Irisierende Wolken

Foto: Manuel Hommel

Erklärung

Manchmal kann man beobachten, dass bestimmte Partien von Wolken schillernde Farben aufweisen. Ein solches Irisieren tritt zumeist bei Wolken auf, die sich schnell bilden (z.B. Altocumulus lenticularis). Besonders die Ränder der Wolken zeigen eine purpurrote, blaue und grüne Farbe. Diese Erscheinung ist eng mit den Kränzen verwandt. Auch hier entstehen die Farben durch Lichtbeugung. Die Wassertröpfchen, die das Irisieren hervorrufen, sind sehr klein. Kleine Tröpfchen erzeugen sehr große Kränze mit breiten Abschnitten gleicher Farbe. Aus diesem Grund weisen große Bereiche der Wolke die gleiche Farbe auf. Die anderen Farben an der irisierenden Wolke beruhen weniger auf dem unterschiedlichen Abstand zur Sonne, sondern auf der der unterschiedlichen Tröpfchengröße. Verschiedene Größen von Tröpfchen erzeugen unterschiedliche Kränze, so dass die Farbe trotz gleichem Abstand zur Sonne unterschiedlich ist. 

Wie die Ergebnisse der kontinuierlichen Beobachtungen Atmosphärischer Erscheinungen zeigen, werden 12 Prozent der Irisierenden Wolken an Cirrocumulus beobachtet. Diese Wolkenart besteht größtenteils aus Eiskristallen und zu einem kleineren Teil aus gefrierenden Wassertröpfchen. Gerade bei Cirrocumulus wird das Irisieren häufig in einem Sonnenabstand größer 30° beobachtet, was eine Lichtbeugung als Entstehungsursache nahezu ausschließt. Deshalb wird in den neuesten Theorien davon ausgegangen, dass die Farben entweder durch Interferenz von Strahlen entstehen, die an der Vorder- und Hinterfläche allerdünnster Eisplättchen reflektiert werden oder durch Interferenz von Strahlen, von denen ein Teil direkt durch die Wolkenschicht hindurchgeht, während die anderen Strahlen im Innern der Schicht ein- oder mehrfach reflektiert werden.

Fotos

Irisierende Wolken im Oktober 2013 über Berlin (Foto: Andreas Möller)
Irisierende Wolken (Foto: Alexander Haußmann)
Irisierende Wolken auf dem Wendelstein (Foto: Claudia Hinz)