Beobachtungshinweise

Foto: Jens Hackmann

Hinweise für den visuellen Meteorbeobachter

April 2017

Nach einer ruhigen Phase im Februar/März nimmt die Meteoraktivität langsam wieder zu und es sind die ersten interessanten Ströme zu beobachten. Der Strom des Monats, die Lyriden (LYR), beginnt am 16.4. seine kurze Aktivität. Das Maximum liegt in diesem Jahr am 22.4. gegen 12h UT, das mögliche Peak-Intervall liegt zwischen 04h und 15h UT, der Strom ist bis zum 25.4. aktiv. Die ZHRs liegen allgemein bei 18, sind aber variabel. 1982 gab es einen Höchstwert von 90. Der Neumond am 26.4. bietet in diesem Jahr optimale Bedingungen, Beobachtungen sind ab 22h30m Ortszeit möglich. Die Eta-Aquariiden (ETA) beginnen ab 19.4. ihre Aktivität und bleiben über das Monatsende hinaus aktiv. Da der Radiant erst kurz vor Dämmerung am Firmament erscheint sind sinnvolle Beobachtungen erst in dieser Zeit möglich und das Zeitfenster ist in unseren Breiten auf ca. 1 Stunde begrenzt. In südlicheren Breiten (etwa bis 40°N) ist das Fenster für Beobachtungen günstiger.

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März 2017

Die geringen Raten setzen sich auch im Monat März fort. Der einzig aktive Komplex mit der Antihelion Quelle (ANT) ragt bei Raten von ca. 2-3 Meteoren je Stunde kaum heraus, sein Schwerpunkt verlagert sich in das Sternbild Jungfrau. Wegen der günstigeren Mondphase sollte bevorzugt die zweite Monatshälfte ab 20.3. fürs Plotting genutzt werden.

Februar 2017

Auch im Februar lohnt sich trotz der geringen Aktivität ein Blick an das Firmament. Bis zum 4.2. sind noch einzelne Meteore der Dezember Leonis Minoriden (DLM) aktiv. Bei angenehmen Plotting-Raten von ca. 3 Meteoren je Stunde ist besonders die zweite Hälfte ab etwa 18.2. aufgrund der günstigeren Mondphase zu empfehlen. Der Radiant der Antihelion Quelle (ANT) liegt im gesamten Zeitraum unterhalb des Sternbild Leonis, wobei die Raten im Bereich des sporadischen Hintergrundes liegen.

 

 

Januar 2017

Zum Beginn des neuen Jahres sind die Quadrantiden (QUA) bereits aktiv. Das Maximum wird am 3.1. gegen 14h00m UT erreicht, der zunehmende Mond am 5.1. sorgt für gute Bedingungen. Während des Maximums sind bis zu 120 Meteore je Stunde zu beobachten, für dieses Jahr sind jedoch keine erhöhten Raten oder Peaks vorhergesagt. Bei einer ZHR von 100 und einer Grenzgröße von 5.5 sind ca. 15 Quadrantiden pro Stunde zu erwarten. Lediglich aus Radiobeobachtungen leitet sich ein weiteres Maximum 9 bis 11 Stunden nach dem optischen Maximum ab. Der zirkumpolare Radiant erreicht nach Mitternacht Ortszeit eine ausreichende Höhe. Die Leonis Minoriden (DLM) als weiterer Strom in diesem Monat sind den gesamten Zeitraum aktiv. Die Raten sind nur wenig höher als beim ekliptikalen Komplex der Anthelion Quelle (ANT), der mit ca. 2 Meteoren je Stunde knapp über dem sporadischen Hintergrund liegt. Hier sind besonders zu den Morgenstunden Beobachtungen sinnvoll.

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Dezember 2016

Zum Monatsbeginn sind bereits die Monocerotiden (MON) aktiv. Der Strom erreicht Raten von ca. 2 Meteoren je Stunde. Für Beobachtungen bietet sich aufgrund der Mondphase (Erstes Viertel am 07.12.) der Zeitraum bis zum Maximum am 8.12. an. Die σ-Hydriden (HYD) sind ab 3.12. am Firmament zu beobachten. Er bleibt bis zum 15.12. beobachtbar und die Raten liegen bei ca. 3 Meteoren je Stunde. Für Beobachtungen bis zum Maximum am 11.12. bietet sich die zweite Nachthälfte an. Der Strom der Geminiden (GEM) beginnt ab 4.12. seinen Aktivitätszeitraum. Das Maximum wird am 14.12. erwartet und fällt in diesem Jahr mit dem Vollmond zusammen. Daher werden vielleicht nur hellere Erscheinungen zu beobachten sein. Kurz vor Weihnachten beginnen die Ursiden (URS) am 17.12. ihre kurze Aktivität. Das Maximum wird am 23.12. gegen 09h UT erwartet. Die Raten liegen bei 10 Meteoren je Stunde, wobei diese bis auf 50 ansteigen können. Für dieses Jahr gibt es keine Prognose über mögliche erhöhte Raten, allerdings gibt es in den Modellrechungen Hinweise für eine erhöhte Aktivität am 22./23. und 23./24.12. Der abnehmende Mond – Letztes Viertel am 21. Dezember – lässt mehr als die halbe Nacht (jedoch die mit tieferer Radiantenposition) zu den beiden genannten Zeiten mondfrei. Günstige Bedingungen also für Beobachter in Europa.

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November 2016

Zum Monatsbeginn sind bereits die nördlichen und südlichen Tauriden aktiv, wobei der südliche Teil uns noch bis zum 20.11. begleiten wird. Das Maximum der nördlichen Tauriden fällt zeitgleich mit dem Vollmond am 14.11., so dass eine sichere Überprüfung der Aktivität nicht möglich ist. Die Leoniden beginnen am 6.11. ihre Aktivität und bleiben bis Monatsende aktiv. Der Zeitpunkt des Maximums liegt in diesem Jahr am 17.11. 3 Tage nach Vollmond, es werden keine erhöhten Raten gerechnet. Ein neu in die Meteorliste aufgenommener Strom beginnt am 14.11. seine Aktivität: die November Orioniden (NOO). Der Strom ist gut durch Videodaten nachweisbar und erreicht am 28.11. sein Maximum, die Raten liegen bei 3 Meteoren je Stunde. In den letzten Tagen des Novembers ist dieser Strom die stärkste Quelle. Der Radiant befindet sich im Nordteil des Orion, ca. 4° nördlich von α Orionis. Der kleine Strom der α-Monocerotiden (AMO) beginnt am 15.11. seine Aktivität, sein Maximum wird am 22.11. erreicht. Die Raten sind variabel und bewegen sich knapp über der Nachweisgrenze. Der abnehmende Mond (Letztes Viertel am 21. November) lässt die Stunden vor Mitternacht optimal, jedoch befindet sich der Radiant vor 23h Ortszeit noch recht nahe am Horizont.

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Oktober 2016

In diesem Monat sind einige interessante Ströme zu beobachten, wobei die Maxima durch den Mond gestört sind. Mit den Orioniden (ORI) startet der erste Strom am 2.10., das Maximum tritt am 21.10. ein. Der abnehmende Mond befindet sich allerdings in derselben Himmelsregion, so dass die höhere Aktivität nicht verfolgt werden kann. Daneben beginnen die Draconiden (DRA) am 6.10. ihre kurze Aktivität. Das potentielle Maximum am 8.10. fällt mit dem Ersten Viertel zusammen. Der zirkumpolare Radiant erreicht bereits vor Mitternacht seine höchste Position. Höhere Raten sind für 2016 nicht vorhergesagt. Ab 14.10. sind die Epsilon-Geminiden (EGE) aktiv, welche bis zum 27.10. beobachtet werden können. Aufgrund der Nähe zum Orioniden-Radianten ist hier wie jedes Jahr Sorgfalt bei der Zuordnung gefordert. Das Maximum tritt am 18.10. ein, es gelten diesselben Einschränkungen durch den Mond wie bei den Orioniden. Seine Raten liegen bei ca. 3 Meteoren je Stunde. Zum Schluss sind die Delta-Aurigiden (DAU) zu erwähnen. Dieser schwache Strom tritt vom 10. bis 18.10. auf und hat sein Maximum bereits am 11.10., die Raten liegen bei 2 Meteoren je Stunde. Zwei Tage nach dem Ersten Viertel kann das Maximum in der zweiten Nachthälfte beobachtet werden.

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September 2016

Der Meteorstrom der Aurigiden (AUR) ist bereits zum Monatsstart aktiv. Das Maximum wurde bereits am 31.8. gegen 19 Uhr UT erreicht, der Neumond am 1.9. bietet optimale Bedingungen um eine mögliche höhere Aktivität zu überprüfen. Ab 1 Uhr Ortszeit erreicht der Radiant eine ausreichende Höhe. Dieser Strom hat in der Vergangenheit mehrere kurze Ausbrüche gezeigt: 1935, 1986 und 1994 wurden ZHRs zwischen 30 und 40 registriert. Der erste vorausberechnete Ausbruch fand im Jahre 2007 statt. Nahtlos ab 5.9. schließen sich den Aurigiden (AUR) die September-Perseiden (SPE) an. Seine Raten liegen bei ca. 5 Meteoren je Stunde, das Maximum tritt am 9.9. gegen 4h UT ein. Bis über das Maximum hinaus bleibt die zweite Nachthälfte zur Beobachtung der Meteore dieses Radianten ungestört, der ab 22h–23h Ortszeit ausreichend hoch steht. Wenn eine höhere Aktivität eintritt kann diese mit Beobachtungen in diesem Zeitraum überprüft werden. Ab dem 10.9. beginnt der ekliptikale Komplex der Südlichen Tauriden (STA) seine Aktivität. Dieser bleibt bis über den Monatswechsel hinaus aktiv und geht aus dem Komplex der Anthelion Quelle (ANT) heraus hervor. Seine Raten bewegen sich um 5 Meteore je Stunde.

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August 2016

Zum Start in den August sind bereits einige Ströme aktiv, besonders die erste Monatshälfte ist vom „Knolleneinfluss“ verschont. Zu Monatsbeginn ist der kleine Strom der Piscis Austriniden (PAU) bereits aktiv. Das Maximum wurde bereits am 28.7. erreicht. Bis zum 10.8. lässt sich die Aktivität noch verfolgen, hier gibt es nur wenig neuere Beobachtungsdaten. Die ungünstige Position des Radianten führt möglicherweise zu einer Überschätzung der ZHR. Nebenbei sind noch bis 15.8. die alpha-Capricorniden (CAP) aktiv. Seine Raten bewegen sich um 5 Meteore je Stunde, die günstige Mondphase lädt zum Datensammeln nach dem Maximum, welches bereits am 30.7. eintrat, ein. Anfang August starten auch die kappa-Cygniden (KCG) ihre Aktivität. Die langsamen Meteore lassen sich gut verfolgen, wobei die Raten um 3 Meteore je Stunde liegen. Der zirkumpolare Radiant ist von mittleren und nördlichen Breiten aus in der gesamten Nacht über dem Horizont. Allerdings erlaubt die Mondphase (Vollmond am 18.8.) keinen ungestörten Blick auf das Maximum am 17.8. Der Strom ist bis zum 25.8. aktiv, wobei die Raten vor allem im Jahr 2014 nach dem Maximum eine höhere Aktivität zeigten. Die Perseiden sind bereits zum Monatsstart aktiv. Ab 22 Uhr Ortszeit erreicht der Radiant eine ausreichende Höhe. Das Maximum wird am 12.8. zwischen 08h und 22h UT erwartet. Nach Modellrechnungen könnte bereits am Abend des 11.8. eine erhöhte ZHR auftreten. Die Höhe der Aktivität ist unsicher, ZHRs können 100 und mehr erreichen. Der Mond erreicht am 10.8. sein erstes Viertel, vorrangig ist dunkler Himmel nach Mitternacht zu finden. Zum Monatsende beginnen die alpha-Aurigiden (AUR) ihren kurzen Aktivitätszeitraum, der bis zum 5.9. reicht, der Radiant erreicht eine nutzbare Höhe nach 01 Uhr Ortszeit. Letztmalig wurden 1994 erhöhte Raten beobachtet, wobei diese zwischen 30 und 40 Meteore je Stunde lagen. Der Neumond am 1.9. bietet für Beobachtungen optimale Bedingungen.

Karte PER

Karte CAP

Juli 2016

Der Monat mit angenehmen Nächten startet mit den α-Capricorniden (CAP) ab 3.7., das flache Maximum wird am 30.7. erreicht. Der Strom produziert auffallend langsame Meteore welche sich gut verfolgen lassen. Hierfür bietet sich das Plotting an um die Meteore aus dem „ANT-Areal“ sicher zu unterscheiden. 1995 wurden leicht erhöhte Raten bis zu 10 Meteore je Stunde registriert, nachdem bereits im Jahr 1984 erhöhte Raten auftraten. Besonders die erste Monatshälfte ist für Beobachtungen zu bevorzugen, das Maximum lässt sich durch den abnehmenden Mond gut verfolgen. Ab dem 12.7. starten die südlichen Delta-Aquariiden (SDA) ihre Aktivität. Seine Raten bewegen sich von 16 bis zu 20 Meteoren je Stunde. Die wesentlich schnelleren Meteore sind von den CAP gut zu unterscheiden. Für die Zuordnung gilt dasselbe wie bei CAP. Ob das Maximum spitz ausfällt oder die ZHR zwischen dem 26. und 31.7. ähnlich hoch ist kann durch Beobachtungen überprüft werden. Das letzte Viertel am 26.7. sollte für einen Kontrollblick keine großen Einschränkungen erwarten. Die Piscis Austriniden (PAU) sind ab Mitte Juli aktiv. Seine Raten bewegen sich auch im Bereich von ca. 5 Meteoren je Stunde, das Maximum wird am 28.7. erreicht. Es gibt für diesen Strom nur wenig neuere Beobachtungsdaten. Möglicherweise ist die ZHR überschätzt aufgrund der ungünstigen Position des Radianten für auf der Nordhalbkugel befindliche Beobachter. Eine "ZHR-Kontrolle“ zum Maximum ist daher wünschenswert. Der Strom der Perseiden ist bereits ab 17.7. aktiv, wobei sich zunächst die Beobachtungsbedingungen zum Monatsende hin durch die Mondphase (Letztes Viertel am 26.7.) verbessern.

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Juni 2016

Im Sommermonat Juni bieten sich trotz der hellen und kurzen Nächte Möglichkeiten zum Beobachten an. Die geringen Raten laden auch daher zum angenehmen Plotting ein. Obwohl nicht in der aktuellen Liste verzeichnet soll der erste Strom, die Juni-Lyriden (JLY), kurz erwähnt werden. Sie beginnen am 11.6. ihren kurzen Aktivitätszeitraum. Das Maximum wird am 16.6. erreicht, die Raten sind variabel. Bis auf wenige Beobachtungen im Jahre 1996 ist bisher kein weiterer visueller Nachweis der Aktivität erbracht worden. Der zunehmende Mond am 12.6. lässt zumindest für die zweite Nachthälfte eine „Überprüfung“ der Aktivität zu. Der „Haupt“-Strom im Juni, die Juni-Bootiden (JBO), sind zwischen dem 22.6. und 2.7. aktiv. Das Maximum wird am 27.6. gegen 03 UT erreicht, wobei die Raten zwischen 0 (keine Aktivität) und 100 Meteoren liegen können. Sein letzter „Ausbruch“ wurde im Juni 2004 mit Raten zwischen 20-50 beobachtet. Der zirkumpolare Radiant steht in mittleren Breiten die gesamte Nacht hoch am Himmel. Allerdings erreicht der Mond sein letztes Viertel am 27.6., so dass von einer „knollenfreien“ Beobachtung keine Rede sein wird :-(

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Mai 2016

Trotz der kürzer werdenden Nächte sind in diesem Jahr zwei Ströme erwähnenswert. Zu Monatsbeginn sind die Eta-Aquariiden (ETA) bereits aktiv und erscheinen erst in den frühen Morgenstunden über dem Horizont. Es bleibt zwischen Aufgang des Radianten und der einsetzenden Morgendämmerung kaum eine Stunde für mögliche Beobachtungen, die aber durch den Neumond am 6.5. exzellente Beobachtungsbedingungen bietet. In unseren Breiten bleibt die Anzahl der Strommeteore selbst um das Maximum gering, meist um 3 bis 5 Meteore je Stunde. Bei der horizontnahen Radiantposition erscheinen die wenigen Meteore als lange Spuren das dazu führen kann dass Beobachter die Winkelgeschwindigkeit unterschätzen. Beispielsweise ist ein ETA-Meteor in Zenitnähe ca. 30 Grad pro Sekunde schnell (Radiant nahe am Horizont, Abstand ca. 90°).

Der zweite Strom, die Eta-Lyriden (ELY), beginnt am 3.5. seinen kurzen Aktivitätszeitraum. Der Strom erreicht am 8.5. sein Maximum (Radiant bei a=287°, d=44°), ein „potentieller“ Peak ist zwischen dem 8. und 10.5. zu erwarten. Videodaten legen ein Maximum am 10.5. nahe. Die Raten liegen um 3 Meteore je Stunde, aufgrund nur weniger visueller Daten ist eine sorgfältige Stromzuordnung wichtig. Der Neumond bietet ungestörten Blick auf den die gesamte Nacht über den Horizont stehenden Radianten.

Karte ETA

Karte ELY

April 2016

Ab Mitte April nimmt die Meteoraktivität langsam wieder zu und die ersten interessanten Ströme tauchen am Firmament auf. Die Lyriden (LYR) beginnen am 16.4. ihren kurzen Aktivitätszeitraum. Das Maximum liegt in diesem Jahr am 22.4. gegen 6h UT. Der Vollmond zum Maximum macht sinnvolle Beobachtungen unmöglich. Mit den Eta-Aquariiden (ETA) beginnt ab 19.4. ein zweiter Strom seine Aktivität und bleibt über das Monatsende hinaus aktiv. Da der Radiant erst kurz vor Dämmerung am Firmament erscheint sind sinnvolle Beobachtungen erst in dieser Zeit möglich und das Zeitfenster ist in unseren Breiten auf ca. 1 Stunde begrenzt. Der ekliptikale Komplex der Anthelion Quelle (ANT) erreichte in der Vergangenheit etwa Mitte April ZHRs um 3 bis 4, wobei sich sonst die Raten unter 3 bewegen. Er verlagert sich aus dem Bereich Jungfrau in das Sternbild Waage.

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