Pollenkorona

Foto: Andreas Zeiske

Entstehung

Pollenkoronen entstehen durch Beugung des Lichtes an dem Blütenstaub windblütiger Pflanzen. Die Pollenkörper gleicher Baumarten haben in der Regel eine ähnliche Größe und sind deshalb ideal für die Bildung von Beugungsbildern. Da Pollen vergleichsweise groß sind, erzeugen sie sehr kleine Koronen. Um sie um die gleißende Sonne herum sehen zu können, ist unbedingt eine dunkle Sonnenbrille zum Schutz der Augen erforderlich, zusätzlich sollte die Sonne durch Baumspitzen, Dächer oder ähnliches abgedeckt werden!

Im Gegensatz zu Wassertröpfchen sind die meisten Pollen nicht kugelförmig. Viele haben Luftsäcke zur Unterstützung der Windverbreitung. Je nach Pollenart und deren Ausrichtung in der Luft haben die Koronen bei tiefen Sonnenstand ein ovales bis karoförmiges Erscheinungsbild mit deutlichen "Lichtknoten". Steigt die Sonne höher, werden aufgrund des sich verändernden Blickwinkels alle Koronen zunehmend rund.

Voraussetzung für die Sichtbarkeit ist eine sehr hohe Pollenkonzentration in der Luft. Am größten ist sie nach einer längeren Trockenperiode mit leichtem bis mäßigen Wind. Viele Wetterdienste weisen in ihren Vorhersagen auf einen hohen Pollenflug hin, auch im Internet gibt es inzwischen viele Seiten mit aktuellen Pollenfluginformationen, wie beispielsweise auf der Seite des DWD.

Pollenkorona erzeugt nach Pollenarten

Kiefer

Die Kiefernkorona ist wohl die am häufigsten beobachtete Koronenart. Einer der Gründe ist sicherlich, dass es im mitteldeutschen Raum unzählige Kiefernwälder gibt und die Pollen vom Wind über hunderte von Kilometern getragen werden können. Selbst in kiefernarmen Gegenden können also noch Kiefernkoronen auftreten. Die beste Beobachtungszeit ist Ende April bis Anfang Juni während längerer Trockenperioden mit leichtem Wind.

Kiefernpollen haben eine leicht geknickte Form mit zwei Airbags an den Seiten. Ihre Koronen haben bei tiefen Sonnenstand deutliche Lichtknoten an den Seiten sowie oben und unten.

Erle

Die Erle gehört zu den Frühblühern. Bereits Ende Februar/Anfang März kann man bei Vorhandensein entsprechender Bäume nach Erlenkoronen Ausschau halten. Da Erlenpollen nahezu rund sind, haben auch die Koronen eine runde Form.

Pollenflugzeit: Mitte Februar-Mitte April

Hasel

Die Hasel kann schon sehr früh Pollenstaub erzeugen. Nach warmen Wintern können die ersten Koronen dieser Art bereits Mitte Februar beobachtet werden. Haselkoronen sind rund und erzeugen deshalb runde Koronen. Aufgrund der ähnlichen Blütezeit sind sie nur schwer von den Koronen der Erle unterscheidbar.

Pollenflugzeit: Anfang Februar-Anfang April

Birke

Birkenpollen haben eine ovale Form. Leicht ovale Koronen bei Sonnenuntergang sind deshalb für eine Birkenkorona charakteristisch. Birkenkoronen treten meist im April auf, dann ist der Pollenflug von Hasel und Erle bereits beendet und der von Kieder und Fichte hat noch nicht eingesetzt. Deshalb ist eine Birkenkorona relativ einfach identifizierbar.

Pollenflugzeit: Mitte März-Mitte Mai

Fichte

Die Formen der Fichtenkorona sind denen der Kiefer sehr ähnlich. Allerdings sind Fichtenpollen sehr groß und die Koronen deshalb deutlich kleiner als die von der Fichte. Große Fichtenbestände gibt es hauptsächlich in den deutschen Mittelgebirgen und im Alpenraum bis in eine Höhe von ca. 2000m. 

Pollenflugzeit: Ende April-Ende Juni

Fotos

Pollenkorona am 01.09.2009 (Foto: Peter Paul Hattinga Verschure)
Pollenkorona erzeugt von Kiefer-Pollen (Foto: Alexander Haussmann)
Birkenpollenkorona (Foto: Reinhard Nitze)
Kiefernpollenkorona aufgenommen in Woltersdorf (Foto: Andreas Zeiske)