseiden) kein vollständiger Nachweis der geringen Aktivität möglich sein. Daneben sind noch bis 15.8. die alpha-Capricorniden (CAP) aktiv. Am 3.8. beginnen die kappa-Cygniden (KCG) ihre Aktivität. Die langsamen Meteore lassen sich gut verfolgen, wobei die Raten um 3 Meteore je Stunde liegen. Sein zirkumpolarer Radiant ist von mittleren und nördlichen Breiten aus in der gesamten Nacht über dem Horizont. Der Neumond bietet einen ungestörten Blick auf das Maximum am 18.8., der Strom ist bis zum 25.8. aktiv. Videodaten sehen das Maximum näher am 14.8., auch scheint sich die Aktivität (nur) über den Zeitraum vom 6.8. bis 19.8. zu erstrecken, einen möglichen Nachweis können nur Beobachtungen erbringen! Kurz vor dem Monatswechsel beginnen am 28.8. die alpha-Aurigiden (AUR) ihren kurzen Aktivitätszeitraum, der bis zum 5.9. reicht, der Radiant erreicht eine nutzbare Höhe nach 01 Uhr Ortszeit. 1994 wurden erhöhte Raten beobachtet, der erste vorausberechnete Ausbruch fand 2007 statt, dabei wurden unter sehr ungünstigen Bedingungen (Vollmond) in weniger als einer Stunde eine ZHR von rund 130 beobachtet. Dabei waren auch viele helle Meteore. Der Mond lässt in diesem Jahr die Morgenstunden ungestört.

Siehe Karte

Juli 2017

Zum Monatswechsel in die lauen Julinächte sind noch die Juni-Bootiden (JBO) aktiv, welche noch bis zum 2.7. beobachtbar sind. Danach starten die α-Capricorniden (CAP) ab 3.7. ihren Aktivitätszeitraum, welcher bis in die Augusthälfte hineinreicht. Das Maximum wird am 30.7. erreicht, könnte sich aber bis zum 31.7. erstrecken. Die Raten bewegen sich um 5 Meteore je Stunde, für eine genaue Zuordnung sollte man das Plotting bevorzugen, damit eine sichere Unterscheidung zum „ANT-Areal“ gegeben ist. Man sollte in diesem Jahr die zweite Monatshälfte für Beobachtungen nutzen. Als zweiter Strom beginnen die südlichen δ-Aquariiden (SDA) ihre Aktivität. Beobachtungen unter sehr guten Bedingungen in den Jahren 2008 und 2011 zeigten dass die Maximums-ZHR für etwa 2 Tage um 25 liegen. Der Strom ist somit intensiver als die Orioniden! 2003 gab es auf Kreta eine Beobachtung über eine ZHR von 40 während eines Zeitraumes von 1,5 Stunden. Zu diesem Ereignis gab es aber keine unabhängige Bestätigung. Weitere Daten sind also willkommen. Zur Maximumszeit am 30.7. lässt der Mond die interessanten Morgenstunden ungestört, vorteilhaft wäre ein Beobachtungsort in etwas südlicheren Breiten, da der Radiant in Mitteleuropa keine große Höhe erreicht. Mit den Piscis Austriniden (PAU) gesellt sich ein kleiner Strom ab Mitte Juli zur Aktivität, das Maximum wird am 28.7. erreicht. Neuere Beobachtungsdaten liegen für diesen Strom nicht vor. Möglicherweise ist die ZHR überschätzt aufgrund der ungünstigen Position des Radianten für auf der Nordhalbkugel befindliche Beobachter. Beobachtungen aus dem Zeitraum sind daher wünschenswert. Bereits ab 17.7. sind die Perseiden (PER) aktiv, wobei sich zunächst die Beobachtungsbedingungen zum Monatsende hin (Erstes Viertel am 30.7.) verbessern.

Karte CAP

Karte SDA

Juni 2017

Im Monat der kurzen Nächte bietet sich durch geringen Raten angenehmes Plotting an. Der „Haupt“-Strom im Juni, die Juni-Bootiden (JBO), startet am 22.6. seine Aktivität und bleibt bis über den Monatswechsel aktiv. Das Maximum wird am 27.6. gegen 03 UT erreicht, wobei die Raten zwischen 0 (keine Aktivität) und 100 Meteoren liegen können. Der letzte „Ausbruch“ wurde im Juni 2004 mit Raten zwischen 20-50 beobachtet. In mittleren Breiten steht der zirkumpolare Radiant die gesamte Nacht hoch am Himmel. Der Neumond am 24.6. bringt gute Bedingungen für Beobachtungen, es stehen nur wenige dunkle Stunden zur Verfügung. Als sporadischer Hintergrund bleibt uns im Juni auch die Antihelion Quelle (ANT) erhalten, welche mit Raten um 3 Meteore je Stunde ihren Schwerpunkt in das Sternbild Schütze verlagert.

Siehe Karte

Mai 2017

Der Mai mit seinen kurzen Nächten bietet nur geringe Zeitfenster für visuelle Beobachtungen. Die Eta-Aquariiden (ETA) sind bereits zu Monatsbeginn aktiv und erscheinen erst in den frühen Morgenstunden über dem Horizont. Es bleibt zwischen Aufgang des Radianten und der einsetzenden Morgendämmerung kaum eine Stunde für mögliche Beobachtungen, das Maximum am 6.5. gegen 2 Uhr UT ist mondfrei. Es können neben dem Hauptmaximum Submaxima auftreten. Die Raten bewegen sich in unseren Breiten meist um 3 bis 5 Meteore je Stunde. Die Eta-Lyriden (ELY), ein kleinerer Strom, beginnt am 3.5. seinen kurzen Aktivitätszeitraum. Der Strom erreicht am 9.5. sein Maximum, leider wird bedingt durch den Vollmond eine sichere Verfolgung der geringen Aktivität unmöglich. Seine Raten liegen um 3 Meteore je Stunde.

Siehe Karte