Nebensonnen (EE02/03)

Foto: Andreas Möller

Beschreibung

EE02/03/04 Lichtweg
EE02/03/04

Kristallart:

  • Plättchenkristalle

Orientierung:

  • Basis horizontal

Lichtweg:

  • Brechung an 2 Seitenflächen

Vorkommen:

  • sehr häufig (60-80 Tage pro Jahr)

Als Nebensonnen werden die hellen Lichtflecken rechts und links der Sonne bezeichnet. Sie sind auf Sonnenhöhe parallel zum Horizont zu finden. Ihr Abstand zur tief stehenden Sonne beträgt 22°. Sie liegen also auf dem kleinen Ring. Bei hochstehender Sonne entfernen sich die Nebensonnen zunehmend vom 22°-Ring. Wenn die Sonne 40° über dem Horizont steht, haben die Nebensonnen etwa eine Entfernung von 27,6°. Nebensonnen zeigen häufig eine sehr intensive Färbung. Sie sind zur Sonne hin rot und haben in voller Ausprägung einen langen weißen Schweif, der parallel zum Horizont von der Sonne wegzeigt. Die Helligkeit der Nebensonnen kann in Ausnahmefällen so stark sein, dass man fast geblendet wird.

Simulation

Betätige den Slider, um die Sonnenhöhe zu ändern.

Abhängigkeit der Schweiflänge von der Sonnenhöhe (G. Berthold, Chemnitz)

Sonnenhöhe Abstand Sonne-Nebensonne Schweiflänge
22° 21,5°
10° 22° 21,5°
20° 23° 20,5°
30° 25° 19°
40° 28° 16°
50° 32° 13°
60° 45°

Entstehung

Nebensonnen entstehen an hexagonalen Eisprismen mit Plättchenform. Wenn die Plättchen ungestört fallen, nehmen sie automatisch eine horizontale Lage ein. Das Sonnenlicht tritt in eine Prismenfläche ein und an der übernächsten Prismenfläche wieder aus. Interessant ist der Zusammenhang zwischen den Nebensonnen und dem Zirkumzenitalbogen. Beide entstehen in horizontal ausgerichteten Eisplättchen. Daher kann man beim Auftreten von Nebensonnen auch mit dem Zirkumzenitalbogen rechnen. Dies gilt vor allem bei einer Sonnenhöhe zwischen 15° und 25°.

Fotos

Linke Nebensonne

Linke Nebensonne (Foto: Claudia Hinz)

Nebensonne über Berlin

Nebensonne im Oktober 2013, aufgenommen aus Berlin (Foto: Andreas Möller)

Rechte Nebensonne

Rechte Nebensonne über den Alpen (Foto: Claudia Hinz)

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