Obere Lichtsäule (EE08)

Foto: Andreas Möller

Beschreibung

Kristallart:

  • Plättchenkristalle, Säulenkristalle

Orientierung:

  • horizontal

Lichtweg:

  • Spiegelung an unterer Basisfläche

Vorkommen:

  • häufig (20-30 Tage pro Jahr)

Die Lichtsäule ist eine senkrechte Lichtbahn über oder unter der Sonne. Meistens ist nur die obere Lichtsäule zu sehen. Sie hat etwa die gleiche Breite und die gleiche Farbe wie die Sonne. Die obere Lichtsäule kann man am besten kurz nach Sonnenuntergang beobachten. Dann sieht es so aus, als wenn das Licht eines starken Suchscheinwerfers den Horizont senkrecht emporragt. Beim Sonnenuntergang ist die Farbe noch orange-weiß. Einige Minuten nach Sonnenuntergang färbt sich die Säule immer mehr orange-rot und verblasst 20-60 Minuten nach Sonnenuntergang. Wenn die Lichtsäule voll ausgeprägt ist, kann man bei ihr manchmal eine diffus verbreiterte Spitze beobachten. Dabei handelt es sich um den oberen Berührungsbogen, dessen Äste bei tiefem Sonnenstand einen spitzen Winkel bilden. Die Höhe der Lichtsäule kann bei Eisnebel bis weit über 30° betragen. Häufig ist aber nur eine 5-10° hohe Säule zu beobachten.

Wenn sowohl die obere und untere Lichtsäule, als auch ein Teil des Horizontalkreises zu sehen sind, entsteht am Himmel ein Kreuz. Solch eine eindrucksvolle Erscheinung wurde im Mittelalter oft als ein Zeichen Gottes angesehen.

Entstehung

Die Lichtsäule entsteht durch Spiegelung des Sonnenlichts an den Basisflächen rotierender Plättchen und auf den Prismenflächen rotierender Säulchen. Voraussetzung ist jedoch, dass die Eiskristalle um ihre vertikale Achse schwingen. Daneben können auch Schneesterne eine Lichtsäule hervorrufen. Die Entstehung der Säule ist vergleichbar mit der Lichtbahn, die die untergehende Sonne auf einer wogenden Wasserfläche erzeugt.

Fotos

Obere Lichtsäule vom 18.01.2013 (Foto: Hermann Koberger)
Obere Lichtsäule, aufgenommen in Schwedt am 19.01.2013 (Foto: Andreas Möller)
Obere Lichtsäule am 26.06.2009 in Schöneiche (Foto: Andreas Zeiske)

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