Höfe und Kränze um Sonne und Mond

Foto: Andreas Möller

Erklärung

Wenn nachts dünne Wolken am Mond vorüberziehen, sieht man häufig, dass der Mond von einer hellen Scheibe umgeben ist. Diese helle Scheibe auch Aureole oder auch Hof genannt, ist zum Mond hin blau-weiß und am Außenrand braunrot. Der Durchmesser beträgt etwa 1°-2°, kann aber auch bis zu 10° erreichen. Der Hof wird durch Lichtbeugung an Wassertröpfchen hervorgerufen. Bei annähernd gleicher Tropfengröße erscheint der Hof kreisrund, bei ungleicher Größe ist er eher verwaschen. Voraussetzung ist aber, dass die Wassertröpfchen eine Größe von 0.02-0.1 mm haben. Am einfachsten lässt sich ein Hof um den Mond beobachten. Er ist aber ebenso um die Sonne und als kreisrunde Aufhellung um helle Sterne und Planeten zu sehen. Wegen der großen Helligkeit ist er um die Sonne nur schwer zu beobachten. Man wird nicht so stark geblendet, wenn man das Spiegelbild der Sonne in einer Wasserpfütze betrachtet und zusätzlich noch eine Sonnenbrille trägt. Besonders oft ist ein Hof bei Altocumulus-Wolken und bei dünnen Schichtwolken zu beobachten, die den Mond hindurchscheinen lassen. Man kann selbst leicht einen Hof erzeugen, indem man nachts auf eine Fensterscheibe haucht, mit seinem Auge dicht an die Scheibe herangeht und eine Straßenlaterne anschaut.

Um die helle Scheibe können auch noch mehrere Kränze liegen. Jeder Kranz ist zur Lichtquelle hin blau, dann grün, gelb und nach außen hin rot. Auch diese Ringe entstehen durch Beugung des Lichts an kleinen Wassertropfen. Die Wassertröpfchen müssen dafür aber annähernd gleich groß sein. In diesem Fall ist die Beugungswirkung von vielen kleinen Wassertropfen identisch mit der Beugung an einem kleinen Loch. Zudem wirken viele gleichartige kleine Kügelchen (Wassertropfen) wie ein einzelnes Loch. Die Farben der Kränze beruhen darauf, dass die Beugungswirkung von der Wellenlänge des Lichts abhängt. Wenn die Tropfen unterschiedlich groß sind, überlagern sich die Farben und verteilen sich über einen größeren Bereich, so dass keine farbigen Ringe zu sehen sind.

Fotos

Bunter Mondkranz

Vollständiger Kranz um den Mond (Foto: Claudia Hinz)

Farbenfroher Mondkranz

Mondkranz am 18.01.2013 (Foto: Michael Großmann)

Mondkranz

Mondkranz (Foto: Hermann Koberger)

Historisches

In den altorientalischen Staaten gaben Wahrsager ihre Aussagen auf Grund verschiedener Phänomene, genährt, von den verständlichen Wunsch der Menschen, die Zukunft zu erfahren. Die Wahrsager hatten die Aufgabe, den Himmel aufmerksam zu beobachten und die Formen und Farben der Wolken zu deuten. Die Wahrsagungen lauteten z.B.: "Ist der Mond von einem Hof umgeben, wird der König den Vorrang gewinnen." oder "Ist die Sonne bei ihrem Untergang doppelt so groß wie gewöhnlich und mit drei farbigen Kreisen umzogen, so wird der König des Landes zu Grunde gehen."

Die Erscheinung von Mondhöfen, so heißt es im Elsaß, soll Unglück bringen und ein doppelter Kranz wurde in der Schweiz früher als sicheres Kriegszeichen aufgefasst worden.

Bauernregeln

Siehst Du die Sonne von einem Hof umgeben, sei sicher, es gibt bald Regen.

Wenn der Mond mit Hofe scheint, wart' nur, bald der Himmel weint.

Ein Sonnenhof bei großer Kält', zeigt an, dass lang sie nicht mehr hält.

Das Auftreten eines Hofs um Sonne, Mond oder ein anderes helles Gestirn gibt Aufschluss über die Feuchtigkeit in der Luft. Das Auftreten eines Hofs in einer mittelhohen Wolkenschicht weist darauf hin, dass die mit Feuchtigkeit übersättigte Luft bereits in tiefere Schichten angesunken ist. Beim "idealen" Aufzug einer Warmfront ist kurzfristig mit Niederschlag zu rechnen. Im Winter ist es durchaus möglich, dass die Bildung eines Hofs noch bei verhältnismäßig beständigem Frostwetter auftritt. Trotzdem deutet die Erscheinung auf einen Wetterumschwung hin, der ein Ende der Kälte bringt, vielleicht auch gleich Tauwetter, unter Umständen aber zunächst recht ergiebigen Schneefall.