Ring von Bishop

Foto: Andreas Möller

Erklärung

Der Ring von Bishop wurde erstmals nach der Eruption des Vulkans Krakatoa (27. August 1883) beschrieben. Bei der gewaltigen Explosion, der Knall war auch noch im 4800 Km entfernten Afrika zu hören, wurden Unmengen von Staub in die Atmosphäre geschleudert, der jahrelang für unglaublich lebendige Sonnenauf- und Sonnenuntergänge gesorgt hat. Die erste veröffentlichte Beobachtung des Rings stammt vom 30. August 1883 und erschien in der Japan Gazette. Dort wird das Aussehen als "lichtschwacher Halo" um die Sonne beschrieben. Die erste genaue Beschreibung stammt von Sereno Bishop, der die Erscheinung am 5. September 1883 in Honolulu beobachtete:

"Gestatten Sie mir, besondere Aufmerksamkeit auf die sehr eigentümliche Korona bzw. den Halo zu lenken, der sich 20 bis 30 Grad von der Sonne weg erstreckt. Er war hier jeden Tag zu sehen, und dies den ganzen Tag lang. Ein weißlicher Schleier mit Rosafärbung und Lila- oder Purpurschatten vor dem blauen Hintergrund. Ich kenne keinen anderen Bericht von einer derartigen Korona. Es handelt sich um ein kaum auffälliges Objekt."

Der Ring wurde daraufhin nach Bishop benannt.
Die meisten Beobachtungen stimmen darin überein, dass die Innenseite des Rings weißlich oder bläulich weiß ist und dass der Ring nach außen hin rötlich, bräunlich oder purpurfarben ist. Das Gebiet, welches von dem Ring eingeschlossen wird, ist deutlich heller als die Umgebung. Wegen der Farbreihenfolge (Rot außen) kann man darauf schließen, dass es sich um eine Beugungserscheinung handelt, da z.B. bei Halos Rot immer an der Innenseite liegt. Der Radius des Rings beträgt durchschnittlich etwa 28°. Das ist für Lichtbeugung ein ziemlich großer Radius, der nur durch sehr kleine Staubteilchen erzeugt werden kann (0.002mm), die alle nahezu die gleiche Größe haben müssen.

Sehr gleichförmige, kleine Aerosole, die für die Entstehung des Rings von Bishop verantwortlich sind, treten vor allem bei Vulkanausbrüchen auf. So wurde nach dem Ausbruch des Pinatubo in Japan für längere Zeit ein Bishop`scher Ring beobachtet. Man wird auf die nächste große Vulkaneruption warten müssen, um wieder helle und deutliche Ringe von Bishop sehen zu können.

Ring von Bishop an Vulkanasche vom Ejafjallajökull, 17.04.2010, Schwedt (Foto: Andreas Möller)
Ring von Bishop im Saharastaub über den Alpen, 30.03.2014 (Foto: Bertram Radelow)