Beobachtungshinweise

Hinweise für den visuellen Meteorbeobachter

Dezember 2019

Zum Beginn des Monats sind bereits die Monocerotiden (MON) aktiv. Das Maximum wird am 09.12. erreicht, die Raten liegen bei ca. 3 Meteoren je Stunde. Hier sind auch wieder Beobachtungsdaten gefragt, zum Maximum bleibt die zweite Nachthälfte mondfrei. Die σ-Hydriden (HYD) sind ab 03.12. am Firmament zu beobachten. Er bleibt bis zum 15.12. beobachtbar und die Raten liegen bei ca. 3 Meteoren je Stunde. Das Maximum am 12.12. wird vom Mond gestört, zu Beginn des Zeitraumes Anfang Dezember sind die Bedingungen günstiger. Leider erreicht der Strom des Monats, die Geminiden (GEM), in diesem Jahr sein Maximum am 14.12. unmittelbar nach Vollmond (12.12.), so das in dieser Nacht der Mond nur wenige Grad südlich des Radianten steht. Die Chancen auf Verfolgung der Aktivität sind daher sehr schlecht. Der Strom der Ursiden (URS) beginnt am 17.12. seine Aktivität und bleibt über die Weihnachtsfeiertage bis zum 26.12. aktiv. Das Maximum wird am 23.12. gegen 03h UT erreicht. Seine ZHR liegen im Bereich 10 bis 50. Für Beobachtungen bietet sich die zweite Nachthälfte an, dann ist die Radiantenhöhe günstiger und der abnehmende Mond stört wenig. Erwähnenswert sind noch zwei weitere Ströme, wobei sich zum Monatsende die Beobachtungsbedingungen durch den abnehmenden Mond „verbessern“: Coma Bereniciden (COM) vom 12. bis 23.12. (Max am 16.12.) und die Dezember Leonis-Minoriden (DLM) vom 05.12. bis über den Jahreswechsel hinaus (Max. am 20.12.). Die Raten liegen zwischen 3 und 5 Meteoren je Stunde.

November 2019

Im November stehen wieder ein paar interessante Ströme auf dem Programm. Die Leoniden (LEO) beginnen am 6.11. ihre Aktivität und bleiben bis zum 30.11. aktiv. Der Zeitpunkt des Maximums liegt am 17.11., die ZHR liegt zwischen 10 und 20. Das „dunkle“ Fenster zwischen Radianten-Aufgang und abnehmenden Mond ist kurz so dass eine sichere Verfolgung der Aktivität nur eingeschränkt möglich ist. Mit den November Orioniden (NOO) beginnt am 14.11. ein weiterer Strom sein Aktivitätszeitraum und bleibt bis in die erste Dezemberdekade aktiv, seine Raten liegen bei ca. 3 Meteoren je Stunde. In den letzten Tagen des Novembers ist dieser Strom die stärkste Quelle, der Radiant befindet sich ca. 4° nördlich von α Orionis. Der Neumond am 26.11. bietet optimale Bedingungen zum Beobachten des Maximums am 28.11. Der Strom der α-Monocerotiden (AMO) beginnt am 15.11. kurz nach dem Start der November Orioniden seinen kurzen Aktivitätszeitraum bis zum 25.11., sein Maximum wird am 21.11. erreicht. Die ZHR liegt meist um 5 Meteore je Stunde, der letzte Ausbruch wurde im Jahr 1995 beobachtet. Dort wurden kurzzeitig ZHR von bis zu 420 registriert. Mit den südlichen (STA) und nördlichen Tauriden (NTA) ist dieser ekliptikale Komplex noch bis zum Monatsende aktiv, wobei der südliche Teil uns noch bis zum 20.11. begleiten wird. Die Raten bewegen sich um 5 Meteore je Stunde. Bereits kurz vorm Monatswechsel am 27.11. beginnen die Monocerotiden (MON) ihre Aktivität welche bis in die erste Dezemberdekade anhält. Hier sind Beobachtungsdaten wieder sehr gefragt.

Oktober 2019

Mit den Camelopardaliden (OCT) ist in diesem Monat der erste Strom um den 5./6.10. aktiv. Die Quelle ist ein zirkumpolarer Radiant, dieser ist auch in der Drifttabelle des Kalenders enthalten. Verwendet man den Ausbruch von 2005 als Bezugspunkt und gilt die Annahme eines langperiodischen Mutterobjektes sollte auch in diesem Jahr eine mögliche Aktivität am 6.10. zu beobachten sein. Der zunehmende Mond stört nur in den Abendstunden und der zirkumpolare Radiant hat seine geringste Höhe um 23 Uhr Ortszeit. Die Draconiden (DRA) beginnen am 6.10. ihre Aktivität. Das potentielle Maximum wird am 9.10. erreicht, die letzten Outbursts traten 2011 und unerwartet 2012 auf. Seine Raten liegen zwischen 15 und 50 Meteoren je Stunde. Der zirkumpolare Radiant erreicht bereits vor Mitternacht seine höchste Position, allerdings stört der zunehmende Mond die Abendstunden wo der Radiant noch eine ausreichende Höhe hat. Der Strom der Delta-Aurigiden (DAU) beginnt am 10.10. seinen Aktivitätszeitraum. Der Radiant erreicht ab etwa Mitternacht Ortszeit ausreichende Höhe, das Maximum am 11.10. wird aber durch den Mond gestört so dass eine vollständige Verfolgung der Aktivität nicht möglich ist. Die Orioniden (ORI) starten am 2.10. ihren Aktivitätszeitraum, das Maximum wird am 22.10. erreicht, die ZHR bewegen sich um 20+. Der Radiant erreicht um Mitternacht Ortszeit eine ausreichende Höhe, das dunkle Zeitfenster zwischen Radiantenaufgang und Mondstörung ist durch den abnehmenden Mond ziemlich kurz. Aufgrund von wiederholt kleineren Maxima sollten auch die Nächte davor und danach in die Beobachtungsplanungen einbezogen werden. Parallel dazu sind ab 14.10. die Epsilon-Geminiden (EGE) aktiv, welche bis zum 27.10. beobachtet werden können. Aufgrund der Nähe zum Orioniden-Radianten ist hier wie jedes Jahr Sorgfalt bei der Zuordnung gefordert. Das Maximum tritt am 18.10. ein, allerdings in diesem Jahr mit Mondstörung. Seine Raten liegen bei ca. 3 Meteoren je Stunde. Zu guter Letzt beginnt der kleine Strom der Leonis Minoriden (LMI) am 19.10. seine Aktivität, die ZHR (ca. 2) liegt nahe der Nachweisgrenze, am 24.10. wird das Maximum erreicht, aufgrund des abnehmenden Mondes gilt der Hinweis mit dem Zeitfenster analog zu den Orioniden.

September 2019

Der Neumond zum Monatswechsel bietet exzellente Bedingungen für die Beobachtung der Aurigiden (AUR), welche schon aktiv sind. Das Maximum wird am 1.9. erreicht, der Strom zeigte in der Vergangenheit mehrere Ausbrüche mit Raten zwischen 30-40. Ab 01 Uhr Ortszeit erreicht der Radiant ausreichende Höhen um eine mögliche höhere Aktivität zu prüfen. Die September-Perseiden (SPE) schließen sich danach mit ihrer Aktivität an. Seine Raten liegen bei ca. 6 Meteore je Stunde, das Maximum wird am 9.9. zwischen 16h und 19h UT erreicht. Ab ca. 22 Uhr Ortszeit ist der Radiant die gesamte Nacht am Himmel. Bevorzugt sind Beobachtungen bis zum Vollmond am 14.9. ungestört möglich. Ein Nachweis der Chi¬-Cygniden (CCY) mit einem schwachen Maximum am 14./15. September (ZHR etwa 2–3) ist auch in diesem Jahr aktuell. Der Strom war auch in den Jahren davor nachweisbar, jedoch mit geringerer Rate. Weitere Beobachtungen sind auf jeden Fall gefragt. Der Vollmond am 14.9. bietet allerdings keinen Blick auf ein mögliches höheres Maximum in diesem Jahr. Der Radiant ist in der Drifttabelle des Kalenders enthalten. Die Tages-Sextantiden (DSX) beginnen am 9.9. ihre geringe Aktivität und bleiben bis Anfang Oktober aktiv. Der DSX-Radiant befindet sich rund 30° westlich der Sonne nahe dem Himmelsäquator, der Mond stört in diesem Jahr nicht (letztes Viertel 22.9.). Visuelle Beobachtungen sollten in kurze Intervalle unterteilt werden, etwa 15–20 Minuten mit jeweils zugehöriger Bestimmung der Grenzhelligkeit. Der ekliptikale Komplex der Südlichen Tauriden (STA) startet am 10.9. seine Aktivität und löst die Anthelion Quelle (ANT) ab. Die Raten bewegen sich um 5 Meteore je Stunde.

August 2019

Der Neumond zum Monatswechsel bietet exzellente Bedingungen für die Beobachtung der Aurigiden (AUR), welche schon aktiv sind. Das Maximum wird am 1.9. erreicht, der Strom zeigte in der Vergangenheit mehrere Ausbrüche mit Raten zwischen 30-40. Ab 01 Uhr Ortszeit erreicht der Radiant ausreichende Höhen um eine mögliche höhere Aktivität zu prüfen. Die September-Perseiden (SPE) schließen sich danach mit ihrer Aktivität an. Seine Raten liegen bei ca. 6 Meteore je Stunde, das Maximum wird am 9.9. zwischen 16h und 19h UT erreicht. Ab ca. 22 Uhr Ortszeit ist der Radiant die gesamte Nacht am Himmel. Bevorzugt sind Beobachtungen bis zum Vollmond am 14.9. ungestört möglich. Ein Nachweis der Chi-Cygniden (CCY) mit einem schwachen Maximum am 14./15. September (ZHR etwa 2–3) ist auch in diesem Jahr aktuell. Der Strom war auch in den Jahren davor nachweisbar, jedoch mit geringerer Rate. Weitere Beobachtungen sind auf jeden Fall gefragt. Der Vollmond am 14.9. bietet allerdings keinen Blick auf ein mögliches höheres Maximum in diesem Jahr. Der Radiant ist in der Drifttabelle des Kalenders enthalten. Die Tages-Sextantiden (DSX) beginnen am 9.9. ihre geringe Aktivität und bleiben bis Anfang Oktober aktiv. Der DSX-Radiant befindet sich rund 30° westlich der Sonne nahe dem Himmelsäquator, der Mond stört in diesem Jahr nicht (letztes Viertel 22.9.). Visuelle Beobachtungen sollten in kurze Intervalle unterteilt werden, etwa 15–20 Minuten mit jeweils zugehöriger Bestimmung der Grenzhelligkeit. Der ekliptikale Komplex der Südlichen Tauriden (STA) startet am 10.9. seine Aktivität und löst die Anthelion Quelle (ANT) ab. Die Raten bewegen sich um 5 Meteore je Stunde.

Strom des Monats bleiben die Perseiden (PER), sie sind zu Monatsbeginn bereits aktiv. Das Maximum wird am 13.8. zwischen 02h und 15h UT erwartet, ZHRs können bis zu 110 erreichen. Der Radiant erreicht um 22 Uhr Ortszeit ausreichende Höhen. Das erste Viertel am 7.8. ermöglicht ein ungestörtes Verfolgen der ansteigenden Raten. Die κ-Cygniden (KCG) beginnen am 3.8. ihre Aktivität und bleiben bis zum Monatsende aktiv, die Raten liegen um 3 Meteore je Stunde. Der zirkumpolare Radiant ist von mittleren und nördlichen Breiten aus in der gesamten Nacht über dem Horizont, das Maximum wird am 18.8. erreicht, durch den Vollmond sind Beobachtungen erst in der zweiten Hälfte des Aktivitätszeitraumes bis 25.8. sinnvoll. Zum Monatsende beginnen am 28.8. die α-Aurigiden (AUR) ihren Aktivitätszeitraum der bis in den September hineinreicht. In den Jahren 1935, 1986 und 1994 hatte er mit Peak-ZHR von 30-40 unerwartete Ausbrüche gezeigt. Weitere Ereignisse sind nicht dokumentiert da es kaum regelmäßige Beobachtungen gab. Der Radiant erreicht gegen 01h Ortszeit ausreichende Höhe. Der Neumond am 1.9. bietet optimale Bedingungen zu Beobachtungen. Daneben sind noch die Südlichen δ-Aquariiden (SDA) und α-Capricorniden (CAP) bis über die Monatshälfte aktiv.

Juli 2019

Langsam steigt wieder die Aktivität und es lassen sich bei geeigneten Bedingungen einige interessante Ströme verfolgen. Der erste Strom, die α-Capricorniden (CAP), beginnt ab 3.7. seinen Aktivitätszeitraum, das Maximum wird am 30.7. erreicht. Die Raten bewegen sich um 5 Meteore je Stunde, die höchste beobachtete ZHR wurde im Jahr 1995 mit 10 ermittelt. Beobachtungen der vergangenen Jahre deuten auf ein späteres Ende der Aktivität. Weiterhin beginnen am 12.7. die südlichen δ-Aquariiden (SDA) ihre Aktivität. Das Maximum am 30.7. kann unter optimalen Bedingungen verfolgt werden (Neumond 1.8.), die Raten bewegen sich im Maximum um 25 Meteore je Stunde, es wurden in einigen Jahren auch Raten um 40 Meteore je Stunde beobachtet. Die Juli-Draconiden (GDR), welche von Radar- und Videobeobachtungen erfasst wurden, sind auch in diesem Jahr erwähnenswert. Die Position des Maximums wird am 28. Juli 2019 um 18h30m UT erreicht. Eine Überwachung des Zeitraumes ist weiterhin von großem Interesse, sein Radiant liegt bei α= 280°, δ= +51°. Der kleine Strom der Piscis Austriniden (PAU) gesellt sich ab Mitte Juli zur Aktivität, das Maximum wird am 28.7. erreicht. Möglicherweise ist die ZHR überschätzt aufgrund der ungünstigen Position des Radianten für auf der Nordhalbkugel befindliche Beobachter, die Bedingungen sind für Beobachtungen in diesem Jahr optimal. Ab dem 17.7. sind die Perseiden (PER) aktiv, die Beobachtungsbedingungen verbessern sich bis zum Monatsende (Neumond am 1.8.).

Strom des Monats bleiben die Perseiden (PER), sie sind zu Monatsbeginn bereits aktiv. Das Maximum wird am 13.8. zwischen 02h und 15h UT erwartet, ZHRs können bis zu 110 erreichen. Der Radiant erreicht um 22 Uhr Ortszeit ausreichende Höhen. Das erste Viertel am 7.8. ermöglicht ein ungestörtes Verfolgen der ansteigenden Raten. Die κ-Cygniden (KCG) beginnen am 3.8. ihre Aktivität und bleiben bis zum Monatsende aktiv, die Raten liegen um 3 Meteore je Stunde. Der zirkumpolare Radiant ist von mittleren und nördlichen Breiten aus in der gesamten Nacht über dem Horizont, das Maximum wird am 18.8. erreicht, durch den Vollmond sind Beobachtungen erst in der zweiten Hälfte des Aktivitätszeitraumes bis 25.8. sinnvoll. Zum Monatsende beginnen am 28.8. die α-Aurigiden (AUR) ihren Aktivitätszeitraum der bis in den September hineinreicht. In den Jahren 1935, 1986 und 1994 hatte er mit Peak-ZHR von 30-40 unerwartete Ausbrüche gezeigt. Weitere Ereignisse sind nicht dokumentiert da es kaum regelmäßige Beobachtungen gab. Der Radiant erreicht gegen 01h Ortszeit ausreichende Höhe. Der Neumond am 1.9. bietet optimale Bedingungen zu Beobachtungen. Daneben sind noch die Südlichen δ-Aquariiden (SDA) und α-Capricorniden (CAP) bis über die Monatshälfte aktiv.

Juni 2019

Der Monat der kurzen Nächte bietet angenehmes Plotting für Beobachtungen, denn es sind interessante Ströme aktiv. Das Projekt der Tages-Arietiden (ARI) läuft auch in diesem Jahr weiter. Der Strom ist noch bis zum 24.6. aktiv bzw. nachweisbar. Ähnlich wie bei den Eta-Aquariiden im Mai ist nur die letzte Stunde vor Sonnenaufgang in unseren Breiten nutzbar und das nur bei sehr klarer Sicht. Das mögliche Maximum ist am 7.6. bei 76,6° SL, es sollten daher kleine Intervalle gewählt werden (15-20min), auch Beobachtungen ohne Strommeteore sind eine Information. Der Strom des Monats, die Juni-Bootiden (JBO), startet am 22.6. seine Aktivität und bleibt bis über den Monatswechsel aktiv. Das Maximum wird am 27.6. gegen 22h UT erreicht, wobei die Raten zwischen 0 (keine Aktivität) und 100 Meteoren liegen können. Nach aktuellen Video-Daten könnten einige Strommeteore bereits in der Zeit vom 20.-25.6. zu sehen sein. Diese erschienen etwas südlich des im Jahre 2004 gefundenen Radianten. Der letzte Ausbruch wurde 2004 beobachtet. In diesem Jahr ist das Letzte Viertel am 25.6., so dass die Bedingungen zur Verfolgung der Aktivität im gesamten Zeitraum relativ günstig sind.

Mai 2019

Im Mai werden die Nächte langsam kurz und bieten nur ein kleines Fenster für Beobachtungen bei geeigneten Bedingungen. Die bereits aktiven Eta-Aquariiden (ETA) erscheinen erst in den frühen Morgenstunden über dem Horizont. Es bleibt zwischen Aufgang des Radianten und der einsetzenden Morgendämmerung kaum eine Stunde für mögliche Beobachtungen. Das relativ breite Maximum mit möglichen Submaxima tritt am 5./6.5. ein, Modellrechnungen zeigen Variationen zwischen dem 4.5. (4 bis 10h UT) bis 6.5. (12 bis 20h UT). Die Raten bewegen sich in unseren Breiten meist um 3 bis 5 Meteore je Stunde und die Bedingungen sind optimal denn am 4.5. ist Neumond ! Als weiterer Strom beginnen die Eta-Lyriden (ELY) am 3.5. ihren kurzen Aktivitätszeitraum. Er erreicht am 9.5. sein Maximum, neuere Daten zeigen es am 11.5., die Raten liegen um 3 Meteore je Stunde. Das Intervall vom 9.-11.5. ist wenig durch den Mond gestört. Ab 14.5. ergibt sich in der Morgendämmerung die Möglichkeit Meteore der Tages-Arietiden (ARI) zu beobachten, welche bis in den Juni hinein aktiv sind. Das Projekt läuft seit 2014 mit dem Ziel Ergebnisse aus allen Beobachtungsmethoden zusammenzufassen. Der Radiant befindet sich ca. 30° westlich der Sonne, trotzdem können einige Strommeteore beobachtet werden. Auch wenn keine Meteore registriert werden ist das auch eine Information. Bei der Beobachtung werden Intervalle zwischen 15 bis 20min Länge empfohlen, in unseren Breiten besteht die Chance allerdings nur bei klarem Himmel auf einzelne ARI-Meteore. Der Radiant ist in der Drifttabelle aufgeführt.

April 2019

Nach einer relativ ruhigen Phase der Aktivität beginnen in diesem Monat die nächsten interessanten Ströme des Jahres. Der Strom des Monats, die Lyriden (LYR), beginnt am 14.4. seine Aktivität. Das Maximum liegt in diesem Jahr am 23.4. gegen 0h UT, der Strom ist noch bis zum 30.4. aktiv. Die ZHRs sind variabel, liegen allgemein bei 18 Meteoren je Stunde. Durch den Vollmond in diesem Jahr ist eine Verfolgung des Maximumsverlaufs nahezu unmöglich. Erst zum Monatsende werden die Bedingungen wieder besser. Die bevorzugt in südlicheren Breiten günstig zu beobachtenden Eta-Aquariiden (ETA) beginnen ab 19.4. ihre Aktivität. Das Maximum wird am 5./6.5. erreicht und die ZHR liegen bei ca. 30, nach Modellrechnungen sind 5 bis 10 mehr möglich. Sinnvolle Beobachtungen sollten erst kurz vor der Dämmerung beginnen, das Zeitfenster ist in unseren Breiten auf ca. 1 Stunde begrenzt. Günstiger ist es in südlicheren Breiten (etwa bis 40° N). Am 4.5. ist Neumond und somit sind die Bedingungen optimal.

März 2019

Auch im März bleibt die Antihelion Quelle (ANT) der einzige aktive Strom. Die Raten von ca. 2 bis 3 Meteoren je Stunde ragen kaum heraus, der Radiant verlagert sich in das Sternbild Jungfrau. Videodaten ergaben um den 17.3. (Sonnenlänge 355°) eine leichte Zunahme der Aktivität. Für Beobachtungen bietet sich vor allem die erste Monatshälfte an.

Karte ANT

Februar 2019

Bis zum 4.2. sind noch einzelne Meteore der Dezember Leonis Minoriden (DLM) aktiv. Bei angenehmen Plotting-Raten von ca. 3 Meteoren je Stunde ist besonders die erste Monatshälfte zu empfehlen (Neumond am 4.2.). Die Antihelion Quelle (ANT) verlagert sich bis unterhalb des Sternbildes Leonis, seine Raten bleiben bei 2 bis 3 Meteoren je Stunde im Bereich des sporadischen Hintergrundes.

Karte ANT

Januar 2019

Zum Neujahr sind die Quadrantiden (QUA) bereits aktiv und erreichen am 4.1. gegen 02h UT ihr Maximum. Zwei Tage vor Neumond bieten sich optimale Bedingungen für Beobachtungen. Bei diesen günstigen Bedingungen sind bis zu 120 Meteore je Stunde zu beobachten, der zirkumpolare Radiant erreicht nach Mitternacht Ortszeit eine ausreichende Höhe. Aufgrund des sehr schmalen Peaks von ca. 4 Stunden ist das Maximum in diesem Jahr optimal zwischen Mitternacht und Morgendämmerung platziert. Der kleine Strom der Leonis Minoriden (DLM) ist im gesamten Januar aktiv. Hier liegen die Raten nur wenig höher als beim ekliptikalen Komplex der Anthelion Quelle (ANT), der mit ca. 2 Meteoren je Stunde knapp über dem sporadischen Hintergrund liegt. Als weiterer Strom sind die  Ursae Minoriden (GUM) seit dem 10.1. aktiv. Bisher ist nur wenig bekannt, erst in jüngerer Zeit sind Daten des Stromes aus Video- und visuellen Daten belegt, seine Raten liegen um 3 Meteore je Stunde. Die Geschwindigkeit der Meteore ähneln von diesem weit nördlich liegenden Radianten denen der Ursiden. Für Beobachtungen sollte die zweite Nachthälfte bis zu den Morgenstunden gewählt werden. Ein kurzer Ausbruch der Kappa Cancriden (793 KCA) am 10.1.2015 wurde in Radar- und Video-Daten gefunden. Der Radiant befand sich bei a= 138°, d=+9°. Auch 2016 war eine Aktivität in den Videodaten zu finden, visuelle Daten liegen zu diesem Strom bisher nicht vor, die Position wird erneut am 10.1.2019 zwischen 03h und 04h UT erreicht. Die Antihelion-Quelle befindet sich zu der Zeit bei a= 122°, d=+19°, d.h. rund 20° südöstlich des KCA-Radianten, dessen Meteore schneller sind (V∞ = 47 km/s) als die ANT (V∞ = 30 km/s). Beobachtungen sind sehr erwünscht.

Siehe Karte