22. - 24.03.2013 - Hannover

Bericht vom 32. AKM-Seminar 22.-24.3.2013 in Hannover

von Roland Winkler, Merseburger Str. 6, 04435 Schkeuditz und Sirko Molau, Abenstalstraße 13b, 84072 Seysdorf

Das diesjährige Treffen führte 26 Teilnehmer nach Hannover, wo in angenehmer Atmosphäre bei "arktischen" Außentemperaturen interessante Vorträge zum Schwerpunkt Meteore / Atmosphärische Erscheinungen stattfanden. Normalerweise fand am Anreisetag in den Jahren davor ein Fachvortrag am Abend statt, aber aufgrund der noch immer sehr winterlichen Bedingungen in der Republik lag das Augenmerk auf ein gutes Ankommen aller Teilnehmer, so dass ein gemütliches Beisammensein dann den Freitag ausklingen ließ.

Am Samstag begann das interessante Vortragsprogramm mit Schwerpunkt Atmosphärische Erscheinungen. Elmar Schmidt referierte anschaulich über das Auge als Optik eines jeden Beobachters, darin kamen einige hilfreiche Details zutage, die man in der Beobachtungspraxis sicher auch praktisch anwenden kann.

Frank Killich stellte seine Polarisationsmessungen an Regenbögen und Halos vor. Mit einer Software lässt sich die Polarisation an Himmelsobjekten auswerten, die an einigen Beispielen demonstriert wurde. Eindrucksvoll waren die 3D-Bilder, welche mit einer Brille betrachtet werden konnten. Nach einer Kaffeepause wo man einige Themen eingehender besprechen konnte berichtete Bernd Gährken eindrucksvoll über Polarlichter am Nordkap. Während eines Trips mit mehreren Mitstreitern in dieser Region konnte man in einigen Nächten spektakuläre Erscheinungen beobachten. Danach präsentierte Daniel Fischer Polarlichtbeobachtungen auf der Hurtigrute vor Norwegen. Wenn man so eine Reise bucht bekommt man am Himmel immer was geboten.

Die Mittagspause gestaltete sich sehr vegetarisch, aber im Naturfreundehaus überwog die angenehme Atmosphäre. Danach wurde von einigen Mutigen eine kurze Rundwanderung in die nähere Umgebung gemacht. Trotz Bewegung wurde es nicht viel wärmer, aber da war man schon wieder zur Mitgliederversammlung eingetroffen.

Schwerpunkt war ein Rückblick auf die Aktivitäten im letzten Jahr. Daneben gab es eine Abstimmung über den Mitgliedsbeitrag im nächsten Jahr, der trotz der Kostensteigerungen bei einigen Posten konstant bleibt.

Danach stellten Anke Hamann und Manfred Heinrich einen Jahresrückblick der beobachteten Erscheinungen und Polarlichter vor. Dieser war sehr eindrucksvoll und zeigte die vielfältigen Facetten die man am Himmel beobachten kann wenn man sich die Zeit nimmt und danach schaut.

Bernd Gährken zeigte in seinem Vortrag über Mondimpakte die Schwierigkeit so ein Ereignis nachzuweisen. Wenn man die nötige Zeit und Geduld aufbringt sind hier interessante Ergebnisse zu erwarten. Sirko Molau gab dann einen Rückblick über die Videobeobachtung von Meteoren im letzten Jahr. Es gab natürlich wieder einen signifikanten Anstieg der beobachteten Meteore und das Netz wurde kontinuierlich weiter ausgebaut.

Der Sonnabend klang dann mit zwei Vorträgen aus: "Jahresrückblick atmosphärische Erscheinungen 2012" von Claudia und Wolfgang Hinz in bewährter umfangreicher Form sowie "Jahresrückblick 2012" von Christoph Gerber der leider nicht teilnehmen konnte und dessen Vortrag von Reinhard Nitze gehalten wurde. Danach gab es genügend Gelegenheit den Tag Revue passieren zu lassen.

Am Sonntag lag der Schwerpunkt der Präsentationen bei den Meteoren. Bernd Brinkmann zeigt anhand eines Tools zur Kontrolle der Log-Files von MetRec wie eine Fehleranalyse in den Videodaten erfolgen kann. Dies erleichtert aufgrund der Fülle der Daten pro Nacht die Auswertung. Sirko Molau zeigte danach wie aus den Videodaten potentiell neue Meteorströme aufgespürt werden können. Dies konnte man anhand einiger interessanter Beispiele nachvollziehen. Natürlich sind dann weiterhin kontinuierliche Beobachtungen in den Zeiträumen notwendig um neue Ströme zweifelsfrei als solche zu identifizieren.

Den letzten Vortragsteil nach der Kaffeepause brachte das Thema Meteorite schon aufgrund des Ereignisses von Tscheljabinsk in den Vordergrund. Frank Killich zeigte wie sogenannte Infraschallbeobachtungen durchgeführt werden. Als Beispiel wurde die Schallaufzeichnung vom Tscheljabinsk-Meteoriten vorgestellt, aber es werden nebenbei auch andere "Geräusche" auf der Erde damit aufgezeichnet, wie z.B. Erdbeben, Überschallknall vom Eurofighter usw. Ulrich Sperberg fasste in seinem Vortrag den Ablauf dieses Ereignisses aus der Sicht der Medien zusammen wobei die seriösen Berichte eindeutig in der Minderheit waren. Zu guter Letzt gab es einen Reisebericht von Ina Rendtel zum Manicouagan-Meteoritenkrater in Kanada. Es gab schöne Fotos zu sehen und man sah wieder dass man in seinem Urlaub auch ganz nebenbei eine astronomische Komponente einbauen kann.

Nach dem anschließenden vegetarischen Mittagessen ging dieses schöne Treffen wieder zu Ende. Jeder nahm wieder Anregungen für sein Hobby mit und nebenbei verabschiedete sich Hannover mit einem Sonnenhalo. Freuen wir uns auf nächstes Jahr im März in Dessau bei dann vielleicht angenehmeren Temperaturen.